Familienpflegezeit

Im Rahmen der Familienpflegezeit haben Beschäftigte die Möglichkeit, sich für bis zu 24 Monate teilweise von ihrer Tätigkeit freistellen zu lassen.

Familienpflegezeit

Im Rahmen der Familienpflegezeit (§§ 2 und 3 FPfZG) können Sie die wöchentliche Arbeitszeit auf bis zu 15 Stunden reduzieren. Voraussetzung hierfür ist, dass der oder die Angehörige mindestens Pflegegrad 1 hat und zu Hause versorgt wird. Im Falle von pflegebedürftigen Kindern und Jugendlichen kann die Familienpflegezeit ebenfalls in Anspruch genommen werden, wenn diese außerhäuslich (z.B. in einer Spezialklinik) betreut werden oder die Versorgung abwechselnd zu Hause und in einer Einrichtung stattfindet. Die bestehende Pflegebedürftigkeit muss in jedem Fall durch eine Bescheinigung der Pflegekasse oder des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) nachgewiesen werden.

Rechtsanspruch

Ein Rechtsanspruch auf Familienpflegezeit besteht nicht für Beschäftigte in Unternehmen mit 25 oder weniger Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (zur Berufsbildung Beschäftigte nicht mitgerechnet). In kleineren Unternehmen besteht dennoch die Möglichkeit, den Beschäftigten die Nutzung der Familienpflegezeit auf freiwilliger Basis zu ermöglichen.

Wer die Familienpflegezeit in Anspruch nehmen möchte, muss dies seinem Arbeitgeber gegenüber mindestens 8 Wochen vorher schriftlich ankündigen. Sofern die Familienpflegezeit im Anschluss an die Pflegezeit genommen werden soll, muss dies drei Monate vorher angekündigt werden. Der Zeitraum der Freistellung ist jedoch bei der Kombination der verschiedenen Möglichkeiten der Freistellung auf insgesamt 24 Monate begrenzt.

Individuelle Vereinbarung

Es kann mit dem Arbeitgeber auf freiwilliger Basis eine sogenannte Entgeltaufstockung unter Verwendung eines Wertguthabens vereinbart werden. Beispielsweise könnte eine Arbeitnehmerin ihre Arbeitszeit so während der Familienpflegezeit von 100 auf 50% reduzieren, trotzdem aber 75% des letzten Bruttogehaltes bekommen. Als Ausgleich dafür müsste sie nach Beendigung der Familienpflegezeit wieder zu 100% arbeiten und bekäme dafür so lange nur 75% des Gehalts, bis der Vorschuss nachgearbeitet ist.

Unterstützung durch ein zinsloses Darlehen

Beschäftigte, die die Familienpflegezeit in Anspruch nehmen, haben Anspruch auf ein zinsloses Darlehen beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA), um den entstehenden Lohnausfall abzufedern. Die Höhe dieses Darlehens richtet sich nach der Höhe des Lohnausfalls. Der entsprechende Betrag wird monatlich ausgezahlt.

Weiterführende Informationen bietet die Broschüre „Bessere Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Broschüre: Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf

Textnachweis

  • Nina Henkels, Barmer Pflegekasse
  • Qualitätssicherung: Ingrid Drolshagen, Barmer Pflegekasse

Literatur

  • Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hrsg.): Bessere Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf. Neue gesetzliche Regelungen seit dem 1.1.2015. Berlin, 2014.
  • FPfZG – Gesetz über die Familienpflegezeit

weiterführende Informationen

Webcode dieser Seite: s050059 Autor: Nina Henkels Erstellt am: 27.05.2015 Letzte Aktualisierung am: 28.12.2016
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