Zahnärztin und Patient während einer Behandlung

BARMER GEK Zahnreport 2016

Stuttgart, 20. Dezember 2016

Wohnort entscheidet über Zahnversorgung

Der BARMER GEK Zahnreport zeigt deutliche regionale Unterschiede bei der zahnärztlichen Versorgung auf. Beim Zahnersatz gibt es ein Ost-West-Gefälle. Ist etwa eine Zahnkrone notwendig, dann entscheiden sich nur etwas mehr als elf Prozent der Baden-Württemberger für die Regelversorgung, obwohl dann automatisch der Eigenanteil an den Gesamtkosten steigt. In Mecklenburg-Vorpommern dagegen setzen fast 34 Prozent auf die Regelversorgung. „Die Frage ist, ob die Patienten für mehr Geld auch eine bessere Leistung bekommen“, so BARMER GEK Landesgeschäftsführer Winfried Plötze. Denn laut Deutscher Gesellschaft für prothetische Zahnmedizin und Biomaterialien ist die Regelversorgung eine solide und haltbare Versorgung mit der besten Evidenz. Plötze: „Das ist vielen Patienten vielleicht nicht bewusst, hier müssen die Zahnärzte entsprechend beraten.“ Mit Sicherheit würden sich Patienten auch aus ästhetischen Gründen gegen die Regelversorgung entscheiden. „Das ist ihr gutes Recht, aber sie sollten diese Entscheidung nicht aus Unwissenheit treffen“, sagt Plötze.

Über 1.000 Euro Eigenanteil bei Zahnersatz in Baden-Württemberg

Ist Zahnersatz notwendig, dann trägt die Krankenkasse im Schnitt 43 Prozent der Kosten, der Versicherte 57 Prozent. In Baden-Württemberg dagegen liegt der Eigenanteil bei über 65 Prozent, die Patienten zahlen durchschnittlich 1.097 Euro aus der eigenen Tasche. Bundesweit schwankt der Eigenanteil zwischen 46 Prozent in Sachsen-Anhalt und 66 Prozent in Bayern. Laut BARMER GEK Zahnreport besteht ein Zusammenhang zwischen der individuellen Zuzahlung beim Zahnersatz und Geschlecht, Einkommen, Bildung und Beruf der Patienten. So sind die regionalen Unterschiede ausgeprägter, je mehr Menschen über ein höheres Einkommen und eine hohe berufliche Stellung verfügen.

Zahngesundheit in Baden-Württemberg ist so gut wie nie

In Baden-Württemberg wurden 71 Prozent der BARMER GEK Versicherten innerhalb eines Jahres zahnärztlich untersucht, aber nur 44 Prozent erhielten anschließend eine therapeutische Leistung. „Hier zeigt sich, dass Vorsorge wirkt“, sagt die Vorstandsvorsitzende der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, Dr. Ute Maier. „Zahnprophylaxe bei Kleinkindern, regelmäßige Gruppenprophylaxe in den Kindergärten und Schulen sowie regelmäßige Besuche beim Zahnarzt lohnen sich. Die Zahngesundheit in Baden-Württemberg ist so gut wie nie: Gut 81 Prozent der 12-Jährigen sind heute vollkommen kariesfrei.“

Kontakt für die Presse:

Marion Busacker
Telefon: 0800 333004 351130
E-Mail: marion.busacker@barmer.de 

Webcode dieser Seite: p007013 Autor: Barmer Erstellt am: 21.12.2016 Letzte Aktualisierung am: 21.12.2016
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