Ein Salatteller

Superfood – wirklich so super?

Der Begriff Superfood ist in aller Munde und doch wissen viele gar nicht so genau, was sich dahinter eigentlich verbirgt. Als Superfood werden Lebensmittel bezeichnet, die besonders nährstoffreich sind und denen aus diesem Grund eine besondere gesundheitliche Wirkung nachgesagt wird. Vorrangig gehören dazu Lebensmittel aus dem Obst- und Gemüsebereich, aber auch immer mehr Öle und Saaten wie Chia-Samen.

Der Superfood-Trend hat bereits in die heimischen Supermärkte und Discounter Einzug gehalten, so dass die Absatzzahlen in den letzten Jahren deutlich gestiegen sind. Das Marktforschungsunternehmen Mintel konnte in einer Untersuchung feststellen, dass die Anzahl von eingeführtem Superfood in den Jahren 2011 bis 2015 weltweit um 200 % angestiegen ist.

Was steckt hinter dem Superfood-Trend?

Superfoods wie Chia-Samen, Acai-Beeren, Goji-Beeren oder auch Matcha-Tee sollen aufgrund ihres großen Nährstoffreichtums nicht nur gesund, schlank, glücklich und leistungsfähig machen, sondern auch diversen Krankheiten vorbeugen. So wird der Goji-Beere nachgesagt, dass sie die Abwehrkräfte stärkt, Gewebeschäden vorbeugt oder die Knochenentwicklung unterstützt. Doch welche Stoffe genau werden dafür verantwortlich gemacht? In der Regel enthält ein Superfood reichlich sekundäre Pflanzenstoffe wie Anthocyane, die auch für die intensive Farbe der Beeren zuständig sind. Anthocyanen konnte in einigen Studien eine positive Wirkung auf den menschlichen Organismus nachgewiesen werden. Allerdings wurden die Anthocyane in den durchgeführten Studien nicht als Bestandteil von Lebensmitteln verzehrt, sondern in isolierter Form als Kapsel oder Tablette eingenommen. Die dadurch erzielten Ergebnisse lassen sich daher nicht 1:1 auf die Wirkung eines Lebensmittels mit Anthocyanen übertragen. Außerdem hängt der Gehalt von sekundären Pflanzenstoffen unter anderem auch vom Reifegrad, Transportweg und der Länge der Lagerung ab.

Chia-Samen

Chia-Samen enthalten neben sekundären Pflanzenstoffen auch reichlich Omega-3-Fettsäuren und Calcium. Omega-3-Fettsäuren gehören zu den ungesättigten Fettsäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann und deshalb regelmäßig mit der Nahrung aufnehmen muss. Sie sind unter anderem in fettreichen Seefischen, Nüssen oder Pflanzenölen enthalten. Calcium unterstützt hingegen die Knochenstabilität und ist wichtig für die Reizweiterleitung in den Nerven und der Muskulatur. Doch wer genauer hinschaut, wird feststellen, dass die angepriesenen hohen Nährstoffgehalte nicht immer auch so verfügbar sind. Denn obwohl Chia-Samen reichlich Calcium enthalten, ist die tatsächlich über Chia-Samen aufgenommene Calcium-Menge gering. Da pro Tag maximal 15 g Chia-Samen gegessen werden sollten, werden damit tatsächlich nur knapp 100 mg Calcium geliefert. Schaut man sich vergleichend dazu einen herkömmlichen Calcium-Lieferanten wie Milch an, kommt diese bei einer Portion von 200 ml auf 240 mg Calcium.

Heimische Alternativen zu Chia, Goji und Matcha

Superfood klingt exotisch und stammt meist auch aus fernen Ländern. Deshalb ist es häufig deutlich teurer als andere Lebensmittel oder wird nur in kleinen Mengen angeboten. So stammen Chia-Samen aus Mexiko, Goji-Beeren aus China und Matcha-Tee aus Japan. Angeboten werden sie meist als getrocknete Beeren, Säfte, Pulver oder Extrakte. Nur wenige lassen sich regional anbauen, da das deutsche Klima meist ungeeignet ist. Die Aronia-Beere ist allerdings ein Superfood, das auch in Deutschland angebaut werden kann und daher frisch erhältlich ist. Neben der Aronia gehören aber auch heimische Obst- und Gemüsesorten zum Superfood und stellen gute Alternativen zu den exotischen Sorten dar. Das sind zum Beispiel in den Sommermonaten Heidelbeeren, Sauerkirschen und Johannisbeeren, die ähnlich nährstoffreich, aber deutlich günstiger als Goji-Beeren sind und im Winter Rot- und Grünkohl. Darüber hinaus stehen ganzjährig auch Pflanzenöle, Nüsse oder Samen wie Kürbiskerne oder Leinsamen mit einer großen Nährstoffvielfalt zur Auswahl. Besonders die Leinsamen können es mit den Chia-Samen aufnehmen, denn auch in Leinsamen stecken wichtige Omega-3-Fettsäuren und gesunde Ballaststoffe. Als Alternative zum teuren Matcha-Tee bietet sich schwarzer oder grüner Tee an. Beide Sorten liefern ebenso wie Matcha-Tee Koffein und andere sekundäre Pflanzenstoffe. Da Superfood kein rechtlich geschützter Begriff ist, lohnt sich bei der Auswahl der Blick auf die Verpackung und auf den Preis. Es gibt keine Nachweise, dass Superfoods besser sind als andere Lebensmittel, aber sie sorgen definitiv für eine Bereicherung des Speiseplans und tragen damit zu einer bunten, vielfältigen und abwechslungsreichen Ernährung bei.

Superfood Rezept: Grünkohlsalat mit Cranberries

Zutaten für 2 Personen:
75 g Grünkohl
100 g dicke Bohnen
40 g Cranberries
50 g Kirschtomaten
2 EL Rapsöl
2 TL Essig
1 TL Senf
1 TL Zucker
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

  • Grünkohl fein schneiden, mit Salz und Öl vermengen, ca. 20 Minuten ziehen lassen
  • Die Bohnen abbrausen und abtropfen lassen
  • Kirschtomaten waschen und vierteln
  • Bohnen, Kirschtomaten und Grünkohl vermengen
  • Aus Essig, Zucker, Salz, Pfeffer und Senf ein Dressing zubereiten und unter den Salat rühren
  • Den Salat mit Cranberries bestreuen und servieren
  • Dazu passt ein leckeres Walnuss-Brot

Textnachweis

  • Autor: Andrea Himmelstoß, Das Texthaus
  • Qualitätssicherung: Micaela Schmidt, Diplom Oecotrophologin

Literatur

Webcode dieser Seite: a002879 Autor: BarmerLetzte Aktualisierung am: 14.12.2018
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