Geriatrie in Bayern: Reha vermeidet Pflegebedürftigkeit

Laut Barmer Krankenhausreport 2017 steigt die Zahl der Patienten über 70 Jahre, die bereits in der Klinik eine geriatrische frührehabilitative Komplexbehandlung (GFKB) bekommen. Medizinisch nicht nachvollziehbar sind laut Barmer die deutlichen Unterschiede bei der jeweiligen Versorgungsform im Bundesgebiet. Wie ein älterer Patient behandelt wird, hängt demnach auch davon ab, in welchem Bundesland er wohnt. Denn laut Report reicht der Anteil der Geriatrie-¬Patienten mit einer GFKB von 4,3 Prozent in Bayern bis zu 24,3 Prozent in Hamburg. "Medizinisch adäquate Behandlung älterer Menschen muss sich an der Qualität und den speziellen Bedürfnissen der Patienten orientieren – nicht der Wohnort darf entscheidend sein, sondern der individuelle Gesundheitszustand des Patienten", fordert Dr. Claudia Wöhler, Landesgeschäftsführerin der Barmer Bayern.


Rehabilitation vermeidet Pflegebedürftigkeit

In Bayern erhalten mehr Patienten eine Rehabilitation als die GFKB im  Krankenhaus. Für die Betroffenen ist das von großer Bedeutung. "Unser Report lässt darauf schließen, dass das Behandlungsergebnis auch von der Versorgungsform abhängt", erläutert Wöhler. So werden von den Patienten mit einem Oberschenkelhalsbruch 47 Prozent nach einer Komplexbehandlung und lediglich 40 Prozent nach einer Reha pflegebedürftig. "Die GFKB im Akutkrankenhaus weist im Vergleich zur Versorgung in klassischen Reha-¬Einrichtungen einen geringeren Behandlungserfolg auf. Daher sollte die Komplexbehandlung nur dann zum Einsatz kommen, solange der Patient noch einer Krankenhausbehandlung bedarf", so Wöhler.

Webcode dieser Seite: p008541 Autor: Barmer Erstellt am: 03.11.2017 Letzte Aktualisierung am: 03.11.2017
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