Mädchen mit Vater und Blume

Kinderkrankengeld: Das Krankengeld bei Erkrankung eines Kindes

Wenn Sie sich als Mutter oder Vater um Ihr krankes Kind kümmern und nicht arbeiten gehen können, erhalten Sie von Ihrem Arbeitgeber zwar kein Entgelt, aber von der Barmer Kinderkrankengeld. Voraussetzung: Keine andere Person, die zu Ihrem Haushalt gehört, kann sich um das Kind kümmern.

Wenn Sie nicht zur Arbeit gehen können, um ihr krankes Kind zu versorgen, ist dies häufig mit Verdienstausfall verbunden. Wenn Sie Mitglied der Barmer sind und selbst Anspruch auf Krankengeld haben, können wir für diesen Verdienstausfall mit Kinderkrankengeld einspringen - unter bestimmten Voraussetzungen: 

  • Ihr Kind ist gesetzlich krankenversichert.
  • Ihr Arzt bescheinigt, dass das Kind krank ist und Betreuung benötigt.
  • Das Kind ist nicht älter als 12 Jahre oder ist behindert und auf Hilfe angewiesen.
  • Eine andere Person lebt nicht mit im Haushalt, die das Kind betreuen könnte.
  • Sie erhalten kein Arbeitsentgelt für die Zeit, in der Sie Ihr Kind pflegen.

Kinderkrankengeld wird pro Kind für bis zu 10 Arbeitstage im Jahr gezahlt. Bei Alleinerziehenden sind es bis zu 20 Tage pro Kind. Für alle Kinder zusammen beträgt der Anspruch 25 Arbeitstage pro Kalenderjahr bei gemeinsam Erziehenden und 50 Arbeitstage bei Alleinerziehenden.

Das Kinder-Krankengeld beträgt 90 Prozent des aufgefallenen Netto-Arbeitsentgeltes. Haben Sie in den 12 Kalendermonaten vor der Freistellung eine beitragspflichtige Zusatzleistung, wie z.B. Urlaubs- oder Weihnachtsgeld erhalten, kann das Kinderkrankengeld bis zu 100 Prozent des Netto-Arbeitsentgeltes betragen. Begrenzt wird das Kinderkrankengeld lediglich auf den gesetzlich festgelegten Tageshöchstsatz von 103,25 Euro (im Jahr 2018).

Das Kinderkrankengeld ist beitragspflichtig zur Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Die Beiträge werden je zur Hälfte von Ihnen und der Barmer übernommen. In der Krankenversicherung sind Sie beitragsfrei, solange Sie Kinderkrankengeld erhalten.

Antrag auf Kinderkrankengeld

Stellen Sie Ihren Antrag auf Kinderkrankengeld direkt online und senden Sie uns die ärztliche Bescheinigung. Alles Weitere erledigen wir für Sie.

Häufige Fragen zum Kinderkrankengeld

  • Das gesetzlich versicherte Kind ist unter zwölf Jahren und muss versorgt werden (Nachweis mit ärztlichem Attest).
  • Die Betreuung übernimmt ein berufstätiges Elternteil, das deshalb nicht zur Arbeit gehen kann.
  • Außerdem kann keine andere im Haushalt lebende Person das Kind pflegen.

Wenn es sich um ein behindertes Kind handelt, das betreut werden muss, entfällt die Altersgrenze von 12 Jahren.

  • Anspruch auf Kinderkrankengeld hat, wer berufstätig und mit Anspruch auf Krankengeld (zum Beispiel als Arbeitnehmer oder als Selbstständiger mit Krankengeld-Wahl) versichert ist. Außerdem muss das Kind, das betreut werden muss, gesetzlich krankenversichert sein.
  • Auszubildende mit Kind erhalten für die Dauer der Erkrankung weiter ihre Ausbildungsvergütung vom Arbeitgeber.
  • Minijobber haben keinen Anspruch auf Kinderkrankengeld.
  • Dies gilt auch für privat versicherte Arbeitnehmer.
Für ein privat versichertes krankes Kind gibt es kein Kinderkrankengeld als Ersatz für ausgefallenes Arbeitsentgelt. Auch wenn der Betreuer/ die Betreuerin gesetzlich krankenversichert ist.

Die Anzahl der Arbeitstage, die zur Pflege von kranken Kindern zur Verfügung stehen, ist abhängig davon, wie viele Kinder zu betreuen sind und ob beide Elternteile beteiligt sind oder nur ein alleinerziehender Elternteil. 

beide ElternteileAlleinerziehend
ein Kind10 Arbeitstage (je versichertem Kind und Elternteil)20 Arbeitstage je versichertem Kind
zwei Kinder20 Arbeitstage (maximal 10 Tage je versichertem Kind und Elternteil)

40 Arbeitstage

(maximal 20 Tage je versichertem Kind)

mehr als zwei Kinder

25 Arbeitstage (maximal 10 Tage je versichertem Kind und Elternteil)

50 Arbeitstage

(maximal 20  Tage je versichertem Kind)

 

 Wichtig: Die Anzahl der Tage gilt jeweils pro Kalenderjahr.

  • Wird das Arbeitsentgelt weiterbezahlt, ruht der Anspruch auf Krankengeld.
  • Anspruchsberechtigte Eltern haben die Möglichkeit, ihren Anspruch auf das andere gesetzlich versicherte Elternteil zu übertragen.
Ist ein Kind schwerstkrank und hat nur noch wenige Wochen oder Monate zu leben, können die Eltern zeitlich unbegrenzt Krankengeld bekommen. Das Kind muss dann auch nicht zwingend im Haushalt des Versicherten wohnen und dort betreut werden. Es kann auch in einem Hospiz oder Krankenhaus untergebracht sein.
Der Elternteil, der die Betreuung des kranken Kindes übernimmt, beantragt das Kinderkrankgeld bei der persönlichen Krankenkasse. 
Hierzu ist ein Nachweis erforderlich, dass der andere - ebenfalls gesetzlich und mit Anspruch auf Krankengeld versicherte - Elternteil von seiner Arbeit unabkömmlich ist. Diese Bescheinigung stellt der Arbeitgeber aus. Zusammen mit der Bescheinigung vom Arzt, dass das Kind so krank ist, dass es betreut werden muss, reicht der Elternteil, der weiter zu Hause bleibt, die Unterlagen bei der persönlichen Krankenkasse ein.
  • Grundlage für die Berechnung des Krankengelds ist Ihr beitragspflichtiges Arbeitsentgelt. - egal ob Sie Vollzeit oder Teilzeit arbeiten.
  • Das Krankengeld bei Erkrankung des Kindes beträgt grundsätzlich 90 Prozent des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts.
  • Wenn Sie vor dem Krankengeldbezug Einmalzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld erhalten haben, können es sogar 100 Prozent sein.
Im Jahr 2018 beträgt das Kinderkrankengeld höchstens 103,25 Euro pro Tag.
  1. Sie erhalten eine Bescheinigung des Arztes, mit der er die Erkrankung des Kindes bestätigt.
  2. Reichen Sie bei Ihrem Arbeitgeber eine Kopie der ärztlichen Bescheinigung ein.
  3. Füllen Sie immer den Abschnitt „Antrag des Versicherten“ auf der ärztlichen Bescheinigung aus und reichen diese bei Ihrer BARMER ein. Bitte denken Sie daran Ihre aktuelle Bankverbindung anzugeben.
  4. Nutzen Sie ganz einfach unseren Online-Service oder unsere Service-App.
  5. Oder nutzen Sie direkt die für Ihren Postleitzahlenbereich zuständige Adresse::
    Postleitzahl 00000 – 46999
    Barmer
    42267 Wuppertal
    Postleitzahl 47000 – 99999
    Barmer
    73520 Schwäbisch Gmünd
  • Wenn Sie Beiträge in die Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung bezahlen, werden diese auch für das Kinderkrankengeld berechnet. Dies erfolgt automatisch durch die Barmer.
  • Für die Krankenversicherung brauchen Sie in der Zeit, in der Sie Krankengeld bekommen, keine Beiträge zu bezahlen.
Sobald der Barmer die Verdienstbescheinigung Ihres Arbeitgebers vorliegt, überweisen wir Ihnen das Krankengeld. In der Regel erfolgt die Übermittlung der Verdienstbescheinigung automatisch mit Abrechnung des Monats, in dem das Kind krank war. Dauert die Krankheit über einen Monatswechsel (z. B. 30.01.20XX – 02.02.20XX) an, benötigen wir für jeden Monat eine Verdienstbescheinigung. Dadurch kann sich die zweite Auszahlung verzögern.
  • Haben Sie Krankengeld erhalten, müssen Sie dies in Ihrer Steuererklärung angeben.
  • Wenn wir Ihre Steuer-Identifikationsnummer kennen, übermitteln wir dem Finanzamt auf elektronischem Weg bis zum 28.02 des Folgejahres automatisch die Höhe und die Zeiten, in denen Sie Krankengeld erhalten haben.
  • Die Finanzamtsbescheinigung wird Ihnen kurze Zeit später per Post zugeschickt.

Studie zum Kinderkrankengeld

In einer aktuellen Studie hat die Barmer ermittelt, in welchen Bundesländern die Väter am häufigsten die Betreuung ihrer kranken Kinder übernehmen und Kinderkrankengeld erhalten.

Kinderkrankengeld für Väter im bundesweiten Vergleich

Weitere Leistungen für Familien

Die Barmer bietet Ihnen einen umfassenden Schutz für die ganze Familie an. In der Schwangerschaft kümmern wir uns um die medizinische Betreuung und begleiten Sie mit praktischen Tipps und kompetenter Beratung. Ist der Nachwuchs da, gibt Ihnen unser Kinder- und Jugend-Programm mehr Sicherheit.

Webcode dieser Seite: a000071 Autor: Barmer Erstellt am: 03.06.2014 Letzte Aktualisierung am: 11.10.2018
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