Fünf häufige Irrtümer über Erkältungen

Berlin, 13. Januar 2020 – Kaum jemand kommt durch den Winter, ohne sich zu erkälten. Im Jahr 2018 waren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Berlin und Brandenburg im Durchschnitt 3,8 Tage wegen einer Atemwegserkrankung krankgeschrieben. „Obwohl Erkältungen weit verbreitet sind, halten sich hartnäckige Irrtümer darüber, wie sie am besten vermieden und behandelt werden können“, sagt Gabriela Leyh, Landesgeschäftsführerin der BARMER Berlin/Brandenburg.

1. Eine Erkältung hat nichts mit Kälte zu tun

Auslöser für eine Erkältung ist nicht die Kälte an sich, sondern eine Virusinfektion, für die unser Körper in der Winterzeit jedoch besonders anfällig ist. Durch die Heizungsluft werden unsere Nasenschleimhäute trockener und dünner. Eine kalte Nasenspitze ist zudem schlechter durchblutet und es stehen weniger Immunzellen dort bereit. So haben Viren freie Bahn. Zur Immunabwehr fährt der Körper dann Durchblutung und Sekretbildung hoch und die Nase beginnt zu laufen.

2. Eine extra Portion Vitamin C beugt Erkältungserkrankungen vor

Eine ausgewogene Ernährung mit reichlich Obst und Gemüse ist absolut ausreichend für ein funktionierendes Immunsystem. Vitamin-C-Präparate beugen weder einer Erkältung vor noch verkürzen sie deren Dauer.

3. Viel Trinken verkürzt eine Erkältung

Es gibt keinen wissenschaftlich belegten Zusammenhang zwischen Trinkmenge und Erkältungsdauer. Wer krank ist, sollte dennoch ausreichend trinken. Denn durch die erhöhte Temperatur verliert der Körper Flüssigkeit. Gleichzeitig nehmen Erkrankte wegen Appetitlosigkeit häufig zu wenig Flüssigkeit auf. Wenn fiebersenkende Medikamente dann zu einer Weitstellung der Blutgefäße führen, kann der relative Flüssigkeitsmangel schnell ein Schwindelgefühl auslösen. Für einen gereizten Hals ist es außerdem angenehm, einen Salbei-Tee oder eine Hühnerbrühe zu trinken.

4. Milchtrinken verschleimt die Atemwege noch mehr

Dieser Irrglaube rührt wahrscheinlich vom schleimigen Empfinden im Rachen beim Milchgenuss. Einen wissenschaftlichen Beleg hierfür gibt es nicht.

5. Im Zweifelsfall helfen Antibiotika bei einer Erkältung

Antibiotika wirken nur gegen Bakterien. Husten, Schnupfen und Heiserkeit werden jedoch durch Viren hervorgerufen. Nur bei Komplikationen kommen Bakterien zusätzlich ins Spiel. Wird Antibiotika zu häufig eingenommen oder zu früh abgesetzt, besteht die Gefahr, dass Bakterien dagegen resistent werden. Durch Zellteilung vermehren sie sich und zukünftige Antibiotikaanwendungen schlagen dann möglicherweise nicht mehr an.

Webcode dieser Seite: p014454 Autor: Barmer InternetredaktionLetzte Aktualisierung: 13.01.2020
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