Gesundheitsreport Bayern 2017

München, 26. Oktober 2017 – Welche Einflussfaktoren beeinflussen die Lebensqualität und Lebenszufriedenheit von Berufstätigen? Diese Frage beleuchtet der aktuelle Gesundheitsreport der Barmer Bayern auf Basis einer repräsentativen Studie zusammen mit dem Center for Disability and Integration der Universität St. Gallen. "Kinder und Familie, Bildung und flexible Arbeitszeiten sind die Eckpfeiler zum Erhalt von Gesundheit und Zufriedenheit von Berufstätigen", stellt Dr. Claudia Wöhler, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Bayern fest.

Kinder halten gesund

Berufstätige mit Kindern sind gesünder, leben länger, nehmen weniger Arzneimittel und sind weniger krank zeigt der Gesundheitsreport Bayern. Auch Männer mit Familie sind weniger psychisch belastet und leben länger. Die Schulbildung spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle, wenn es um die Gesundheit der Beschäftigten geht. "Je höher die Bildung desto gesünder sind die Beschäftigten", stellt Wöhler fest. Der Krankenstand bei Berufstätigen ohne Schulabschluss ist am höchsten. Auch bei den Berufsfeldern gibt es klare Unterschiede bei den Erkrankungen. Seelsorger und Erzieher sind häufiger aufgrund psychischer Belastungen erkrankt als andere Arbeitnehmer. Bei den somatischen Erkrankungen ist der Krankenstand bei den handwerklichen Berufen und den Arbeitslosen am höchsten.

Wöhler fordert Unternehmen auf, gesundheitlichen Risiken von Beschäftigten rechtzeitig entgegenzuwirken: "Unser Gesundheitsreport belegt, dass es für die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wichtig ist, wenn die Balance zwischen Beruf und Privatleben, zwischen Stress und Entspannung ausgewogen ist. Dazu kann das betriebliche Gesundheitsmanagement einen erheblichen Beitrag leisten." In Bayern haben 2017 1.100 Unternehmen Maßnahmen der Barmer zum betrieblichen Gesundheitsmanagement durchgeführt. 200.000 

Beschäftigte nahmen daran teil. "Das müssen wir weiter ausbauen", kündigt Wöhler an.

 

Grafik Lebenszufriedenheit in Bayern

Grafik Lebenszufriedenheit in Bayern, Prof. Böhm Universität St. Gallen, Schweiz

Bayern empfinden ihr Leben zumeist als Ideal

"Die Lebenszufriedenheit in Bayern ist höher als im deutschen Durchschnitt", erläutert Studienleiter Professor Dr. Stephan Böhm von der Universität St. Gallen. Rund 80 Prozent der Bayern empfänden ihr Leben zumeist als gut bis ideal. In allen bayerischen Regierungsbezirken bestehe eine hohe bis moderate Lebenszufriedenheit. "Die zufriedensten Menschen leben in Ober- und Niederbayern; die unzufriedensten in Oberfranken, Unterfranken und Schwaben", stellt Böhm fest. Dabei hänge die Lebenszufriedenheit stärker vom sozioökonomischen Status ab als von Alter und Geschlecht. Zudem zeige sich, dass die Lebenszufriedenheit in Haushalten mit Kindern höher ist als in kinderlosen Familien. Die Unterstützung von Freunden und Familie sowie die Abgrenzungsfähigkeit von Beruflichem und Privatem werden als wichtige Treiber der Gesundheit und Lebenszufriedenheit identifiziert.Flexible Arbeitszeiten und Arbeitsorte, Sport, Verzicht auf Diensthandy und Dienstcomputer in der Freizeit und eine gute Beziehung zur Führungskraft gehen einher mit verringerten Arbeits- und Familienkonflikten sowie weniger emotionaler Erschöpfung", so Böhm.

Webcode dieser Seite: p008533 Autor: Barmer Erstellt am: 02.11.2017 Letzte Aktualisierung am: 06.11.2017
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