Barmer GEK Arztreport 2016

Vor drei Jahren befasste sich der Barmer GEK Arztreport erstmals mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS). Damals wurden erhebliche regionale Unterschiede bezüglich der Diagnosehäufigkeit und der Ritalinverordnung sichtbar. Jetzt liegen neue Daten bis zum Jahr 2014 vor. Insgesamt wurde ADHS im Jahr 2014 häufiger dokumentiert als im Jahr 2011. Altersstandardisiert beträgt der Anstieg 11,6 Prozent, tatsächlich betrifft er aber ausschließlich Kinder ab 12 Jahren und dabei insbesondere ältere Jugendliche.

Über 800.000 gesicherte ADHS-Diagnosen

In Baden-Württemberg steigt die Betroffenenrate bei den 0- bis 19-Jährigen von 4,05 Prozent im Jahr 2011 auf 4,37 Prozent im Jahr 2014. Damit ist Baden-Württemberg das Bundesland mit der vierthöchsten Betroffenenrate, Spitzenreiter ist Rheinland-Pfalz (5,05 Prozent). Bundesweit haben in derselben Altersgruppe rund 620.000 eine ADHS-Diagnose erhalten. Bereinigt man die Statistik um demografische Effekte, so wurde im Rahmen der ambulanten Versorgung bei 808.000 Menschen eine gesicherte ADHS-Diagnose gestellt, das sind rund 4,3 Prozent der Bevölkerung.

Viele Betroffene im Kreis Emmendingen

In Baden-Württemberg ist die Betroffenenquote im Landkreis Emmendingen am höchsten. Bei über 7 Prozent der Bevölkerung wurde die Diagnose ADHS gestellt (2011: 5,4 Prozent), etwa 2,5 Prozent erhalten Methylphenidat ("Ritalin"). Im Südwesten ist die Verordnungsquote in Mannheim mit 3,5 Prozent am höchsten (2011: 4,32 Prozent), etwa 6,4 Prozent der Einwohner erhielten dort die Diagnose ADHS. Damit liegt die Quadratestadt im Bundesvergleich auf Rang 14 (2011: 8). Insgesamt wird Ritalin am häufigsten in Würzburg verschrieben. Deutschlandweit erhielten schätzungsweise 330.000 Menschen eine Methylphenidat-Verordnung.

Webcode dieser Seite: p000790 Autor: Barmer Erstellt am: 18.07.2016 Letzte Aktualisierung am: 15.12.2016
Nach oben