Restless Legs

Unruhige Beine (Restless Legs Syndrom)

Zuckende Beine und ein unerträgliches Kribbeln, das sich wie Ameisen unter der Haut anfühlt: Das ist das Restless Legs Syndrom, kurz RLS, unter dem rund eine Million Menschen in Deutschland leiden. Medikamente und einfache Mittel können helfen.

Symptome von RLS

Restless Legs bedeutet übersetzt unruhige oder ruhelose Beine – und ist eine der häufigsten neurologischen Störungen. Sie tritt hauptsächlich im Ruhezustand und vor dem Einschlafen auf. Betroffene erleben einen Bewegungsdrang der Beine, der von einem unangenehmen Kribbeln oder Schmerzen begleitet wird. Sie haben daher Probleme, längere Zeit still zu liegen oder zu sitzen, z.B. beim Autofahren, im Kino oder bei Arbeitsbesprechungen. Nachts kommt es dann zwangsläufig zu Schlafstörungen, so dass sich Betroffene durch den Schlafmangel müde und erschöpft fühlen. Das Restless Legs Syndrom beeinträchtigt somit viele Lebensbereiche. Erste Beschwerden treten teilweise bereits bei Kindern auf. In der Regel sind jedoch Ältere betroffen: Im höheren Lebensalter steigt die Zahl der Erkrankungen. 

Ursachen für unruhige Beine

Bei vielen Betroffenen ist die Krankheit genetisch bedingt und verläuft chronisch. Experten vermuten, dass die Ursache im zentralen Nervensystem liegt. Eine besondere Rolle scheint dabei Dopamin zu spielen – der körpereigene Botenstoff der Nervenzellen, der an der Bewegungssteuerung beteiligt ist. Daher können bei RLS auch Wirkstoffe mit Dopamin helfen, die ursprünglich für die Behandlung von Parkinson entwickelt wurden. Übrigens: Für die Herstellung von Dopamin benötigt der Körper den Mineralstoff Eisen. Fehlt dieser, wird zu wenig Dopamin gebildet. Die Folge kann RLS sein bzw. eine Verstärkung der Symptome.

Zahlreiche Menschen machen irgendwann im Leben Erfahrung mit RLS-Symptomen, die über Jahre hinweg gelegentlich auftreten und wieder abklingen. Ausgelöst werden kann dies durch einen Eisenmangel, eine Nierenerkrankung oder bestimmte Medikamente wie Antidepressiva. Auch in der Schwangerschaft tritt RLS vermehrt auf.

Was hilft bei Restless Legs?

Akute Missempfindungen der Beine lassen sich durch Strecken und Bewegen vorübergehend lindern. Treten häufiger RLS-Symptome auf, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, der gegebenenfalls Medikamente verordnen kann. Da Betroffene sehr unterschiedlich auf Dopamin-Präparate reagieren, ist immer ein individueller Behandlungsplan erforderlich. Ein Problem bei der medikamentösen Therapie kann die sogenannte Augmentation sein – eine anhaltende Verstärkung der Beschwerden als paradoxe Reaktion auf die Medikamente. Hier muss der Arzt entscheiden, ob ein anderes Präparat besser hilft.

Unser Tipp: Sie können versuchen, RLS-Symptome durch einfache Mittel zumindest zu lindern.

  • Kalte oder warme Bäder
  • Beinmassagen
  • Regelmäßiger Sport
  • Verzicht auf koffeinhaltige Getränke wie Kaffee oder Cola
  • Eisen über die Nahrung aufnehmen (z.B. Fleisch, Spinat, Brokkoli, Linsen) oder nach Rücksprache mit dem Arzt als Nahrungsergänzungsmittel. Für eine optimale Eisenaufnahme benötigt der Körper zudem Vitamin C (frisches Obst, Obstsaft, Paprika).

Textnachweis

  • Autor: Barmer Internetredaktion
  • Qualitätssicherung: Dr. Thomas Giese, Arzt

Quellen

Webcode dieser Seite: a002374 Autor: Barmer Erstellt am: 20.09.2017 Letzte Aktualisierung am: 21.09.2017
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