Demenz

Demenz

Die Barmer Pflegekasse unterstützt pflegende Angehörige und andere Pflegepersonen umfassend bei der Pflege. Hier finden Sie verschiedene Praxistipps zum Thema Demenz.

Maßnahmen bei Hinlauftendenzen

Gerade bei der so genannten Hinlauftendenz stellt sich oftmals die Frage, welche Vorbeugemaßnahmen gegen das Hinlaufen getroffen werden können. Bei Personen mit Hinlauftendenz liegt ein starker Bewegungsdrang mit gestörtem Orientierungsvermögen vor. Es existieren eine Vielzahl unterschiedlicher Maßnahmen, um Hinlauftendenzen vorzubeugen:

  • Geben Sie der betroffenen Person die Möglichkeit innerhalb der Wohnung herumzulaufen.
  • Bieten Sie der betroffenen Person eine Beschäftigung an.
  • Verstecken Sie Türen hinter einem Vorhang oder tapezieren und streichen Sie die Türen wie die Wand. So werden die Türen von den Betroffenen nicht mehr als Türen wahrgenommen.
  • Bringen Sie die Türklinken so an, dass man diese hochziehen und nicht niederdrücken muss.
  • Bringen Sie intelligente Schließsysteme an der Türe an. Dies kann beispielsweise ein versteckter Summer neben der Türe sein.

Eine besonders geeignete Maßnahme ist auch das Anbringen eines Signalmelders an der Wohnungstüre. Dieser signalisiert mit einem akustischen Signal, wenn die Türe geöffnet wird. Sie haben dann die Möglichkeit schnell zu reagieren.

Ess- und Trinkhilfen

Bei dem Krankheitsbild Demenz werden zumeist auch das Ess- und Trinkverhalten beeinflusst. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, gezielt die Sinne anzuregen und so die Lust am Essen zu wecken und den Appetit anzuregen.

Kontrastreiches Geschirr, insbesondere in der Farbe Rot, hilft dabei, die Speisen zu erkennen. Durch die deutlichen Konturen hebt sich das Geschirr vom Tisch ab. Zudem wirkt die Farbe Rot appetitanregend. Spezielles Geschirr für an Demenz erkrankte Personen ist gut erkennbar und aufgrund der Form gut zu greifen. Das sorgt für Sicherheit und Selbstständigkeit bei der Nahrungsaufnahme. Die Funktionalität sorgt dafür, dass körperliche Einschränkungen ausgeglichen werden.

Geschirr für an Demenz erkrankte Personen kann im Sanitätshandel erworben werden.

Notfallmappe für die Einweisung in ein Krankenhaus

Die Notfallmappe ist eine Hilfe für Menschen mit Demenz. Sie wurde im Rahmen des Projektes Blickwechsel Demenz. Regional entwickelt.

Das Projekt kümmert sich darum, die gesundheitliche Versorgung von Menschen mit einer Demenz zu verbessern. Wie gut diese Versorgung ist – das ist davon abhängig, wie gut die Beteiligten wie zum Beispiel Ärztinnen und Ärzte, Pflegedienste und pflegende Angehörige zusammenarbeiten.

Menschen mit einer Demenz, die noch zu Hause leben, kommen oft ohne entsprechende Informationen zu ihrem Gesundheitszustand, ihren Gewohnheiten oder Möglichkeiten der Kontaktaufnahme ins Krankenhaus. Hier soll unsere Notfallmappe helfen.

Die Notfallmappe wurde von verschiedenen Institutionen entwickelt.

  • Gemeinnützige Gesellschaft für soziale Projekte

  • Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke

  • Pflegeberatung der Stadt Herdecke

  • Gemeinnütziger Verein für Sozialeinrichtungen Herdecke

  • Familien- und Krankenpflege Herdecke

  • Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte aus dem Modell Herdecke Plus

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter: www.blickwechseldemenz.de

 

Textnachweis

  • Autorin: Juliane Diekmann, Barmer
  • Qualitätssicherung: Ingrid Drolshagen, Barmer

Literatur

weiterführende Informationen

 

Webcode dieser Seite: s050085 Autor: Barmer Erstellt am: 29.10.2015 Letzte Aktualisierung am: 08.12.2016
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