Arzneimittelausgaben steigen in Baden-Württemberg um 4,6 Prozent

Stuttgart (26.02.2016) Die Arzneimittelausgaben der Barmer GEK Baden-Württemberg sind im Jahresvergleich um 4,6 Prozent gestiegen. 2014 gab die Krankenkasse rund 356,6 Millionen Euro für Medikamente ihrer Versicherten aus, 2013 waren es 341 Millionen Euro. Die Pro-Kopf-Ausgaben beliefen sich auf etwa 435 Euro. Die Arzneimittelausgaben bleiben damit ein wesentlicher Kostenfaktor.

Mit über 10 Millionen Euro schlugen die Kosten für das Arzneimittel Humira® bei der Barmer GEK Baden-Württemberg am kräftigsten zu Buche. Humira® wird vor allem zur Behandlung von rheumatoider Arthritis verordnet. Den größten prozentualen Zuwachs verzeichnete die Krankenkasse für den Blutverdünner Xarelto®. Hier stiegen die Ausgaben im Jahresvergleich um 52 Prozent auf 6,6 Millionen Euro. Dass Hepatitis-C-Medikament Sovaldi® stürmte gleich im Jahr seiner Zulassung in das Ausgabenranking. 4,3 Millionen Euro gab die Barmer GEK Baden-Württemberg im letzten Jahr für die sogenannte 1000-Dollar-Pille aus.

Neuregelung des AMNOG gefordert

Angesichts der dynamischen Ausgabenentwicklung fordert Barmer GEK Landesgeschäftsführer Winfried Plötze eine Neuregelung des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG). "Versorgungsrelevante Arzneimittel sollten schon bei ihrem Markteintritt bewertet werden. Dabei muss auch klar werden, auf welcher Grundlage der Hersteller den Preis seines Arzneimittels festgesetzt hat. Nach spätestens fünf Jahren folgt dann eine zweite Kosten-Nutzen-Analyse. Auf diese Weise würden wir sicherstellen, dass sowohl die medizinische als auch die gesundheitsökonomische Bedeutung neuer Arzneimittel deren Preis fair mitbestimmen."

Teure Importe

Preistreiber sind auch importierte Arzneimittel. Einige Hersteller nehmen ein Medikament nach einem Jahr wieder vom deutschen Markt, weil kein Zusatznutzen erkannt wurde und der ausgehandelte Preis angeblich nicht auskömmlich ist. Innerhalb dieses Jahres wurden aber Patienten auf das Medikament eingestellt, weshalb die Kassen das Arzneimittel als Import weiter bezahlen. Nicht selten liegt der Preis des importierten Arzneimittels deutlich über dem in Deutschland aufgerufenen Preis im Jahr der Markteinführung.

Kassenübergreifend sind die Arzneimittelausgaben im Jahr 2014 von 30,39 auf 33,34 Milliarden Euro gestiegen. Das entspricht einem Plus von neun Prozent und ist der spürbarste Anstieg in allen Leistungsbereichen der GKV

Webcode dieser Seite: p001143 Autor: Barmer Erstellt am: 26.02.2016 Letzte Aktualisierung am: 15.12.2016
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