Pflegeversicherung

Entwicklung der Pflegeversicherung

Zum 1. Januar 1995 wurde die Pflegeversicherung als neuer Zweig der Sozialversicherung eingeführt. Träger der sozialen Pflegeversicherung sind die Pflegekassen, die unter dem Dach der Krankenkassen angesiedelt sind.

Alle Barmer Versicherten sind automatisch Mitglied der Barmer Pflegekasse. Die Einführung der Pflegeversicherung erfolgte in drei Stufen:

  • 01.01.1995: Beitragspflicht für alle Versicherten.
  • 01.04.1995: Einführung von Leistungen der "häuslichen Pflege".
  • 01.07.1996: Leistungsanspruch auf Leistungen der "stationären Pflege".

Mit der Einführung der Pflegeversicherung hat der Gesetzgeber folgende Ziele verfolgt:

  • Anerkennung und Absicherung von Pflegebedürftigkeit
  • Förderung der häuslichen Pflege
  • Gesellschaftliche Anerkennung der Pflege
  • Schaffung einer leistungsfähigen Pflegeinfrastruktur

Pflegebedürftigkeit in Deutschland

Der Grund für die soziale Pflegeversicherung liegt auf der Hand: Immer mehr Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig. Heute sind bereits rund 3,29 Millionen Menschen auf fremde Hilfe angewiesen.

Laut dem Barmer GEK Pflegereport 2011 werden fünf Prozent der 80-Jährigen und 20 Prozent der 90-Jährigen innerhalb eines Jahres pflegebedürftig. Das heißt: Je älter die Bevölkerung, desto höher die Zahl der Pflegebedürftigen. Pflegebedürftigkeit bedeutet für Betroffene und Ihre Angehörigen große physische, psychische und finanzielle Belastungen. Um Pflegebedürftige und Ihre Familien zu entlasten, wurde die Pflegeversicherung eingeführt.

Beiträge zur Pflegeversicherung

Der Beitragssatz zur sozialen Pflegeversicherung beläuft sich seit 01.01.2017 auf 2,55 Prozent und wird mit 1,275 Prozent je zur Hälfte vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragen. Wie in der Krankenversicherung sind auch in der Pflegeversicherung die Beiträge nur bis zu einer Höchstgrenze zu zahlen. Die so genannte Beitragsbemessungsgrenze für die Kranken- und Pflegeversicherung beträgt im Jahr 2017 jährlich 52.200 Euro.

Eine Besonderheit der Beitragsaufteilung gilt in Sachsen. Hier beträgt der Arbeitgeberanteil lediglich 0,775 Prozent, so dass der Arbeitnehmeranteil auf 1,775 Prozent ansteigt. Dies ist darauf zurückzuführen, dass in diesem Bundesland der arbeitsfreie Buß- und Bettag bei der Schaffung der Pflegeversicherung erhalten blieb.

Seit dem 1. Januar 2005 müssen Kinderlose nach Vollendung des 23. Lebensjahres einen Beitragszuschlag von 0,25 Prozent der beitragspflichtigen Einnahmen zahlen. Der Beitrag beträgt damit seit dem 01.01.2017 2,8 Prozent.

Textnachweis

  • Autorin: Laura Ostwald, Barmer Pflegekasse
  • Qualitätssicherung: Ingrid Drolshagen, Barmer Pflegekasse

Literatur

  • SGB XI - Elftes Sozialgesetzbuch - Soziale Pflegeversicherung
  • Gemeinsames Rundschreiben des GKV- Spitzenverbandes zu den leistungsrechtlichen Vorschriften des SGB XI

 


Webcode dieser Seite: s050034 Autor: Barmer Erstellt am: 29.10.2015 Letzte Aktualisierung am: 18.05.2018
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