Präsentismus: Die Mehrheit der Deutschen geht krank zur Arbeit

Die Grafik zeigt, wie viel Prozent der Beschäftigten krank zur Arbeit gehen.

Stuttgart, 2. Januar 2019 – Die Mehrheit der Beschäftigten in Deutschland geht krank zur Arbeit. Das geht aus einer Studie der Uni St. Gallen im Auftrag der Barmer hervor. Demnach gingen innerhalb eines Jahres rund 67 Prozent der Beschäftigten mindestens einmal krank in die Firma, davon gaben 65 Prozent an, dies aus Pflichtgefühl getan zu haben. Die Hälfte der Befragten war der Meinung damit die Kollegen zu entlasten, 28 Prozent hielten sich schlicht für unentbehrlich - außer ihnen könne kein anderer die eigene Arbeit machen. "Wer sich krank auf die Arbeit schleppt, tut weder sich noch dem Unternehmen einen Gefallen. Im Gegenteil. Das ist sowohl aus medizinischer als auch aus volkswirtschaftlicher Sicht ein riskantes Verhalten", sagt Winfried Plötze, Landesgeschäftsführer der Barmer in Baden-Württemberg. Wer zu früh an seinen Arbeitsplatz zurückkehrt oder die Krankheit verschleppt, kann dauerhafte Schäden davontragen, die Krankheit kann auch chronisch werden. Die Arbeitnehmer fallen dann umso länger aus. Plötze: "Außerdem darf man die Ansteckungsgefahr nicht unterschätzen, die im Unternehmen schnell zum Dominoeffekt führen kann. Man denke nur an die vielen Grippefälle Anfang letzten Jahres." Versicherte der Barmer können sich ab diesem Jahr auch vom Betriebsarzt impfen lassen. Möglich wird dies durch einen Vertrag der Krankenkasse mit der Deutschen Gesellschaft für Arbeits- und Umweltmedizin e.V. (DGAUM). Voraussetzung ist, dass sich der Arbeitsmediziner in diesen Vertrag bei der DGAUM eingeschrieben hat.

Präsentismus verursacht hohe Kosten

Laut der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin sind die Präsentismuskosten mindestens so hoch wie die Kosten aufgrund von krankheitsbedingten Fehlzeiten. Zudem wurde einen Zusammenhang zwischen Präsentismus und der Gesundheitskompetenz von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern belegt: Je verantwortungsbewusster die Arbeitnehmer mit ihrer Gesundheit umgehen, desto weniger ist Präsentismus ein Problem. Plötze: "Der Präsentismus kann die Unternehmen teuer zu stehen kommen. In die Gesundheit der Belegschaft zu investieren, kann sich dagegen rechnen."

 

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Webcode dieser Seite: p010798 Autor: BarmerErstellt am: 07.01.2019 Letzte Aktualisierung am: 07.01.2019
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