Zuzahlungsbefreiung und Zuzahlungsgrenze

Zuzahlungen sind nur bis zur individuellen Zuzahlungsgrenze zu leisten. Von weiteren Zuzahlungen können wir Sie befreien. Damit stellen wir sicher, dass Sie nur im Rahmen Ihrer finanziellen Möglichkeiten herangezogen werden.

Eine Zuzahlungsbefreiung ist möglich, sobald Ihre Zuzahlungen Ihre kalenderjährliche, individuelle Zuzahlungsgrenze erreichen. Zudem erstatten wir Ihnen alle Zahlungen oberhalb dieser Grenze zurück. Auf Wunsch können wir Sie im Voraus für das komplette nächste Kalenderjahr von Zuzahlungen befreien.

Die Zuzahlungsgrenze wird pro Kalenderjahr festgelegt und beträgt grundsätzlich zwei Prozent der Bruttoeinnahmen Ihrer Familie. Sofern ein Familienangehöriger schwerwiegend chronisch krank ist, reduzieren wir Ihre Zuzahlungsgrenze auf ein Prozent.

Ihre Barmer-Vorteile bei der Zuzahlungsbefreiung und Zuzahlungsgrenze

  • Zuzahlungsbefreiung im Voraus: Auf Wunsch befreien wir Sie bereits im Voraus für das komplette nächste Kalenderjahr von den Zuzahlungen. Weiteres Plus: Sie sparen sich das Sammeln von Zuzahlungsnachweisen.
  • Zuzahlungsgrenze: Wir garantieren eine Deckelung Ihrer Zuzahlungen auf Ihre individuelle Zuzahlungsgrenze und eine Erstattung aller Zuzahlungen oberhalb dieser Grenze.
  • Familienbefreiung: Die Zuzahlungsbefreiung umfasst im Regelfall Ihre komplette Familie.

Unsere Leistung Zuzahlungsbefreiung in Anspruch nehmen

  • Sie können den Antrag für bis zu vier Jahre rückwirkend stellen. Prüfen Sie mit unserem Zuzahlungsrechner, ob eine Befreiung für Sie möglich ist.
  • Ist eine Befreiung möglich, können registrierte Nutzer ihren Antrag direkt stellen.
  • Sie können sich auch im Voraus von den Zuzahlungen befreien lassen. Nutzen Sie hierfür den Antrag auf Vorauszahlung der Belastungsgrenze.

Wichtige Informationen zur Zuzahlungsbefreiung

Alle gesetzlichen Zuzahlungen (Krankenversicherung), die Sie oder einer im gemeinsamen Haushalt mit Ihnen lebenden Familienangehöriger gezahlt hat. Hier finden Sie einen guten Überblick zu Zuzahlungen.
  • Im Voraus für ein zukünftiges Kalenderjahr: Sie können Ihre Zuzahlungsgrenze auch im Voraus einzahlen. Dann befreien wir Sie und Ihre Familie von den Zuzahlungen für das zukünftige Kalenderjahr. Weiteres Plus für Sie und Ihre Familie: Sie sparen sich das Sammeln von Zuzahlungsnachweisen.
  • Während eines Kalenderjahres: Wir erstatten Ihnen alle Zuzahlungen oberhalb Ihrer Zuzahlungsgrenze und befreien Sie und Ihre Familie zudem für den Rest des Kalenderjahres von der Zahlung weiterer Zuzahlungen.
  • Rückwirkend für eines der vergangenen vier Kalenderjahre: Wir erstatten Ihnen alle Zuzahlungen oberhalb Ihrer Zuzahlungsgrenze.

Wichtige Informationen zur Zuzahlungsgrenze

Die Zuzahlungsgrenze berechnet sich nach folgender Formel:
Jährliche Bruttoeinnahmen Ihrer Familie
-Freibeträge für Familienangehörige
=„verbleibende“ jährliche Bruttoeinnahmen Ihrer Familie
davon2 Prozent (bei schwerwiegend chronischer Erkrankung 1 Prozent)
=Zuzahlungsgrenze

Alle Familienangehörigen, die mit Ihnen im gemeinsamen Haushalt leben. Dies können sein:
  • Ihr Ehe- und Lebenspartner (auch wenn diese privat krankenversichert sind)
  • Ihre Kinder bis 18 Jahre – d.h. auch noch im kompletten Kalenderjahr, in dem sie 18 werden, egal wo und wie sie versichert sind
  • Ihre Kinder ab 19 Jahren, sofern sie in einer gesetzlichen Krankenversicherung familienversichert sind.
  • Ihre Kinder bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres, sofern Ihr Kind Arbeitslosengeld II bezieht.

Ihre Bruttoeinnahmen werden mit den Einnahmen Ihrer im gemeinsamen Haushalt lebenden Familie zusammengerechnet. Berücksichtigt werden alle laufenden und einmaligen Einnahmen, die zum Bestreiten des Lebensunterhalts bestimmt sind und gegenwärtig zur Verfügung stehen und zwar ohne Rücksicht auf ihre steuerliche Behandlung, z.B. Arbeitsentgelt, Arbeitseinkommen, Renten und Versorgungsbezüge, Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Krankengeld, Einnahmen aus Kapitalvermögen (Zinsen) etc.

Eine Besonderheit gilt, wenn Sie Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem 12. Sozialgesetzbuch oder ergänzende Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem Bundesversorgungsgesetz oder nach einem Gesetz, das dieses für anwendbar erklärt beziehen. Dann wird als Bruttoeinnahme zum Lebensunterhalt lediglich der Regelsatz des Haushaltsvorstandes zu Grunde gelegt. Freibeträge für die Angehörigen gibt es in diesem Fall nicht.

Die jährlichen Bruttoeinnahmen Ihrer Familie werden um Freibeträge für alle berücksichtigten Familienangehörigen gekürzt.

Freibeträge für Familienangehörige:

Freibeträge 
(in Euro)
20182017201620152014
Ehe-/Lebenspartner5.4815.3555.2295.1034.977
je Kind im Haushalt                   7.4287.3567.2487.1527.008

Bei Vorliegen einer chronischen Erkrankung reduzieren wir die Zuzahlungsgrenze auf ein Prozent.
Eine Krankheit ist schwerwiegend chronisch, wenn sie wenigstens ein Jahr lang, mindestens einmal pro Quartal ärztlich behandelt wurde (Dauerbehandlung) und eines der folgenden Merkmale vorhanden ist:

  • eine Pflegebedürftigkeit ab dem Pflegegrad 3
  • Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 60 Prozent oder eine Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) von mindestens 60 Prozent
  • eine kontinuierliche medizinische Versorgung ist erforderlich, ohne die nach ärztlicher Einschätzung eine lebensbedrohliche Verschlimmerung, eine Verminderung der Lebenserwartung oder eine dauerhafte Beeinträchtigung der Lebensqualität zu erwarten ist

Bei Teilnahme an einem Barmer Besser-Leben-Programm für chronisch Kranke wird Ihre Zuzahlungsgrenze ebenfalls auf ein Prozent reduziert.

Bei Fragen beraten Sie gern unsere Mitarbeiter des Telefonservice.

Webcode dieser Seite: a000114 Autor: Barmer Erstellt am: 03.06.2014 Letzte Aktualisierung am: 21.11.2017
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