Professor Dr. Claudia Wöhler: Ist die Corona-Krise eine Chance für die Digitalisierung?

Durch die Corona-Krise und die damit verbundenen Ausgangsbeschränkungen, nutzen wir alle gerade in vielen Bereichen vermehrt digitale Möglichkeiten. Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind seit Wochen im Homeoffice, Essen wird online bestellt, Sporteinheiten oder Fortbildungen per Video-Call organisiert. Doch ganz so reibungslos geht es leider nicht. Schnelles, flächendeckendes Internet gibt es in Deutschland noch lange nicht überall. Obwohl die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass viele Menschen von den Möglichkeiten der Digitalisierung profitieren könnten. Natürlich auch im Gesundheitswesen, das in diesem Bereich schon lange hinterherhinkt.

Digitalisierung im Gesundheitswesen setzt die Bereitschaft zur Nutzung voraus

Digitalisierung ist ein Prozess, der nicht nur die passende Infrastruktur voraussetzt, sondern auch die Bereitschaft der Menschen sie zu nutzen. Hier tut sich gerade einiges. Beispielsweise wurden telemedizinische Möglichkeiten lange nur zögerlich genutzt. Im Zuge der Corona-Krise werden die Vorteile deutlich sichtbar. In vielen Praxen ist derzeit der Patientenkontakt aufgrund der Ansteckungsgefahr stark eingeschränkt. Dafür bieten Videosprechstunden den Ärztinnen und Ärzten jetzt die Möglichkeit, mit den Patientinnen und Patienten in Kontakt zu bleiben, medizinische Daten zu erheben und die Weiterbehandlung zu gewährleisten. Krankschreibungen für leichte Atemwegserkrankungen können derzeit telefonisch ausgestellt werden, ein Praxisbesuch ist dafür nicht notwendig. Auch andere digitale Innovationen, z.B. digitale Medizinprodukte oder elektronische Verordnungen, eröffnen Chancen zur Vereinfachung von Verwaltungsprozessen und Kommunikationswegen.

Evaluierung anstoßen und Weichen für die Zukunft stellen 

Auch bei der Barmer nutzen die Versicherten verstärkt unsere digitalen Services, wie beispielsweise die Möglichkeit die AU-Bescheinigung direkt in die App hochzuladen. Es ist davon auszugehen, dass viele Nutzerinnen und Nutzer einige Tätigkeiten nicht nur temporär, aufgrund der aktuellen Rahmenbedingungen, sondern dauerhaft online erledigen werden. Wir sollten deshalb schnellstmöglich eine Evaluierung der in der Corona-Krise genutzten digitalen Möglichkeiten anstoßen, um die richtigen Weichen für die Zukunft zu stellen. Die Digitalisierung öffnet Türen für ein innovatives Gesundheitswesen, für eine bessere und effizientere Versorgung, das sollten wir nutzen.

Bleiben Sie gesund!


Ihre Prof. Dr. Claudia Wöhler
Landesgeschäftsführerin der BARMER in Bayern

Ihre Ansprechpartnerin: 

Stefani Meyer-Maricevic
Telefon: 0800 333004-251131

E-Mail: presse.by@barmer.de


 

Webcode dieser Seite: p015161 Autor: Barmer InternetredaktionLetzte Aktualisierung: 29.04.2020
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