Eine junge Frau liegt lachend auf dem Rasen

Tipps gegen Zähneknirschen

Knirschen Sie auch nachts mit den Zähnen? Immerhin zeigt jeder Dritte in Deutschland einen sogenannten Bruxismus. Bis zu 100 Kilo Druck können bei der unbewussten Kaumuskelaktivität auf die Zähne einwirken. Bevor Zahnsubstanz und Kiefer Schaden nehmen, kann eine Aufbissschiene helfen.

Beim Kauen oder Schlucken kommen unsere Zähne immer nur Sekundenbruchteile in Kontakt. In der verbliebenen Zeit kann sich die Kaumuskulatur normalerweise entspannen. Nächtliches Zähneknirschen oder Kieferpressen erfolgt hingegen in Phasen von bis zu 20 Minuten und mit bis zu 800 Newton Kraft – was ungefähr 100 Kilo entspricht. Zähneknirschen kann aber sogar tagsüber stattfinden: Auch beim Wachbruxismus pressen Betroffene in der Regel unbewusst die Zähne aufeinander.

Ursachen für Bruxismus

Experten vermuten, dass Stress und nervliche Anspannung die Hauptursache für das Phänomen Zähneknirschen ist, das schon bei Kindern auftreten kann. Psychische Belastungen werden im Schlaf verarbeitet und durch das Knirschen abreagiert. Aber auch ein Fehlbiss kann Bruxismus verursachen, wenn die Zähne zum Beispiel keinen gleichmäßigen oder gleichzeitigen Kontakt finden. Dies kann durch Zahnlücken, Kieferfehlstellungen, zu hohe Füllungen oder schlecht sitzende Prothesen entstehen. Zusätzlich können schlafbedingte Atmungsstörungen, Genussmittelmissbrauch (Alkohol, Nikotin) oder bestimmte Medikamente eine Rolle spielen.

Zähneknirschen hat Folgen

Das nächtliche Reiben der Zähne ist in der Regel deutlich zu hören. Daher haben Betroffene meist durch den Lebenspartner oder die Familie Kenntnis von ihrer Angewohnheit. Aber auch von den negativen Auswirkungen auf Zähne, Zahnfleisch und Kiefer? Denn Zähneknirschen nutzt nicht nur die Zahnsubstanz übermäßig ab, sondern überlastet auch den Zahnhalteapparat: Das Zahnfleisch zieht sich zurück, Zähne werden empfindlich und schmerzhaft. Es droht eine Parodontitis, in deren Folge Zähne locker werden oder abbrechen. Zudem verspannt sich durch den Druck die Gesichts- und Kaumuskulatur, was wiederum das Knirschen verstärkt. Über die Jahre entsteht ein sogenanntes Abrasionsgebiss mit schweren Schädigungen der Zähne. Und auch die Gelenkköpfe des Kiefers werden belastet und können sich verschieben. Dadurch kann eine Funktionsstörung im Kausystem entstehen, die craniomandibuläre Dysfunktion (CMD), die sich durch Schmerzen, Kieferknacken oder auch Tinnitus bemerkbar macht.

Aufbissschiene: Bevor die Zähne kaputt knirschen

Wenn bereits erste Abnutzungen an den Zähnen erkennbar sind oder Symptome wie Kieferschmerzen auftreten, sollte man Bruxismus auf jeden Fall ärztlich/zahnärztlich untersuchen und behandeln lassen. Der Zahnarzt kann zum Beispiel Physiotherapie verordnen. Entspannungstechniken helfen zudem, die Muskeln zu entspannen und Stress abzubauen. Um das Kiefergelenk zu entlasten und eine weitere Schädigung der Zähne durch das Knirschen zu vermeiden, wird in den meisten Fällen eine Aufbissschiene (Knirscherschiene) angepasst – entweder für den Ober- oder den Unterkiefer. Sie ist aus Kunststoff und korrigiert den Kontakt zwischen den Zähnen, um ein Reiben und Pressen zu mindern.

Textnachweis

  • Autor: Barmer Internetredaktion
  • Qualitätssicherung: Dr. med. Utta Petzold, Ärztin

Quelle

Webcode dieser Seite: a001968 Autor: Barmer Erstellt am: 13.06.2017 Letzte Aktualisierung am: 20.06.2017
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