Prävention

Prävention und Gesundheitsförderung auf mehreren Schultern verteilen

Prävention und Gesundheitsförderung haben durch das Präventionsgesetz eine starke Aufwertung erhalten. Sie müssen künftig jedoch stärker als gesamtgesellschaftliche ressortübergreifende Querschnittsaufgabe verstanden werden.

Der Anteil von gesetzlicher Krankenversicherung und Pflegeversicherung an der Finanzierung der Gesamtausgaben für Prävention und Gesundheitsförderung wurde mit dem Präventionsgesetz stark ausgeweitet. Der mit dem Gesetz eingeleitete Paradigmenwechsel von der Verhaltens- auf die Verhältnisprävention ermöglicht, dass vulnerable Zielgruppen besser erreicht werden können.

Die Finanzierung von Leistungen für Prävention und Gesundheitsförderung sollte in Zukunft nicht nur von den Kranken- und Pflegekassen getragen werden, vielmehr müssen alle Beteiligten finanzielle Verantwortung übernehmen. Dazu zählen die Sozialversicherungsträger (gesetzliche Kranken-, Pflege-, Renten-, Arbeitslosen und Unfallversicherung), die private Krankenversicherung, der Bund, die Länder und die Kommunen.

Prävention und Gesundheitsförderung leben von der Kreativität und dem Engagement der Beteiligten. Restriktive Regelungen wie beispielsweise die Vorgabe von festen Finanzierungsanteilen in bestimmten Bereichen helfen dabei nicht weiter. Die Krankenkassen benötigen Gestaltungsräume, um im Qualitätswettbewerb geeignete Angebote entwickeln zu können.

Unternehmen müssen die Betriebliche Gesundheitsförderung als wesentlichen Teil ihrer eigenen Organisationsentwicklung begreifen: Gesunde, motivierte und qualifizierte Beschäftigte sind für Unternehmen ein Schlüsselfaktor im Wettbewerb.

Arbeitgeber sollten bei der Umsetzung von Maßnahmen in die finanzielle und gestalterische Verantwortung genommen werden. Als Anreiz zur Umsetzung von gesundheitsfördernden Maßnahmen für ihre Beschäftigten wäre eine stärkere steuerliche Förderung sinnvoll.


Webcode dieser Seite: d000500 Autor: BarmerLetzte Aktualisierung am: 26.09.2019
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