Pflegekooperationen

Die Barmer Pflegekasse arbeitet mit verschiedenen Partnern zur Verbesserung der Pflegegrundsätze und zur Förderung bestimmter Pflegemaßnahmen zusammen.

Pflegekooperationen

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist zentraler Bestandteil familienfreundlicher Unternehmenspolitik und erklärtes Ziel der Barmer. Mit Blick auf eine immer älter werdende Gesellschaft und einer zunehmend von Fachkräftemangel geprägten Unternehmenssituation setzt sich die Barmer zusammen mit dem Zentrum Frau in Beruf und Technik (ZFBT) dafür ein, Unternehmen für das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Pflege zu sensibilisieren.

Vereinbarkeit von Beruf und Pflege

Dem Thema Beruf und Pflege wird in Unternehmen oftmals noch nicht ausreichend Beachtung geschenkt. Dabei haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit dem Pflegezeitgesetz und dem Familienpflegezeitgesetz erstmals die Möglichkeit auf eine zeitlich befristete berufliche Freistellung. Ziel ist es deshalb, das Pflegethema in Unternehmen zu enttabuisieren und in die Unternehmenskultur einzubinden.

Ende 2008 startete das Pilotprojekt zur "Unterstützung bei der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege", initiiert vom ZFBT und maßgeblich mitgetragen durch die Barmer. Es wurde Anfang 2011 erfolgreich abgeschlossen. Ziel war es, dass Pflegende ihre beruflichen und pflegerischen Anforderungen besser in Einklang bringen können. Aber auch Arbeitgeber profitieren, wenn die Pflegenden ihre Leistungsfähigkeit erhalten und so Arbeitsleistung und Fachkompetenz im Betrieb dauerhaft gebunden werden können.

Mittels Interviews, Workshops und Befragungen wurden Bedarfe ermittelt und passgenaue Lösungen erarbeitet. Durch deren Kommunikation soll das Thema Pflege fest in eine (familienorientierte) Personalpolitik bzw. Personal- und Organisationsentwicklung von Unternehmen aufgenommen werden.

15 Jahre Projekterfahrung

Das Zentrum Frau in Beruf und Technik bündelt Kompetenzen in den Bereichen Gender Mainstreaming und berufliche Chancengleichheit von Frauen. Es wurde 1994 gegründet und beschäftigt rund 20 Mitarbeiterinnen, die Projekte an den Schnittstellen von Wirtschaft, Chancengleichheit und Politik entwickeln und in die Praxis umsetzen. Das Pilotprojekt zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege wurde durch die europäische Union und das Land Nordrhein-Westfalen gefördert.

„Gesund bleiben! Gesund werden! Und wenn nötig gut gepflegt werden!“ Das ist das Motto des Vereins, der sich zum Ziel gesetzt hat, neue Qualitätskonzepte in der Pflege zu entwickeln und die Pflegewissenschaft zu fördern. In Kooperation mit dem Verein Pflege möchte die Barmer die Weichen für eine bessere Pflege-Zukunft stellen. Dabei unterstützt die Barmer den Verein Pflege mit ihrem Know-how und Engagement. So können Defizite aufgedeckt und beseitigt werden. Davon profitieren dann wiederum die Versicherten der Barmer.

Pflegewissenschaft und -forschung

Um dies zu erreichen unterstützt der Verein die Pflegewissenschaft und -forschung an Hochschulen. Er fördert Initiativen und Lösungen zur Unterstützung und Entlastung pflegender Angehöriger, sorgt für die Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse in der Praxis von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen.

Der Verein berät die Politik bei der Umsetzung von Theorie in Praxis, informiert Pflegekräfte, Patienten und Angehörige über qualifizierte Möglichkeiten in der Pflege und unterstützt die akademische Ausbildung von Pflegeforscherinnen und -forschern.

Über Zwei Millionen Pflegebedürftige

In Deutschland gibt es derzeit bereits mehr als 2,6 Millionen langfristig pflegebedürftige Menschen und tausende, die tagtäglich in Krankenhäusern betreut werden. Tendenz steigend. Die Barmer will als Kooperationspartner des Pflege Vereins die noch junge Pflegewissenschaft fördern und deren Erkenntnisse schnell in die Praxis umsetzen.

Dabei geht es nicht nur darum, wie die Pflegebedürftigen optimal betreut werden können. Es geht vor allem darum, Strategien zu entwickeln, die Pflegebedürftigkeit möglichst lange zu verhindern, um den Menschen weitestgehend ihr eigenständiges, selbstbestimmtes Leben zu erhalten.

Bessere Vernetzung

Der gesamte Komplex Pflege muss besser vernetzt werden, um mehr Qualität für die Betroffenen, mehr Effektivität für das Fachpersonal, Hilfe für die Angehörigen und stabile, kalkulierbare Kosten zu erzielen.

Angesichts der demografischen Entwicklung und einer immer höheren Spezialisierung nimmt auch die Komplexität in der Pflegeversorgung zu. Daher sind individuelle Beratungs- und Lotsendienste mehr denn je gefragt.

Mehr Qualität führt zu deutlichen Einsparungen im Gesundheitswesen. Mit Erkenntnissen der modernen Pflegewissenschaft gelingt es zunehmend, Defizite bei der Pflege auszumachen und Vorschläge zu erarbeiten, die die Pflegequalität nachhaltig verbessern. So lassen sich Schmerz und Leid für die Betroffenen vermeiden, aber auch unnötige Kosten.

Die Barmer bietet gemeinsam mit der ZNS-Hannelore Kohl Stiftung und dem Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften Seminare für Angehörige von Hirnverletzten.

Pflegeseminare

Die Wochenendseminare finden zweimal jährlich in Dresden und Hennef statt. Daran teilnehmen können Angehörige, die Menschen mit einer Hirnverletzung zu Hause pflegen oder darüber nachdenken, diese Aufgabe zu übernehmen.

Die Angehörigen erhalten Anleitung für die Pflege. Die begleitenden Fachvorträge und Diskussionen dienen dem Erfahrungsaustausch und bieten den Betroffenen Unterstützung.

In Workshops geht es außerdem um

  • verschiedene Therapieformen und Konzepte therapeutischer Pflege,
  • gesetzliche Hilfen und Förderungen,
  • psychosoziale Hilfe und
  • Entspannungsübungen für die Pflegenden.

Die Gebühr für zweieinhalb Kurstage beträgt inklusive Vollpension 95 Euro. Für Versicherte der Barmer und deren Angehörige ist die Teilnahme kostenlos.

Verbesserung der Neurorehabilitation

Seit 1983 setzt sich die von Hannelore Kohl gegründete Stiftung für die Verbesserung der Neurorehabilitation ein. Die Angebote reichen von der Vermeidung von Unfällen über die Erste Hilfe und Behandlung am Unfallort bis hin zu oft lebenslangen Maßnahmen mit dem Ziel zur Wiedereingliederung von schädelhirnverletzten Patienten in Familie, Schule, Beruf und Gesellschaft. Zusätzlich hilft die Stiftung bei der Vermittlung von Rehabilitationsplätzen.

Zu den Aufgaben der Stiftung gehört auch die Prävention. In Anzeigen und Kampagnen weist sie auf Unfallrisiken bei Spiel und Sport, im Haus, am Arbeitsplatz oder auf der Straße hin.

Die Stiftung fördert zudem die Forschung und Entwicklung zur Neurorehabilitation. Ein alle zwei Jahre verliehener und mit 10.000 Euro dotierter Preis belohnt wissenschaftliche Arbeiten über neue diagnostische und therapeutische Verfahren in der neurologischen, neurochirurgischen und neuropsychologischen Rehabilitation sowie die Unfallverhütung.

 

Textnachweis

  • Autorin: Laura Egbert, Barmer
  • Qualitätssicherung: Ingrid Drolshagen, Barmer

Weiterführende Informationen


 

Webcode dieser Seite: s050032 Autor: Laura Egbert Erstellt am: 10.05.2013 Letzte Aktualisierung am: 15.12.2016
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