Studie zur Digitalisierung der Arbeitswelt: Viele sind emotional erschöpft

Beschäftigte, die Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) in ihrer Freizeit beruflich nutzen, sind weniger zufrieden und fühlen sich emotional erschöpft. Das geht aus der repräsentativen Längsschnittstudie der Universität St. Gallen "Digital arbeiten und gesund leben" im Auftrag der Barmer hervor. Dafür wurden bundesweit über 8.000 internetnutzende Beschäftigte befragt. Laut der Studie nutzen 46 Prozent der Baden-Württemberger und damit überdurchschnittlich viele berufliche IKT auch nach Feierabend. Ein Viertel der Arbeitnehmer im Südwesten fühle sich emotional erschöpft, 17 Prozent seien digital überlastet, 31 Prozent haben Schlafstörungen. "Durch die IKT-Nutzung in der Freizeit verschwimmt die Grenze zwischen Arbeit und Privatleben. Die Unternehmen müssen klare Rahmenbedingungen festlegen, damit der positive Effekt der Digitalisierung nicht verpufft", sagt Marion Busacker, Pressesprecherin der Barmer Baden-Württemberg.

Flexible Arbeitsbedingungen können der Gesundheit dienen

Positive Effekte der Digitalisierung gibt es durchaus. So zeigt die Studie auch, dass eine Flexibilisierung von Arbeitszeit und -ort die Zufriedenheit und die Gesundheit der Arbeitnehmer stärken kann. Dank flexibler Arbeitszeiten habe sich der Präsentismus bei Arbeitnehmern verringert. So seien im Jahr 2018 bundesweit nur noch 63 Prozent der Beschäftigten krank zur Arbeit gegangen, 14 Prozentpunkte weniger als zwei Jahre zuvor. "Wir brauchen einen gesunden Umgang mit der Digitalisierung. Flexible Arbeit darf nicht dazu führen, dass ausschließlich digital kommuniziert wird. Und es muss klare teambasierte Absprachen hinsichtlich der Nutzung flexibler Arbeitsmodelle geben", so Studienleiter Prof.Dr. Stephan Böhm von der Universität St. Gallen. Doch diese Absprachen gibt es in der Praxis kaum. Um das zu ändern, unterstützt die Barmer Unternehmen dabei, sogenannte Digitalisierungs-spielregeln zu entwickeln. Busacker: "Das ist eine neue Form des betrieblichen Gesundheitsmanagements, die dazu beitragen kann, dass die Digitalisierung die Arbeit erleichtert."

Webcode dieser Seite: p010684 Autor: BarmerErstellt am: 13.12.2018 Letzte Aktualisierung am: 13.12.2018
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