3. Länderforum Gesundheit: Digitalisierung für die Gesundheitsversorgung der Zukunft

Günzburg, 7. Mai 2019 – Die Barmer plädiert für einen zügigen Ausbau der Digitalisierung im Gesundheitswesen. Dabei sei insbesondere die Telemedizin ein Schlüssel für eine bessere und effizientere Versorgung. "Der digitale Wandel im Gesundheitswesen bietet enorme Chancen, die bisher erst im Ansatz gehoben wurden. Die Barmer gestaltet diesen Wandel aktiv mit. Als erste bundesweite Krankenkasse haben wir zum Beispiel das telemedizinische Konsil ‚PädExpert‘ zusammen mit Kinder- und Jugendärzten angeboten. Gerade auf dem Lande kann die Telemedizin die Versorgung entscheidend verbessern", sagte Dr.Mani Rafii, Vorstand der Barmer, auf dem 3. Länderforum Gesundheit der Barmer Landesvertretungen Bayern und Baden-Württemberg in Günzburg. Die mit der Digitalisierung einhergehenden telemedizinischen Angebote sollten zwar nicht die klassische ärztliche Versorgung ersetzen, jedoch ergänzen. Beispielhaft dafür stünden auch der Barmer Teledoktor, die Online-Psychotherapie "MindDoc" oder eine Hebammenberatung per Chat als weitere wichtige digitale Bausteine.

Mediziner und Therapeuten vernetzen

Für eine optimale Versorgung vor Ort müssen sich aus Sicht der Barmer auch die Leistungserbringer vernetzen. Regionale Versorgungsverbünde verbesserten hierbei die Zusammenarbeit zwischen Haus- und Fachärzten, Krankenhäusern, Therapeuten und Pflegeheimen. "Digitalisierte Prozesse und eine sektorenübergreifende Datenautobahn stellen das Fundament für die Medizin von morgen dar", forderte Prof.Dr. Claudia Wöhler, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Bayern. "Durch eine sektorenübergreifende Versorgung kann auch in Zukunft in Flächenstaaten wie Bayern und Baden-Württemberg eine hochwertige Gesundheitsversorgung, die den Maßstäben von Qualität und Wirtschaftlichkeit entspricht, sichergestellt werden", sagte sie. Voraussetzung für den Erfolg der erforderlichen Strukturveränderungen im Gesundheitswesen sei deren Praxistauglichkeit in den Regionen vor Ort. "Sektorenübergreifende Versorgung in Modellen zu erproben ist sinnvoll, um die Akzeptanz bei Leistungserbringern und Patienten zu fördern und eine Medizin ohne technische und administrative Barrieren zu gewährleisten", so Wöhler.

Baden-Württemberg ist bei der Fernbehandlung Vorreiter

Die von Wöhler geforderten Modellprojekte sind in der Fernbehandlung bereits Realität, Baden-Württemberg ist hier Vorreiter. Dort hat die Landesärztekammer vor zwei Jahren mit einer Änderung in der Berufsordnung der Ärzte den Weg für telemedizinische Modellprojekte freigemacht. Letztes Jahr startete die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg "docdirekt". Dort können sich gesetzlich Krankenversicherte per App, online und telefonisch medizinisch beraten und behandeln lassen. Im Schnitt kontaktieren monatlich 300 Patienten die 40 teilnehmenden Tele-Ärzte. "Das Projekt ‚docdirekt‘ zeigt, dass die Fernbehandlung sowohl unter technischen als auch unter medizinischen Gesichtspunkten möglich ist. Und es zeigt auch, dass viele Ängste und Vorbehalte gegenüber der Telemedizin unbegründet sind", sagte der baden-württembergische Landesgeschäftsführer der Barmer, Winfried Plötze. An der Telemedizin führe kein Weg vorbei. Hier solle man Konzernen wie Google oder Amazon nicht das Feld überlassen. Die Digitalisierung könne laut Plötze darüber hinaus das Entlassmanagement, also die Überführung eines Patienten aus dem Krankenhaus oder der Rehaeinrichtung in die weitere medizinische Versorgung, verbessern. "Das Entlassmanagement ist gesetzlich vorgeschrieben, aber es funktioniert in der Praxis nicht. Das beginnt schon damit, dass die Klinken häufig keinen exakten Überblick über freie Plätze in den Pflegeeinrichtungen haben. Ohne die Digitalisierung ist das Entlassmanagement zum Scheitern verurteilt, zum Leidwesen der Patientinnen und Patienten", sagte Plötze.

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Webcode dieser Seite: p011445 Autor: BarmerLetzte Aktualisierung am: 07.05.2019
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