Checkliste Pflegedienste

Unsere Checkliste hilft bei der Wahl eines geeigneten Pflegedienstes.

Checkliste

Auch bei bereits länger bestehender Betreuung durch einen Pflegedienst empfiehlt sich die Überprüfung, inwiefern der Pflegedienst den üblichen Qualitätsmerkmalen entspricht.

Für die gezielte Suche nach einem Pflegedienst in Ihrer Nähe steht Ihnen der Barmer Pflegelotse zur Verfügung. Neben Kontaktdaten liefert dieser Ihnen auch Informationen zum Leistungsangebot, zu den Preisen sowie zu Qualitätsaspekten der Pflegedienste.

Der Pflegedienst sollte ein unverbindliches Vorgespräch anbieten. Hier können Sie sich ausführlich über das Angebot informieren und den Qualitätsanspruch des Pflegedienstes einschätzen.

Bei einem ersten Treffen mit dem Pflegedienst sollten der oder die Pflegebedürftige, Angehörige bzw. sonstige Pflegepersonen anwesend sein, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen. Denn hier wird die Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit geschaffen.

Tipp: Wird beim ersten Gespräch bereits eine detaillierte Pflegeplanung erstellt, kann der Pflegedienst diese Leistung direkt mit Ihrer Barmer Pflegekasse abrechnen (Ausnahme: Baden-Württemberg).

Nicht jeder Pflegedienst ist auf alle Patientengruppen spezialisiert. Deshalb: Erkundigen Sie sich nach Erfahrungen und Qualifikation des Pflegedienstes bzgl. Ihrer persönlichen Anforderungen.

  • Benötigen Sie neben der pflegerischen Grundbetreuung und hauswirtschaftlichen Versorgung auch medizinische Behandlungspflege (zum Beispiel Spritzen oder Wundversorgung) fragen Sie, ob der Pflegedienst hierfür zugelassen ist. Falls nicht, benötigen Sie einen zweiten Pflegedienst.
  • Sofern Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung sichergestellt sind, können Sie ebenfalls eine häusliche Betreuung durch den Pflegedienst in Anspruch nehmen. Diese kann zum Beispiel der Entwicklung und Aufrechterhaltung von Tagesstruktur oder sozialen Kontakten dienen oder bedürfnisgerechte Beschäftigungen bieten.
  • Informieren Sie sich über Service- und Zusatzleistungen (zum Beispiel "Essen auf Rädern", Fußpflege, Frisör) des Pflegedienstes, die nicht von der Pflegekasse bezahlt werden. Hier gibt es oft erhebliche Preisunterschiede!
  • Die Pflegesituation kann durch technische Hilfsmittel (zum Beispiel ein höhenverstellbares Bett), Pflegehilfsmittel oder Möglichkeiten der Wohnraumanpassung (zum Beispiel Umbaumaßnahmen im Badezimmer) verbessert werden. Der Pflegedienst sollte über geeignete Maßnahmen informieren können und diese eventuell auch organisieren und bei der Antragsstellung behilflich sein.
  • Fragen Sie nach dem 24-Stunden-Dienst des Pflegedienstes. Falls es bei Ihnen zu einer unvorhergesehenen Situation kommt, sollte er auch nachts und an Sonn- und Feiertagen mit qualifiziertem Personal einsatzbereit sein.
  • Erkundigen Sie sich, wie der Pflegedienst seine Bereitschaftsdienste organisiert hat, und wie schnell Hilfe im Notfall erfolgen kann. Bei Bedarf sollte der Pflegedienst auch über die Installierung eines Hausnotrufgerätes informieren. Viele Dienste kooperieren mit entsprechenden Anbietern.
Eine qualitativ hochwertige Beratung umfasst ausführliche und verständliche Informationen über die Finanzierung der Pflege. Dazu gehören ein kostenloser, schriftlicher Überblick über Leistungsangebot und Preise des Pflegedienstes sowie Erklärungen zum Abrechnungsverfahren.

Wichtig: Der Dienst muss klar darüber informieren, welche der benötigten Hilfen mit der Pflegekasse abgerechnet werden, und welche Kosten Sie eventuell selbst tragen müssen.

Tipp: Lassen Sie sich einen Kostenvoranschlag anfertigen!

Einmal pro Monat muss Ihnen der Pflegedienst einen Leistungsnachweis über die erbrachten Pflegeleistungen zur Unterschrift vorlegen. Das Abrechnungsblatt enthält eine Auflistung über die Pflegezeiten und -tätigkeiten.

Wichtig: Der Pflegedienst sollte die Aufstellung verständlich und nachvollziehbar erklären und eine Kopie des Blattes anbieten. So können Sie die abgerechneten Leistungen in Ruhe überprüfen und - wenn alles korrekt eingetragen wurde - unterschreiben. Auf der Basis dieses Leistungsnachweises wird die Rechnung für die Pflegekasse erstellt.

Achtung: Wenn Sie neben der Pflege durch den ambulanten Pflegedienst Restanspruch auf Pflegegeld haben (weil die Sachleistung nicht voll ausgeschöpft wurde), sollte der Pflegedienst die Rechnung frühzeitig einreichen! Denn das verbleibende Pflegegeld muss jeden Monat neu berechnet werden.

Eine kontinuierliche, individuell auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Pflege sichert optimale pflegerische Betreuung und Versorgung. Ein kleines, festes Pflegeteam hat viele Vorteile:

  • Es erleichtert den Aufbau eines Vertrauensverhältnisses.
  • Zusammenarbeit und Absprachen in einem kleinen Team sind oft besser. So können individuelle Gewohnheiten und Bedürfnisse besser berücksichtigt werden.
  • Die Pflegekräfte sind über Ihre persönliche Situation immer gut informiert. Sie können so am besten auf Sie eingehen.
  • Pflegezeiten sind verbindlich und sicher. Außerdem haben Sie die Möglichkeit bei wichtigen Terminen die Pflege auch einmal kurzfristig zu verschieben.
  • Wichtig ist die individuelle Wahl der Pflegekraft. Wenn Sie entweder nur von einer männlichen oder weiblichen Pflegekraft betreut werden möchten (zum Beispiel bei der Intimpflege), sollten Sie im Vorfeld abklären, ob dies bei dem Pflegedienst möglich ist.
Art und Umfang der pflegerischen Versorgung sollte mit Ihnen und Ihren Angehörigen gemeinsam geplant und fortlaufend abgestimmt werden.

Hierzu muss der Pflegedienst einen Pflegeplan erstellen, in dem festgehalten wird, welche Pflegeleistungen erbracht und welche Ziele langfristig erreicht werden sollen.
In einer Dokumentationsmappe werden alle Nachweise über geleistete Hilfen festgehalten: Der Pflegebericht, die Pflegeplanung und Informationen, die für die Pflege notwendig sind (Diagnose, Medikamente und Verträglichkeiten sowie die Adresse der Hausärztin oder des Hausarztes).
Die Pflegedokumentation muss kontinuierlich und übersichtlich geführt und in der Wohnung der oder des Pflegebedürftigen hinterlegt werden. So ist sie immer für Sie und alle an der Pflege beteiligten Personen verfügbar.

  • Sympathisch? Stellen Sie fest, ob Sie sich in Ihrer Pflegesituation wohlfühlen und ob Sie mit der Pflegekraft zurechtkommen. Denn der Pflegedienst kommt möglicherweise mehrmals täglich zu Ihnen.
  • Der Pflegedienst muss sicherstellen, dass die Pflege bei Ausfall einer Pflegekraft (Krankheit oder Urlaub) durch eine Fachkraft mit gleicher Qualifikation gewährleistet ist.
  • Wichtig: Fragen Sie nach, ob der Pflegedienst auch kurzfristige Entlastungs- oder Urlaubsvertretungen (zum Beispiel bei Erkrankung pflegender Angehöriger) übernehmen kann.
  • Erkundigen Sie sich nach den Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen der Pflegekräfte. Eine regelmäßige Aktualisierung des Fachwissens sollte auch in Ihre Pflege mit einfließen.
  • Fragen Sie den Pflegedienst, wo Ihre Wohnungsschlüssel aufbewahrt werden. Ist sichergestellt, dass dritte Personen keinen Zugriff auf Ihre Schlüssel haben? Der Zugang zu Ihrer Wohnung sollte nur der zuständigen Pflegekraft möglich sein.
  • Häusliche Pflege bedeutet auch immer den Umgang mit persönlichem Eigentum. Ist der Pflegedienst gegen unvorhergesehene Beschädigungen versichert?
Hygiene ist wichtig: Achten Sie bei den Pflegekräften auf saubere Arbeitskleidung und den Einsatz von Handschuhen im Umgang mit offenen Wunden, Ausscheidungen und Einreibungen.
  • Die pflegenden Angehörigen bzw. Nachbarn sollten in die Pflege eingebunden und in gesundheitsfördernden bzw. gesundheitssichernden Pflegetechniken geschult werden.
  • Regelmäßige Besprechungen sind wichtig für den Informationsaustausch und Anleitungen zur Pflege.
  • Pflegekurse und individuelle Schulungen zu Hause bietet Ihre Barmer Pflegekasse an.
  • Wichtig: Pflegedienste sollten eng mit dem behandelnden Hausarzt / der behandelnden Hausärztin zusammenarbeiten. Mittels gemeinsamer Visiten und regelmäßiger Rücksprachen können aktuelle Veränderungen der Pflegebedürftigkeit unmittelbar in den Pflege- und Behandlungsprozess einfließen.

Spätestens mit Beginn des ersten Pflegeeinsatzes ist der Pflegedienst verpflichtet, die zwischen Ihnen und dem Dienst getroffenen Vereinbarungen in einem Vertrag schriftlich festzulegen. Eine Ausfertigung des Vertrages muss Ihnen umgehend ausgehändigt werden.

  • Der Vertrag muss die mit Ihnen abgesprochenen Leistungen und deren Vergütungen (Höhe der mit den Pflegekassen vertraglich vereinbarten Preise) enthalten. Kosten, die nicht von der Pflegekasse übernommen werden können, sollten auf jeden Fall separat ausgewiesen sein. Vor allem, wie hoch ggf. Ihr Eigenanteil ist.
  • Im Vertrag sollten keine Vorauszahlungen gefordert werden.
  • Der Vertrag sollte auch "Nebenaspekte" klären: Der Pflegedienst sollte die Haftung für Schäden zum Beispiel an Ihrer Gesundheit, in Ihrer Wohnung oder den Verlust der Wohnungsschlüssel nicht ausschließen.
  • Aus rechtlichen Gründen sollte Vertragspartner nur die pflegebedürftige Person selber sein.
  • Der Pflegevertrag kann von Ihnen jederzeit ohne Einhaltung einer Frist gekündigt werden.
  • Unterschreiben Sie den Vertrag nicht sofort. Lesen Sie vor dem Abschluss alles noch einmal in Ruhe durch. Bei Unklarheiten hilft Ihnen gerne Ihre Barmer Geschäftsstelle.



 

Textnachweis

  • Autor: Juliane Diekmann
  • Qualitätssicherung: Ingrid Drolshagen

Literatur

weiterführende Informationen

 


 


 


 


 

 





 

Webcode dieser Seite: s050049 Autor: Barmer Erstellt am: 16.11.2015 Letzte Aktualisierung am: 08.12.2016
Nach oben