Ein Mann sitzt gähnend am Schreibtisch

Wetterfühligkeit

Grundsätzlich machen Wetterwechsel nicht krank. Laut einer Umfrage ist aber jeder Zweite zumindest etwas wetterfühlig. Einen Wetterumschwung spürt man dann zum Beispiel in den Gelenken, er sorgt für Müdigkeit, Kreislaufprobleme oder Kopfschmerzen. Ein Wettertagebuch kann helfen, individuelle Reaktionen auf das Wetter herauszufinden.

Jedes Lebewesen wird vom Wetter beeinflusst. Meteorologische Elemente wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftdruck und Lichtverhältnisse haben Auswirkungen auf die Körpersysteme, unter anderem auf die Hormone. Besonders kurzfristige Wetterumschwünge verlangen eine Anpassung und können daher zum Stressfaktor für den Organismus werden. Die Reaktion eines Menschen auf das Wetter hängt aber vor allem von individuellen Voraussetzungen ab, zum Beispiel der persönlichen Gesundheit oder sonstigen Belastungen wie akutem Schlafmangel. Problematisch kann eine Wetterfühligkeit werden, wenn die Regulation im Körper durch Erkrankungen eingeschränkt ist, wie bei niedrigem oder hohem Blutdruck.

Wetterfühlig oder -empfindlich?

Die körperlichen und seelischen Reaktionen auf das Wetter werden in die beiden Kategorien „wetterfühlig“ und „wetterempfindlich“ eingeteilt:

  • Wetterfühlige haben subjektive Befindlichkeitsstörungen bzw. Einschränkungen des Wohlbefindens
  • Wetterempfindliche reagieren nach Unfällen, Verletzungen, Operationen oder bei Erkrankungen auf Wettereinflüsse, indem sich die Krankheitssymptome (zum Beispiel Schmerzen) verschlechtern.

Einflüsse des Wetters konnten bereits auf Krankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Schmerzen im Bewegungsapparat, Atemwegserkrankungen wie Asthma oder psychischen Erkrankungen nachgewiesen werden. Zudem können Wetteränderungen die Schmerzintensität bei Kopfschmerzen und Migräne verstärken.

Wettereinfluss auf die Gesundheit

Bei einer Studie des Deutschen Wetterdienstes zur Wetterfühligkeit von 2013 gibt die Hälfte der Befragten an, dass das Wetter viel bis etwas Einfluss auf ihre Gesundheit zeigt. Die häufigsten Symptome sind:

  • Kopfschmerzen und Migräne (59 %)
  • Müdigkeit (55 %)
  • Abgeschlagenheit (49 %)
  • Gelenkschmerzen (42 %)
  • Schlafstörungen (40 %)

Auf welche Weise bestimmte Wetterlagen und -elemente auf den menschlichen Körper einwirken und welche physiologischen Veränderungen sie auslösen, wird noch erforscht. Wer stark unter Wetterfühligkeit leidet, sollte dies auf jeden Fall mit einem Arzt besprechen. Es gibt auch ein paar einfache Tipps, die helfen können: So trainiert regelmäßige Bewegung an der frischen Luft den Kreislauf. Kalte und warme Wechselduschen härten den Körper ab und verbessern die Temperatur-Regulation. Und eine ausgewogene Ernährung belastet nicht und sorgt für ausreichend Energie, so dass der Körper sich besser auf Wetterwechsel einstellen kann.

Wettertagebuch

Sie könnten beispielsweise ein Wettertagebuch führen, um Ihre individuellen Wetterreaktionen herauszufinden. Dies ist auch online möglich, beispielsweise unter www.menschenswetter.de.

Textnachweis

  • Autor: Internetredaktion der BARMER
  • Qualitätssicherung: Dr. Utta Petzold, Ärztin

Quellen

Webcode dieser Seite: a002660 Autor: Barmer Erstellt am: 15.05.2018 Letzte Aktualisierung am: 17.05.2018
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