Hilfe bei Haarausfall

Denken Sie etwa an Stress oder Eisenmangel, wenn Ihnen vorzeitig und vermehrt die Haare ausgehen? Wir erklären die häufigsten Ursachen und welche Mittel helfen können.

Junge Frau mit Obstkorb

Normalerweise hat jeder Mensch rund 100.000 Kopfhaare, die pro Monat durchschnittlich etwa einen Zentimeter wachsen. Sie durchlaufen unabhängig voneinander immer wieder Phasen von Wachstum und Ruhe, bis sie nach ca. sechs Jahren ausfallen. Wer auffallend viele Haare in der Bürste, auf dem Kopfkissen oder im Waschbecken findet, sollte diese jedoch sammeln und zählen. Fallen über einen längeren Zeitraum mehr als 100 Haare am Tag aus, ist der Haarausfall krankhaft und die Gründe sollten ärztlich geklärt werden.

Ursachen für Haarausfall

Für Haarausfall gibt es eine Vielzahl an Ursachen:

  • Am häufigsten ist der hormonell-erblich bedingte Haarausfall, bei dem die Haarwurzeln äußerst empfindlich auf männliche Sexualhormone reagieren. Er tritt bei Männern bereits ab Mitte 20 und bei Frauen seltener und meist ab den Wechseljahren auf.
  • Doch auch unausgewogene Ernährung, Stress, bestimmte Medikamente, akute Infektionen, Eisen- oder Vitaminmangel, Schilddrüsenprobleme, hormonelle Verhütung oder eine Schwangerschaft können dafür sorgen, dass die Haare vor der Zeit  ausgehen.

Haarausfall durch Stress

Ein wichtiger und eher unbekannter Faktor für Haarausfall ist anhaltender starker Stress. Warum bei Belastungen die Haare ausgehen können, ist noch nicht vollständig geklärt. Vermutlich sorgt Stress aber für eine Entzündung an den Haarfollikeln, die die Wachstumsphase der Haare vorzeitig beendet, so dass die Haarwurzeln in eine Ruhephase übergehen und die Haare nach zwei bis drei Monaten ausfallen. Die gute Nachricht: Verschwindet der Stress, wachsen die Haare wieder nach. Wer plötzlich aus unerklärbaren Gründen Haarausfall bekommt, sollte also auch immer prüfen, ob Stress die Ursache sein könnte. Wie Sie Stress vermeiden können, zeigen unsere Strategien gegen Stress.

Haarausfall durch Eisenmangel

Eine ausgewogene Ernährung ist für die Kopfhaare sehr wichtig. Crash-Diäten, Essstörungen, Darmerkrankungen oder zu viel Alkohol können zu einem Nährstoffmangel führen. Fehlen den Haaren aber die richtigen Nährstoffe, werden weniger neue Haarzellen gebildet und der natürliche Haarausfall nicht mehr ersetzt. So sind zum Beispiel Zink, Biotin und die B-Vitamine für ein gesundes Haarwachstum nötig. Von besonderer Bedeutung ist auch Eisen, da das Spurenelement für die Sauerstoff- und Energieversorgung der Haarzellen sorgt. Ein Mangel an Eisen tritt jedoch sehr häufig auf – besonders bei Frauen. Er wird durch starke Monatsblutungen, Magen-/Darmerkrankungen, fleischlose Ernährung oder auch eine Schwangerschaft begünstigt.

Haarausfall durch Schwangerschaft

Der Bedarf an Eisen ist in dieser Zeit deutlich erhöht, so dass Eisenmangel während einer Schwangerschaft weit verbreitet ist und für Haarausfall sorgen kann. Wesentlich häufiger tritt ein Haarschwund aber erst nach der Schwangerschaft auf. Denn währenddessen befinden sich die Haare durch den erhöhten Hormonspiegel in einer dauerhaften Wachstumsphase. Nach der Geburt treten die Haarwurzeln dann gleichzeitig in die Ruhephase ein, so dass viele Haare auf einmal ausfallen.

Hilfe bei Haarausfall

Bevor Sie spezielle Shampoos oder Vitamintabletten gegen Ihren Haarausfall kaufen, sollten Sie erst die Ursachen bei einem Arzt klären. Ist zum Beispiel eine akute Infektion verantwortlich, wird die Behandlung auch den Haarausfall stoppen. Zudem ist immer zu untersuchen, ob eventuell eine Über- bzw. Unterfunktion der Schilddrüse vorliegt, da beides zu Haarausfall führen kann. Auch bestimmte Medikamente oder die Pille können schuld sein und ggf. durch andere Mittel ersetzt werden. Erblich bedingter Haarausfall kann im Einzelfall medikamentös gebremst werden, die genetische Veranlagung bleibt jedoch bestehen.


 

Textnachweis

  • Autor: Internetredaktion der BARMER
  • Qualitätssicherung: Dr. med. Utta Petzold, Ärztin

Quellen: 

Webcode dieser Seite: a001210 Autor: Barmer Erstellt am: 04.07.2016 Letzte Aktualisierung am: 21.02.2018
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