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Raus aus der Blackbox: Barmer veröffentlicht ersten Transparenzbericht

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Das Gesundheitssystem ist für Versicherte oft eine ziemliche Blackbox. Mit dem ersten Transparenzbericht gibt die Barmer umfangreiche Einblicke in ihre Arbeit – in das Leistungsangebot, die internen Prozesse und in die Bearbeitungszeiten. Damit stehen den rund neun Millionen Versicherten der Krankenkasse und allen Interessierten umfassende Informationen zum Leistungsgeschehen wie Zahnersatz, Hilfsmittel oder Krankengeld zur Verfügung. 

Transparenz als Grundlage für wichtige Entscheidungen

Damit sich Versicherte ein objektives Urteil über die Arbeit der Barmer machen können, erhalten sie mit dem Transparenzbericht die dafür relevanten Informationen. Der Bericht wird künftig jährlich veröffentlicht. Die Transparenz-Offensive fußt auf der digitalen Ethik der Barmer, also der Frage nach dem moralischen Rahmen für die Digitalisierung. Sie wird ab sofort bei der Barmer zur Chefsache, denn seit Juli nimmt sich ein eigens dafür eingestellter Chief Digital Officer des Themas an. Digitale Verantwortung ist somit ein fester Punkt der Digitalagenda 2025 der Barmer. "Nur informierte Patientinnen und Patienten können bestmöglich für sich entscheiden. Indem wir unsere Arbeitsabläufe und Entscheidungsprozesse transparent machen, stellen wir das dazu notwendige Hintergrundwissen zur Verfügung," sagt Professorin Dr. Claudia Wöhler, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Bayern. Digitalisierung sei kein Selbstzweck, sondern müsse einen tatsächlichen Nutzen für die Versicherten haben.

Keine Geheimniskrämerei 

Der Transparenzbericht liefert Interessierten detaillierte Informationen zum Leistungsumfang und zur Leistungsgewährung der Barmer. So werden die Anzahl der Anträge auf Rehabilitationsmaßnahmen sowie die anteiligen Genehmigungen und Ablehnungen offengelegt. Auch die Bearbeitungsdauer der Anträge auf stationäre Reha, Eltern-Kind-Kuren oder der ambulanten Vorsorge findet sich im Bericht. 

Zu den Leistungen, die im Transparenzbericht dargestellt werden, gehören auch der Zahnersatz, Pflegeleistungen und das Krankengeld. Im weit überwiegenden Teil der Krankengeldfälle (93,5 Prozent) zahlt die Barmer beispielsweise innerhalb von 48 Stunden das Krankengeld aus. Mit der Einführung der eAU ab Oktober 2021 übermittelt die behandelnde Arztpraxis die Krankschreibung vollkommen automatisch, sicher und datenschutzkonform an die Krankenkasse.

Individuelle Transparenz mit der Barmer Kompass-App 

Mit der bei den Versicherten sehr beliebten Barmer Kompass-App können diese einen komplexen Leistungsprozess, wie das Krankengeld, nachvollziehen. Denn Krankengeld bedeutet, über einen längeren Zeitraum krank und auf Hilfe angewiesen zu sein - für die Patientinnen und Patienten an sich schon eine belastende Situation. Ist meine Krankschreibung rechtzeitig eingegangen? Wie viel Krankengeld bekomme ich? Der Kompass gibt Antworten auf diese Fragen, schafft daher Sicherheit und stellt eine Innovation unter den gesetzlichen Krankenkassen dar.

Zahlen über die Widerspruchsverfahren

Wird der Antrag auf eine Leistung nicht genehmigt, so besteht für den Versicherten die Möglichkeit Widerspruch gegen diese Entscheidung der Kasse einzulegen. Der Verwaltungsrat der Barmer hat 20 ehrenamtliche Widerspruchsausschüsse eingesetzt. Ein Widerspruchsausschuss setzt sich aus gewählten Mitgliedern der Selbstverwaltung zusammen, aus Versicherten- und Arbeitgebervertretern. Diese können die Entscheidung der Kasse revidieren oder bestätigen. Der Transparenzbericht legt nun die Anzahl der Widerspruchsverfahren im Bereich der Kranken- und der Pflegeversicherung offen sowie Daten zu deren Verlauf.

Mit der Veröffentlichung ihres Transparenzberichts kommt die Barmer sowohl dem Bedürfnis der Versicherten nach Überprüfbarkeit des Kassenhandelns als auch den Forderungen der Politik nach mehr Transparenz über das Leistungsgeschehen der gesetzlichen Krankenkassen nach.

Der Transparenzbericht der Barmer steht zum Download bereit unter: www.barmer.de/transparenz