Hilfe bei Reisedurchfall

Endlich Urlaub und ab in den Süden. Verheißungsvoll locken ferne Urlaubsländer mit kulinarischen Köstlichkeiten. Doch egal, ob im Mexiko oder auf einem Kreuzfahrtschiff im Mittelmeer – überall, wo es Hitze und viele Menschen gibt, können sich Keime gut verbreiten. Besondere Vorsicht gilt beim Essen und Trinken. Denn mit Bakterien oder Viren verunreinigte Lebensmittel können schnell Reisedurchfall auslösen.

Menschen am Sandstrand

Reisedurchfall ist die mit Abstand häufigste Erkrankung im Urlaub. Betroffene müssen den Liegestuhl dann meist für etwa drei bis fünf Tage gegen das Krankenbett eintauschen. Für gesunde Erwachsene ist Reisedurchfall zwar sehr unangenehm, aber meist harmlos. Gefährlich kann die Erkrankung für Kleinkinder, chronisch Kranke oder ältere Menschen werden. Denn der Verlust von Flüssigkeit und Mineralien ist für ihren Körper besonders belastend. Wenn die Beschwerden länger anhalten, Fieber auftritt oder der Durchfall blutig wird, ist in jedem Fall ein Arzt aufzusuchen, um einer schwerwiegenden Darminfektion vorzubeugen.

So beugen Sie Reisedurchfall vor

Auslöser für Reisedurchfall sind in den meisten Fällen Bakterien – und zwar häufig bestimmte Stämme von Escherichia coli. Diese gelangen über Nahrungsmittel und Getränke in den Körper. Wer Durchfall vorbeugen möchte, sollte daher regelmäßig seine Hände waschen oder ein Hautdesinfektionsmittel verwenden – und das nicht nur nach dem Toilettengang. Denn gerade im Umgang mit dem Essen ist Vorsicht geboten. In vielen Reiseländern ist Obst oder Gemüse ebenso verunreinigt wie das Leitungswasser. Am besten fährt man mit der alten Regel: „Cook it, peel it or leave it“, was so viel bedeutet wie „abkochen, schälen oder bleiben lassen“. Beim Trinken und Zähneputzen ist es sinnvoll, nur abgekochtes Wasser oder Wasser aus verschlossenen Flaschen zu nutzen. Zudem sollten Urlauber auf Eiswürfel verzichten, da diese meist aus Leitungswasser hergestellt werden. Auch auf die richtige Auswahl von Nahrungsmitteln und Getränken sollte man achten. Zu meiden sind beispielsweise neben rohen Meeresfrüchten auch rohes Fleisch sowie Salate und rohes Gemüse. Tiefkühlprodukte bergen die Gefahr, dass die Kühlkette unterbrochen wurde und die Ware nicht mehr einwandfrei sein könnte. Ist eine Reise in Thyphus- oder Cholera-Risikogebiete geplant, sollte man sich im Vorfeld beim Arzt über die Möglichkeit einer Reiseimpfung informieren.

Durchfall: Was kann man tun?

Wer dennoch an Reisedurchfall erkrankt, sollte unbedingt viel trinken, um die verlorene Flüssigkeitsmenge wieder auszugleichen. Dies gilt besonders bei ungewohnt hohen Temperaturen, da der Körper sonst austrocknet. Die benötigte Flüssigkeitsmenge kann man ganz gut selbst beurteilen: Der Urin sollte immer hellwässrig sein. Ist er dunkelgelb, sollte man unbedingt mehr trinken. Die Getränke sollten möglichst Mineralstoffe und Salz enthalten, um verlorengegangene Elektrolyte aufzufüllen. Ein wenig Zucker sorgt zudem dafür, dass der Körper die anderen Stoffe besser aufnehmen kann. Bei den Mahlzeiten sollten Erkrankte darauf achten, keine fetten und schwer verdaulichen Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Auch Koffein und Alkohol sind besser zu meiden. Zwieback, Bananen oder dünne Brühen werden meist gut vertragen, ab dem zweiten Tag auch schon Reis oder Kartoffeln.

Unser Tipp: Rehydratationslösung

Um Flüssigkeit und Nähstoffe zu ersetzen, sind auch sogenannte Rehydratationslösungen gut geeignet. Diese gibt es in der Apotheke oder sind einfach selber herzustellen: In einem Liter (abgekochten) Trinkwasser acht Teelöffel Zucker, einen Teelöffel Salz und einen dreiviertel Teelöffel Backpulver auflösen. Möglichst Fruchtsaft hinzufügen oder alternativ ein bis zwei Bananen verzehren. 

Textnachweis

  • Autor: Barmer Internetredaktion
  • Qualitätssicherung: Dr. med. Utta Petzold, Ärztin

Quelle

Webcode dieser Seite: a001969 Autor: Barmer Erstellt am: 13.06.2017 Letzte Aktualisierung am: 31.07.2017
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