Die Flexi-Rente: So profitieren Sie

Bald verabschieden sich die geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand. Oder vielleicht doch nicht? Nach längerem politischen Hickhack soll jetzt die Flexi-Rente kommen, um Arbeitnehmern neue Anreize für einen längeren Verbleib im Beruf zu geben. Somit müssen Firmen demnächst nicht mehr ganz so abrupt auf ihre "alten Hasen" verzichten.

Frau schaut nachdenklich

"Wir wollen Arbeitnehmer ermutigen, länger in Beschäftigung zu bleiben. Längeres Arbeiten wird belohnt, der Übergang in die Rente kann flexibler gestaltet werden", fasst CDU/CSU-Sozialexperte Karl Schiewerling die zentralen Inhalte des neuen Reformpakets für den flexiblen Renteneintritt zusammen. Ab 2017 wäre ein höherer Zuverdienst mit weniger Abzügen möglich. Gleichzeitig sollen Reha- und Präventionsangeboten ausgebaut werden, um die Arbeitnehmer für den Arbeitsmarkt länger fit zu halten.

Teilrente ab 63 wird attraktiver

Noch müssen Beschäftigte, die mit 63 in Teilrente gehen und noch in Teilzeit weiterarbeiten, empfindliche Rentenkürzungen in Kauf nehmen. Überschreiten diese Hinzuverdiener mit ihrem Mehrverdienst die 450-Euro-Grenze, kann ihre Vollrente stufenweise bis auf ein Drittel heruntergekürzt werden. Das wird sich durch die Flexi-Rente ändern, denn künftig sollen oberhalb von 450 Euro stufenlos nur noch 40 Prozent des Zuverdienstes von der Rente abgezogen werden. Lediglich Lohn, der das frühere Einkommen übersteigt, wird dann voll angerechnet.

Flexi-Rente: Weiterarbeiten lohnt sich

Auch wer über die Altersgrenze von derzeit 65 Jahren und vier Monaten hinaus weiterarbeitet, obwohl er bereits Rente bezieht, soll finanziell stärker profitieren. Gegenwärtig zahlen Arbeitgeber bei der Beschäftigung eines Altersrentners den Arbeitgeberanteil, ohne dass sich dies für den Betroffenen rentensteigernd auswirkt. Bald dürfen aber auch Arbeitnehmer Rentenbeiträge entrichten, was sich auf die Höhe ihrer Rente entsprechend positiv auswirkt. Auch der Arbeitgeber profitiert von der Flexi-Rente. Zwar muss er den Rentenversicherungsbeitrag für seinen über das Rentenalter hinaus Beschäftigten zur Hälfte tragen, dafür entfällt für ihn – befristet auf fünf Jahre – aber auch die Verpflichtung, 1,5 Prozent des Lohns in die Arbeitslosenversicherung einzuzahlen.

Flexi-Rente: Was sagt das Arbeitsrecht?

Bislang hatten Arbeitgeber nur dann die Möglichkeit, einen Arbeitsvertrag über das normale Renteneintrittsalter hinaus befristet zu verlängern, wenn es dafür einen Sachgrund gab. Mit der Flexi-Rente haben Unternehmen künftig die Option, den Mitarbeiter im Rentenalter auch ohne diese Voraussetzung befristet weiter zu beschäftigen. Allerdings weisen Arbeitsrechtler hier auf eine Vorbedingung hin: Über den Arbeits- oder Tarifvertrag muss geregelt sein, dass die Anstellung auch tatsächlich endet, wenn der Mitarbeiter die Regelaltersgrenze erreicht hat. Automatisch endet das Arbeitsverhältnis mit dem Rentenbezug nämlich nicht! Auch schreibt die Sozialgesetzgebung vor, dass der Beschäftigte bereits vor Erreichen des Rentenalters im Betrieb beschäftigt gewesen sein muss. Die Regelung gilt also nicht für Neueinstellungen. Zudem müssen Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Weiterbeschäftigung bereits vor Erreichen der Altersgrenze schriftlich vereinbart haben.

Qualitätssicherung:

  • Rainer Janzen, Fachredakteur Arbeitgeberthemen

Quellen:

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Webcode dieser Seite: a001133 Autor: Barmer Erstellt am: 10.05.2016 Letzte Aktualisierung am: 07.12.2016
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