Besorgniserregender Anstieg von Adipositas-Diagnosen in Brandenburg

Berlin, 26. Mai 2021 – In Brandenburg leiden immer mehr Menschen an krankhaftem Übergewicht. Im Jahr 2019 diagnostizierten Ärztinnen und Ärzte bei rund 293.000 Brandenburgerinnen und Brandenburger Adipositas, das sind mehr als 11 Prozent der Bevölkerung. Im Jahr 2015 waren es noch rund 266.000. Das entspricht einem Anstieg von zehn Prozent innerhalb von vier Jahren. „Wer stark übergewichtig ist, hat ein erhöhtes Risiko für einen besonders schweren Verlauf einer COVID-19-Infektion. Menschen mit Adipositas gehören zur Priorisierungsgruppe 3 und sollten sich nun für eine COVID-19-Impfung melden“, sagt Gabriela Leyh, Landesgeschäftsführerin der B Berlin/Brandenburg.

Adipositas verkürzt Lebenszeit

Starkes Übergewicht befördert viele weitere Krankheiten wie zum Beispiel Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Arthrose oder Krebs. So kann starkes Übergewicht im jungen Erwachsenenalter zu einer Lebenszeitverkürzung von sechs bis acht Jahren führen. „Die meisten Menschen nehmen irgendwann zwischen ihrem 30. und 60. Geburtstag zu. Wenn sie ins Berufsleben eintreten oder eine Familie gründen, bewegen sich viele im Alltag weniger und haben auch weniger Zeit für Sport“, sagt Leyh. Im Arztreport 2020 der BARMER rangiert Adipositas auf Platz neun der häufigsten Diagnosen bei Männern zwischen 40 und 64 Jähren. Bei Frauen kann eine Schwangerschaft der Auslöser für eine bleibende Gewichtszunahme sein. Einige Monate nach der Geburt nähern sich die meisten Frauen zwar ihrem Gewicht vor der Schwangerschaft wieder an. Manche wiegen aber dauerhaft mehr als vorher.

Abnehmen erfordert Umstellung des Lebensstils

Eine nachhaltige Gewichtsabnahme gelingt nur durch eine Umstellung des Lebensstils. Statt auf bestimmte Diäten zu setzen, sollte ärztlicher Rat eingeholt und auf wissenschaftlich geprüfte und von medizinischen Fachgesellschaften empfohlene Programme vertraut werden. Diese enthalten meist verhaltenstherapeutische Elemente und vermitteln, wie eine Ernährungsumstellung und eine Erhöhung der körperlichen Aktivität so gestaltet werden können, dass sie im Alltag durchzuhalten sind.
 

Webcode dieser Seite: p016869 Autor: Barmer InternetredaktionLetzte Aktualisierung: 25.05.2021
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