Diagramm Hörschäden

Immer mehr junge Menschen tragen Hörgeräte

Stuttgart (15.11.2016) Die Träger von Hörgeräten werden immer jünger. 2015 erhielten bundesweit 1.065 Barmer GEK Versicherte im Alter von 15 bis 35 Jahren eine Hörhilfe - fast ein Drittel mehr als im Jahr 2010.

"Ob junge Menschen tatsächlich schlechter hören als früher, lässt sich durch den Anstieg der Hörgeräte-Verordnungen allerdings nicht belegen. Wir vermuten aber, dass junge Menschen leichtsinniger mit ihrem Gehör umgehen. Dauerhaft laute Musik kann die feinen Haarzellen im Innenohr irreparabel beschädigen", sagt Winfried Plötze, Landesgeschäftsführer der Barmer GEK Baden-Württemberg.

Teenager haben öfter Hörschäden als 30-Jährige

Naheliegend wäre ein Anstieg der Verordnungen für Hörgeräte mit zunehmendem Alter. Aus den Daten der BARMER GEK geht jedoch hervor, dass gerade bei den 15- bis 20-Jährigen die Zahl der Hörhilfen besonders stark angestiegen ist. Die Teenager haben inzwischen die 21- bis 30-Jährigen klar überholt. "Die Ursache für die erhöhte Inanspruchnahme von Hörgeräten bei jungen Menschen kann auch darin liegen, dass die modernen Hörhilfen immer kleiner und unauffälliger geworden sind. Außerdem können junge Menschen die hochentwickelten Geräte oft besser bedienen als ältere", sagt Plötze.

Lernprobleme durch Schwerhörigkeit

Hörminderungen sind in der Regel ein schleichender Prozess, in dem Schäden erst nach Jahren erkannt werden. „Bei Schülern, Auszubildenden und Studenten können sich Hörschäden negativ auf Lernleistungen und soziale Beziehungen auswirken. Denn wer schlecht hört, hat Probleme, dem Unterricht und Gesprächen mit Freunden zu folgen“, so Winfried Plötze weiter. Um derartigen Risiken vorzubeugen, sollten sich jeder vor einem Geräuschpegel von über 85 Dezibel schützen. Discomusik liegt bei rund 115 Dezibel.

Fast 400.000 Baden-Württemberger hören schlecht

Nach Hochrechnungen der Barmer GEK leiden rund 396.000 Menschen in Baden-Württemberg an Gehörschäden. Das entspricht rund 3,64 Prozent der Bevölkerung. Im Bundesdurchschnitt sind es 3,91 Prozent. Nicht alle von ihnen benötigen ein Hörgerät, da hierunter auch Hörschäden fallen, die temporär sein können, wie zum Beispiel beim Hörsturz.


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Webcode dieser Seite: p006734 Autor: Barmer Erstellt am: 15.11.2016 Letzte Aktualisierung am: 20.12.2016
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