#ltwbw21: Weiterentwicklung der Pflegestrukturen

In Baden-Württemberg leben etwa 400.000 Pflegebedürftige. Tendenz steigend. Gleichzeitig herrscht ein Personalmangel in der Pflege. Und auch immer mehr pflegende Angehörige sind am Limit. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken und die Pflege in der Zukunft sicherzustellen, sind aus Sicht der Barmer Baden-Württemberg folgende Maßnahmen notwendig:

  1. Das Land muss die Investitionsförderung in der Pflege wieder aufnehmen. Das könnte zum einen die finanzielle Belastung der Pflegeheimbewohner reduzieren. Zum anderen könnten durch diese Maßnahme Kurzzeitpflegeplätze aufgebaut werden, die dringend benötigt werden.
  2. Diese Kurzzeitpflegeplätze werden auch im Rahmen des Entlassmanagements benötigt. Um die Prozesse und die Kommunikation zwischen denjenigen zu verbessern, die in das Entlassmanagement involviert sind, sollte das Thema in den Kommunalen Gesundheitskonferenzen diskutiert werden.
  3. Pflegende Angehörige sind der größte Pflegedienst. Wenn diese Säule wegbricht, dann kollabiert das System. Deshalb müssen wir die pflegenden Angehörigen stärken und entlasten. Zum Beispiel durch kostenlose Schulungen, den Ausbau von Ehrenamt und Nachbarschaftshilfe sowie flexible Arbeitsbedingungen im Job für pflegende Angehörige.
  4. Beschäftigte in der Pflege sind häufiger krank und sie steigen durchschnittlich früher aus ihrem Beruf aus. Dadurch steigt die Arbeitsbelastung für die verbleibenden Pflegekräfte. Diesen Teufelskreis müssen wir durchbrechen, indem wir die Arbeitsbedingungen verbessern und Pflegeberufe attraktiver machen. Die Barmer Baden-Württemberg fordert deshalb eine konzertierte Aktion Pflege auf Landesebene, gemeinsam mit Sozial-, Kultus-, Wissenschafts- und Wirtschaftsministerium.
  5. Stärkung des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) sowohl materiell als auch immateriell. Etwa durch vergünstigte Kulturangebote, einen Zuschuss zur Nutzung des ÖPNV oder die Anrechnung des FSJ im Studium.
  6. Schaffung einer quartiersnahen Pflegestruktur mit barrierefreien Wohnungen und Nutzung der Digitalisierung. Damit ältere Menschen so lang wie möglich selbstbestimmt Zuhause leben können.

Ihre Ansprechpartnerin 

Marion Busacker

Pressesprecherin Barmer Baden-Württemberg
Telefon: 0800 333004-351130
E-Mailpresse.bw@barmer.de 


Webcode dieser Seite: p016267 Autor: Barmer InternetredaktionLetzte Aktualisierung: 15.12.2020
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