Immer weniger Bayern gehen zur Darmkrebsvorsorge

München, 07. Januar 2019 – Im Zeitraum von 2012 bis 2016 ist die Inanspruchnahme des sogenannten Hämoccult-Tests in Bayern um 27 Prozent zurückgegangen - bundesweit um 11,4 Prozent. Das zeigen Auswertungen der Barmer aus Abrechnungsdaten aller gesetzlich Versicherten in Deutschland. Männer nehmen diesen Test durchweg weniger in Anspruch als Frauen: Während im Jahr 2016 mehr als 94.000 der über 50-jährigen Frauen in Bayern den Test durchführten, waren es im gleichen Jahr nur rund 39.000 der über 50-jährigen Männer. "Es ist erschreckend, dass immer weniger Menschen die Darmkrebsfrüherkennung in Anspruch nehmen, insbesondere vor dem Hintergrund, dass Darmkrebs bei Männern die dritthäufigste Krebserkrankung und bei Frauen die zweithäufigste ist", sagt Dr. Claudia Wöhler, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Bayern. An Darmkrebs erkranken in Deutschland jährlich mehr als 73.000 Menschen neu.


Weniger irrtümlich positive Ergebnisse durch neues Testverfahren

Krebsvorstufen wie Darmpolypen geben häufig Blut ab, das mit bloßem Auge nicht erkennbar ist, sich mit einem entsprechenden Test im Stuhl aber nachweisen lässt. Der neue immunologische Stuhltest reagiert ausschließlich auf den menschlichen Blutfarbstoff Hämoglobin und ist so wesentlich aussagekräftiger als der Hämoccult-Test, der ganz allgemein auf Blut im Stuhl und damit zum Beispiel auch auf rotes Fleisch reagierte. „Die Entdeckungsrate für bösartige Darmtumore und deren Vorstufen ist bei dem immunologischen Stuhlbluttest deutlich höher als bei dem bisherigen Test“, erläutert Wöhler. „Wird er rechtzeitig erkannt, kann der Darmkrebs daran gehindert werden auszubrechen, zum Beispiel durch die Entfernung von Darmpolypen“, so Wöhler weiter. „Vorsorge ist daher von zentraler Bedeutung im Kampf gegen Darmkrebs.“


Ab dem 50. Lebensjahr testen

Alle Versicherten zwischen 50 und 54 Jahren können den immunologische Stuhltest jährlich beim Hausarzt oder bestimmten Fachärzten durchführen lassen. Ab 55 Jahren kann man sich entweder für die Darmspiegelung mit einer Wiederholung nach zehn Jahren oder für den Stuhltest alle zwei Jahre entscheiden. Geplant ist, ab Juli 2019 alle Versicherten ab dem 50. Lebensjahr regelmäßig alle fünf Jahre anzuschreiben und an die Darmkrebsfrüherkennung zu erinnern.

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Webcode dieser Seite: p010803 Autor: Barmer Erstellt am: 07.01.2019 Letzte Aktualisierung am: 07.01.2019
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