Wohnumfeld

Hier finden Sie verschiedene Praxistipps zum Thema Wohnumfeld.

Ich pflege auch mich - eine Frau küsst einen alten Mann auf die Wange

Die Barmer Pflegekasse unterstützt pflegende Angehörige und andere Pflegepersonen umfassend bei der Pflege. Bei den nachstehenden Praxistipps handelt es sich nicht immer um Maßnahmen, die von der Barmer Pflegekasse bezuschusst werden können.

Automatische Herdabschaltungen helfen gefährliche Situationen und Herdbrände zu verhindern. Die Herdüberwachungen messen die Temperatur über den Kochplatten und schalten den Herd bei zu hoher Temperatur oder einer individuell eingestellten Zeit ab.

Automatische Herdabschaltungen eignen sich beispielsweise für Personen mit Demenz. Sie vergessen möglicherweise den Herd nach dem Kochen auszuschalten oder einen Topf auf den Herd zu stellen. Es kommt aber auch vor, dass die Beschriftungen an den Schaltern nicht mehr gelesen werden können und der Herd dadurch falsch bedient wird. Manchmal wird den betroffenen Personen einfach die Herdsicherung herausgedreht. Dies führt aber zu einer deutlich verringerten Lebensqualität.

Mit der Herdüberwachung können die Betroffenen oft noch lange in ihrer eigenen Wohnung bleiben und ihren gewohnten Herd sicher weiter nutzen. Da die Bedienung des Herdes nicht geändert werden muss, ist die Herdüberwachung auch bei fortgeschrittener Demenz ein häufig eingesetztes Hilfsmittel.

Je nach individueller Lebenssituation besteht die Möglichkeit Herdüberwachungen zu kaufen oder zu mieten. Um die für Sie richtige Lösung zu finden, lassen Sie sich am besten in einem Fachgeschäft beraten.

Hilfe im Haushalt ist immer willkommen. Staubsauger-Roboter bieten die Möglichkeit die Grundreinigung der Wohnung teilweise zu übernehmen.

Wenn Staubsauger-Roboter richtig eingesetzt werden, können diese vor allem für ältere und gebrechliche Menschen sehr hilfreich sein. Die kleinen Helfer eignen sich am besten für Wohnungen, die sich auf einer Ebene befinden. Es wird allgemein davon ausgegangen, dass Staubsauger-Roboter in erster Linie für Wohnungen zwischen 40 und 80 geeignet sind.

Staubsauger-Roboter sind zur Unterstützung gedacht und sorgen für eine dauerhafte Grundreinigung der Wohnung. Der wesentliche Vorteil besteht in der eigenständigen und automatischen Arbeitsweise.

Wie bei allen Produkten gibt es auch bei den Roboterstaubsaugern die guten und die schlechten. Lassen Sie sich deshalb vor dem Kauf unbedingt im Fachgeschäft beraten.

Ein Dusch-WC ist eine Kombination aus normaler Toilette und Bidet. Es ermöglicht vor allem älteren und gebrechlichen Personen mehr Selbständigkeit und Hygiene beim Toilettengang.

Dusch-WCs zeichnen sich dadurch aus, dass die Anal- und Intimhygiene mit Wasser durchgeführt wird. Es wird unterschieden zwischen kompletten Dusch-WCs und Dusch-WC-Aufsätzen, die auf herkömmlichen WC-Schüsseln montiert werden. Um die für Sie richtige Lösung zu finden, lassen Sie sich am besten in einem Sanitärfachgeschäft beraten.

Die Anforderungen an Bodenbeläge sind immer von der individuellen Situation abhängig. So stehen für ältere Menschen die Anti-Rutsch-Eigenschaften im Vordergrund. Für körperlich geschwächte Rollstuhlfahrer ist dagegen ein geringer Rollwiderstand wichtig.

Durch Bodenbeläge lassen sich Unfälle im häuslichen Bereich reduzieren. Dabei sollte jeder Bodenbelag möglichst strapazierfähig, hygienisch und leicht zu reinigen sein. Lösungsbeispiele können sein:

  • Fließen mit hoher Rutschhemmungsklasse

  • Rutschfeste Natursteinfließen

  • Selbstklebender Antirutschbelag für das Bad

  • Selbstklebender Antirutschbelag für die Treppe

Türanschläge sollten zum Beispiel im Bad so angebracht sein, dass die Tür nach außen geöffnet werden kann. Im Notfall kann die Tür dann auch geöffnet werden, wenn jemand durch einen Sturz oder Kreislaufzusammenbruch hinter der Tür liegt. Kann der Türanschlag nicht nach außen versetzt werden, sind als Alternative auch Schiebetüren denkbar.
Vielfach kann es Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz helfen, wenn Schränke oder Türen mit Zetteln beklebt werden, auf denen der Inhalt in einfacher Form dargestellt ist. Dies kann ein Foto der Lieblingsschuhe auf dem Schuhschrank oder einer Badewanne auf der Badezimmertür sein. Als besonders wirkungsvoll haben sich Bilder oder die Darstellung von Gegenständen erwiesen, die einen hohen emotionalen Wiedererkennungswert haben.

Mobile Haltegriffe sind wichtige Produkte, um bei eingeschränkter Mobilität die Selbstständigkeit weitestmöglich zu gewährleisten.

Sie können vielfach die Lebensqualität erhöhen und tragen viel zur eigenen Selbstbestimmung bei. Insbesondere das Badezimmer kann im Alter leicht zur Sturzfalle werden. Kleine Hilfen tragen dazu bei, dass in Dusche und WC alles bestmöglich gesichert ist. Es gibt Griffe, die ohne eine feste Montage mit Schrauben und Dübeln halten. Eingriffe in die Bausubstanz sind nicht erforderlich. Sie werden mit extrem starken Vakuum-Saugtellern befestigt. Ein Blick auf die integrierte Sicherheitsanzeige signalisiert dem Nutzer, wann die Haltekraft nicht mehr gewährleistet und eine Erhöhung des Vakuums nötig ist. Durch die Mobilität des Hilfsmittels kann es auch auf Reisen mitgenommen werden.

Tipp: Achten Sie beim Erwerb darauf, dass diese Produkte eine TÜV-Zertifizierung besitzen.

Mobile Haltegriffe können im Sanitätshandel erworben werden.

 

Textnachweis

  • Autor: Barmer
  • Qualitätssicherung: Ingrid Drolshagen, Barmer

Literatur

  • Elke Duscher: Praxistipps zur Wohnraumgestaltung. Düsseldorf, 2011.
Webcode dieser Seite: s050090 Autor: Barmer Erstellt am: 02.11.2016 Letzte Aktualisierung am: 08.12.2016
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