Elisabeth
Lebensstory

"Dem Rauschen der Blätter zuzuhören, ist für mich der größte Entspannungsmoment."

Den Wind spüren, durch den Park radeln, am glitzernden Fluss sitzen. Die Natur bietet unzählige Möglichkeiten, draußen zu sein. Vielen Menschen helfen genau solche Naturerlebnisse, um happy und fit zu bleiben – und Krisenzeiten zu überstehen. So wie Elisabeth. Wir haben die 30-Jährige getroffen und sie erklärt, warum die Natur für sie so viel mehr ist als nur ein schöner Anblick.

"Die Natur hat mir geholfen, mich wieder auf mich selbst zu konzentrieren."

 

Vor einigen Monaten flatterte völlig unerwartet die Kündigung in Elisabeths Briefkasten. „Ich habe mich im ersten Moment ziemlich wirr gefühlt“, erinnert sich die 30-Jährige. Sie hatte den neuen Job gerade erst angefangen und alles fühlte sich gut an – da war es auch schon wieder zu Ende. Und sie musste erstmal raus. Also stieg sie auf ihr Fahrrad und fuhr eine lange Runde um den großen Schlosspark am Stadtrand, um wieder einen einigermaßen klaren Gedanken zu fassen. „Erst danach habe ich meinen Freund angerufen, um zu erzählen, was passiert war“, erzählt sie.

In der Zeit danach ging sie jeden Tag nach draußen, setzte sich an den Fluss, saß auf der Parkbank, blinzelte in die Sonne – und die Gedanken sortierten sich langsam. Die Ruhe der Natur habe ihr geholfen, sich wieder auf sich selbst zu konzentrieren, sagt sie heute. „Ich glaube, dass die Natur uns alles gibt, was wir brauchen: Entspannung, Energie und Nahrung. Nicht nur das, was wir essen, sondern auch Licht, Wärme und Farben. Und das hilft einem auch in Krisenzeiten“, erklärt Elisabeth. Die Zeit an der frischen Luft brachte sie auch auf neue Ideen: „Unser Alltag ist so durchgetaktet und wird bestimmt von Terminen und Uhrzeiten“, erklärt sie. „Wir leben schon lange nicht mehr in unserem natürlichen Rhythmus.“

Zukünftig möchte sie mehr auf ihre „innere Uhr“ hören, sich mehr Pausen gönnen und öfter die Zeit nehmen, morgens für fünf Minuten die Yogamatte auszurollen. Anstatt Bewerbungen als Personalmanagerin zu schreiben, feilt sie an einer eigenen Geschäftsidee: Sie will naturnahe Gesundheitswochen auf Sylt anbieten, den Master für angewandte Gesundheitswissenschaften hat sie bereits. „Dinge, die einem passieren, wie eine Kündigung, sollte man nicht nur negativ sehen“, findet Elisabeth. „Es geht viel mehr darum zu schauen, was sind die Steine, die mir in den Weg gelegt werden und was kann ich daraus bauen? Die Natur ist für mich hierbei eine echte Inspiration und Kraftquelle.“

Auf dem Heimweg einfach mal in die Baumkronen schauen – das gibt Power nach einem stressigen Arbeitstag.

"Der Anblick von Wasser, Bäumen oder den Bergen in der Ferne hat eine beruhigende Wirkung auf mich. Aber auch wenn ich einfach nur in der Sonne sitze, dem Rauschen der Blätter zuhöre, dann ist das der größte Entspannungsmoment“, sagt Elisabeth. Diese einfachen, kleinen Momente im Alltag bewirken Großes für das Wohlbefinden, ist sie überzeugt. Aber dafür müsse man sich im Alltag bewusst Zeit nehmen: Einfach mal den Wind auf dem Arbeitsweg spüren, die Muße haben, einer vorbeifliegenden Biene hinterherzuschauen, dem Rascheln des Laubes auf dem Gehweg lauschen oder im Vorbeigehen an dem blühenden Busch riechen. „Die Natur schenkt uns diese Pracht einfach so, überall und kostenlos“, strahlt Elisabeth.

Um das zu erleben, müsse man noch nicht einmal weit wegfahren, denn selbst mitten in der hektischsten Großstadt finde sich immer ein wenig Grün irgendwo. Sie fährt daher möglichst alle Strecken mit dem Rad: ins Büro, zum Supermarkt, zu Freunden. „Es gibt tolle Wege direkt am Fluss entlang oder durch Parkanlagen. So habe ich jeden Tag frische Luft und ein wenig Natur.“ Ihr Trick: keine Kopfhörer, kein E-Bike. „Ich fahre lieber langsam und nehme dafür alles um mich herum bewusst wahr“, sagt sie. „Selbst, wenn ich auf dem Heimweg nur für ein paar Minuten durch den schönen alten Park bei mir ums Eck laufe“, sagt sie. „Einfach kurz tief einatmen und in die Baumkronen hinaufschauen, das gibt mir wieder Power nach einem stressigen Arbeitstag.“

Und wenn der Alltag zu hektisch ist und selbst für diese kleinen Dinge kein Platz mehr bleibt? „Für Tage, an denen ich es nicht schaffe, draußen zu sein, habe ich viele Pflanzen in meiner Wohnung. Eine schöne Palme steht zum Beispiel direkt neben meinem Sofa, sodass ich unter Palmen ein entspannendes Buch lesen kann. So kommt ein kleines bisschen Natur ins eigene Zuhause.“

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