Yoga

Wie Yoga bei Depressionen hilft und für innere Stärke sorgt

Lesedauer unter 6 Minuten
Eine Frau in einem Wohnzimmer führt die Yoga-Stellung Kobra aus

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  • Barmer Internetredaktion
Inhaltsverzeichnis

Der größte nachweisbare Unterschied zwischen uns Menschen und den Tieren ist unser Vermögen, in sämtliche Richtungen zu denken. Wir können uns die Zukunft ausmalen und die Vergangenheit rekapitulieren, uns durch Empathie in unsere Mitmenschen hineinversetzen und komplexe Denkaufgaben lösen. Unser Alltag ist von unzähligen Situationen geprägt, die genau das von uns erfordern: den Verstand zu nutzen. Und alles, was wir durch unsere geistigen Fähigkeiten erreichen, lässt sich auf mentale Stärke zurückführen. Unser Geist, unsere Sinne, die Psyche und das Bewusstsein sind allesamt Worte für unser mentales Ich.

Wieso ist mentale Stärke so wichtig?

Die heutige Zeit, mitsamt Globalisierung und Digitalisierung, fordert unsere mentale Stärke enorm heraus. Der moderne Mensch ist ein gestresster Mensch. Ganz egal, ob wir diesen Stress bewusst oder unbewusst wahrnehmen. Wir müssen ständig erreichbar und vernetzt sein, während sich die Werte, die über Jahrhunderte als das Nonplusultra galten, langsam auflösen und neu definiert werden. Unsere Psyche, die sich auf den konstanten Fortschritt immer wieder einstellen muss, reagiert bei Überforderung mit einer trotzigen Gegenreaktion: Burnout, Depressionen und Ängsten. Um einige Beispiele zu nennen. Diese psychischen Erkrankungen sind allesamt Warnsignale unserer Seele, die, weil wir es oft nicht anders verstehen wollen, Stopp sagt.

Therapeuten, Wissenschaftler und Experten der Naturheilkunde haben erkannt, dass Yoga ein ganz großartiger Begleiter auf der Reise zu mehr mentaler Stärke ist. Denn Yoga ist ein ganzheitlicher Ansatz, der Körper und Geist in Einklang bringt. Yoga ist kein bloßer Trend, sondern durch seine geistigen und körperlichen Übungen dazu in der Lage, unsere Gedanken- und Verhaltensmuster zu ändern. Wer Yoga praktiziert, lernt unter anderem auch bewusstes Atmen, denn tiefes Ein- und Ausatmen ist ganz eng mit mentaler Stärke verbunden.

Kann Yoga unsere Psyche stärken?

Menschen im Fernen Osten machen seit Jahrtausenden Yoga. Nicht zuletzt daher kommt das Bild des in sich ruhenden Buddhisten, der eins mit dem Leben und der Natur ist. Seit Jahrzehnten wissen auch die Menschen im Westen, dass der holistische, also ganzheitliche Ansatz von Yoga einen entscheidenden Einfluss auf unsere Psyche haben kann. Yoga besteht unter anderem aus Asanas, den Körperübungen, und Pranayamas, den Atemübungen. Wer Yoga regelmäßig und über einen längeren Zeitraum praktiziert, lernt auch, umherirrende Gedanken durch Entspannungstechniken und Autosuggestion wieder ins Jetzt zu bringen. Und "Jetzt" ist ein mentaler Ort, von dem aus wir alles entscheiden und theoretisch auch erreichen können.

Autosuggestion, was so viel bedeutet wie "selbst vorstellen", wird auch in der Meditation angewendet. Ziel ist es, einen positiven und beruhigenden Gedanken so oft zu wiederholen, bis er ein ganz selbstverständlicher Teil unseres Denkens wird. Zum Beispiel "ich bin stark". Mit Yoga können wir unser Unterbewusstsein wie einen Muskel trainieren und unsere innere Stärke konstant verbessern. Darüber hinaus gibt es Asanas (Körperübungen), die "der Held" oder der "visionäre Held" heißen: Wir stehen fest mit beiden Beinen auf dem Boden, strecken unsere Brust, öffnen die Arme und schauen in Richtung Himmel – durch diese Körperhaltung manifestieren wir den Gedanken, dass wir stark und der Held unseres eigenen Lebens sind.

Yoga ist ein Kreislauf aus Meditation, Atemtechniken und Körperübungen. Ein starker und geschmeidiger Körper zahlt ebenso auf eine erkrankte Psyche ein wie innere Stärke auf Blockaden in Muskeln und Gelenken. Wer an depressiver Stimmung leidet oder sich nach mehr mentaler Stärke sehnt, wird im Yoga (auch) eine Rückbesinnung auf die eigenen Bedürfnisse finden. 

Hilft kontrolliertes Atmen gegen innere Unruhe und Stress?

Wir kennen das: Bei Stress atmen wir zu schnell, bei Gefahr hyperventiliert man, und wenn wir uns in jemanden verlieben, bleibt uns die Luft weg. Nicht umsonst sind so viele Emotionen mit unserem Atem verknüpft – er versorgt nicht nur unsere Lungen, sondern auch unser Hirn, das Herz und die Blutbahnen mit Sauerstoff. Atmen ist für uns so selbstverständlich, dass wir praktisch nie darüber nachdenken. Doch wussten Sie, dass sich die meisten Menschen an eine falsche Atmung gewöhnt haben? Der Atem ist zu kurz, zu flach und beansprucht nur einen geringen Teil unseres Lungenvolumens. Dadurch nehmen wir zu wenig Sauerstoff auf und mindern unbewusst unsere Abwehrkräfte. Hier kann Yoga helfen – und zwar schon nach wenigen Wochen regelmäßigem Trainieren.

Yoga fordert uns auf, das Atmen wieder zu lernen, indem man die drei Stufen des Atmens bewusst durchläuft:

  1. Die Schlüsselbeinatmung (oberflächlich)
  2. Die Brustatmung (mittel)
  3. Die Bauchatmung (tief)

Durch den Wechsel aus Konzentration und Entspannung lenken wir unser Bewusstsein auf Herz, Lunge und Kopf und bauen Stress ab. Wir denken nicht an To-do-Listen oder Dinge, die uns runterziehen. Besonders für Menschen mit Depressionen, Ängsten oder Burnout ist diese Übung ganz wichtig, weil der Fokus aufs Atmen die Gedanken an Unglück oder Trauer umlenkt.

Wie auch die Asanas, die Körperübungen, bestehen die Pranayamas (die Atemübungen) aus drei Teilen pro Atemzug:

  • Wir atmen ein
  • Wir halten den Atmen an
  • Wir atmen aus

Ist der positive Effekt von Yoga wissenschaftlich belegt und ein Ersatz für Therapie?

Yoga ist eine der mit Abstand besterforschten Formen der Naturheilkunde. Und anders als man vermuten mag, findet der Heilungsprozess, den Yoga körperlich und psychisch bewirken kann, nicht nur auf einer unsichtbaren Metaebene statt. Wissenschaftler können bei Menschen, die über einen längeren Zeitraum regelmäßig Yoga praktizieren, Veränderungen im Hirn nachweisen. Im Fokus dabei steht die Vermehrung von Glückshormonen wie Dopamin und Serotonin und ein Neurotransmitter namens "GABA". Gamma-Aminobuttersäure ist ein Neurotransmitter mit angstlösender Wirkung. Nach mehreren Wochen regelmäßiger Yoga-Übungen, die auch Meditation beinhalteten, berichteten die Studienteilnehmer von einer verbesserten Stimmung und allgemein mehr Wohlbefinden. Tatsächlich konnte eine höhere GABA-Konzentration im Körper nachgewiesen werden – Ängste wurden gelöst und die innere Stärke unterstützt. Yoga kann somit einen wissenschaftlich nachgewiesenen positiven Einfluss auf unsere Stimmung haben.

Die Effekte von Yoga auf das Nervensystem und die körperliche Gesundheit werden immer öfter untersucht und dokumentiert. Doch auch nach über 100 Jahren wissenschaftlicher Forschung, würde sich niemand anmaßen, Yoga als Heilmittel für psychische Erkrankungen zu nennen. Yoga wird aber als ergänzende Maßnahme zu medikamentöser und therapeutischer Behandlung empfohlen. Generell gilt, dass Bewegung, in welcher Form auch immer, ein großartiger Begleiter bei Burnout und Angst ist und für mentale Stärke sorgt. Zudem wissen wir heute, dass Yoga durch das Erlernen von Meditation und Entspannungsübungen depressiven Episoden vorbeugen, Angst lindern und Stress minimieren kann. Eine Studie des Bundes der Yogalehrer (BDY) und der GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) hat ergeben, dass sich eine Vielzahl der befragten Yoga-Praktizierenden ausgeglichener, entspannter und ruhiger fühlen.

Wer schwerwiegende Depressionen hat, sollte sich immer professionelle Hilfe holen und mit einem Experten besprechen, inwiefern auch eine Behandlung mit Medikamenten infrage kommt. Yoga ist kein Wundermittel, das psychische Erkrankungen über Nacht heilen kann. Yoga hat jedoch das Vermögen, die mentale Stärke und damit die Bedingungen zu verbessern, die zum Beispiel Depressionen vermindern können. Oder anders gesagt: Yoga kann einen Nährboden für eine gesündere Psyche bilden, an dem sich der gestresste Geist bedienen kann.

Sie möchten gerne Yoga machen, aber nicht gleich mit einem Kurs im Yoga-Studio beginnen? Dann entdecken Sie die wirkungsvollen Yoga-Einheiten "Urban Yogaism" von Yoga-Coach Lydia. Die Asanas (Körperübungen) können von Anfängern und Fortgeschrittenen ganz bequem von zu Hause aus durchgeführt werden. 

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Webcode: a005441 Letzte Aktualisierung: 03.06.2020
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