Hotline Suchtfragen im Betrieb

Hotline 0800 0777 088 "Erste Hilfe" für kleine Unternehmen bei Suchtfragen

Stuttgart (15.11.2016) Große Unternehmen leisten sich Suchtpräventionsprogramme, das ist für kleine Betriebe kaum zu leisten, in denen bundesweit aber rund neun Millionen Menschen arbeiten. Damit auch Klein- und Kleinstbetriebe Hilfe erhalten, startet die Landesstelle für Suchtfragen gemeinsam mit der Barmer GEK Baden-Württemberg heute eine Hotline.

Mit der Aufforderung "Schau hin" wird die Hotline 0800 0777 088 für Suchtfragen auf Karten bekannt gemacht. Der Aufruf soll ins ganze Land gehen und einen effektiven Beitrag leisten für eine größere Sensibilität und Offenheit für Suchtprävention am Arbeitsplatz. Kleine Betriebe können sich keine eigenen Präventionsprogramme leisten. Deshalb soll es den Unternehmen leicht gemacht werden, direkt fachliche Hilfe per Telefon zu bekommen.

Bei jedem 5. Arbeitsunfall ist Alkohol im Spiel

Probleme mit Alkohol, Medikamenten oder illegalen Drogen wie beispielsweise Cannabis bleiben nicht vor den Eingangstüren von Unternehmen stehen. Schwankende Arbeitsleistungen und erhöhte Fehlzeiten bis hin zu gesteigerten Unfallquoten zählen neben Produktionsausfällen zu den Risiken und Schäden, die nicht zuletzt durch riskanten Alkoholkonsum am Arbeitsplatz ausgelöst werden. Bei jedem 5. Arbeits- und Wegeunfall spielt Alkohol eine Rolle.

40 Fehltage mehr bei Alkoholproblemen

Große Unternehmen leisten sich Suchtpräventionsprogramme. Das ist für kleine Unternehmen kaum zu leisten. Rund neun Millionen Menschen arbeiten in Klein- und Kleinstunternehmen. Diese Menschen werden über das Setting Betrieb deshalb kaum erreicht. "Wir wissen, dass Suchtprävention wirkt. Aber in kleinen Unternehmen gibt es wirtschaftlich und menschlich große Hürden", weiß Hans Joachim Abstein, Vorsitzender der Landesstelle. Auch die Barmer GEK Baden-Württemberg hat den Handlungsbedarf erkannt. Landesgeschäftsführer Winfried Plötze bezeichnet die Fehlzeiten aufgrund von Alkoholproblemen als sehr besorgniserregend: "Aus unseren Daten geht hervor, dass Erwerbspersonen mit Alkoholproblemen pro Jahr durchschnittlich 40 Tage länger krankgeschrieben sind als Mitarbeiter, bei denen kein Alkoholproblem besteht. Besonders kleine Betriebe können das im Ernstfall nicht kompensieren", betont Plötze. So sind die Fehlzeiten aufgrund von psychischen Störungen laut der Barmer GEK mehr als dreimal so lang, Kopfverletzungen wie Gehirnerschütterungen tragen Menschen mit Alkoholproblemen neunmal häufiger davon. Plötze: "Etwa fünf Prozent der Mitarbeiter betreiben einen riskanten Alkoholkonsum, bei jeder sechsten Kündigung geht es um Alkohol." Abstein wie Plötze erhoffen sich von der Hotline Suchtfragen, dass die Hürde zu einer Fachberatung deutlich gesenkt wird und dadurch frühzeitiger Hilfe greifen kann.

Das sogenannte Präventionsgesetz (2015) strebt zu Recht besonders den Ausbau von betrieblichen Maßnahmen an und gibt den Krankenkassen den rechtlichen Rahmen, sich hier verstärkt zu engagieren. Die Landesstelle für Suchtfragen bietet mit den flächendeckenden Beratungsstellen dazu die geeignete Struktur zur Umsetzung.

Information rund um das Thema Sucht finden Sie hier:

Internetseite der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen - DHS und Barmer GEK www.sucht-am-arbeitsplatz.de 

Internetseite der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen - DHS und Barmer GEK www.medikamente-und-sucht.de


Kontakt für die Presse:

Marion Busacker
Tel. 0800 333004 351130
E-Mail: marion.busacker@barmer.de

Webcode dieser Seite: p006815 Autor: Barmer Erstellt am: 15.11.2016 Letzte Aktualisierung am: 20.12.2016
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