Schüler und Lehrer in einem Klassenraum

Immer online – nie mehr allein?

Im Projekt „Immer online – nie mehr allein?“ geht es um die Prävention von digitalem Stress in der Lebenswelt Schule. Die Barmer unterstützt das Präventionsprojekt in Kooperation mit der BG3000 Service GmbH und unter wissenschaftlicher Begleitung der TÜV Rheinland Akademie GmbH.

In dreitägigen Workshops vor Ort, den sogenannten DIGI CAMPS, setzen sich Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte mit Chancen und Risiken der digitalen Welt auseinander.

Zudem werden LEHRER CAMPS angeboten. Hier wird in einer eintägigen Schulung das gesamte Lehrerkollegium einer Schule hinsichtlich der Chancen und Risiken, die ein vermehrt digitaler Schulalltag mit sich bringt, qualifiziert.

„Immer online – nie mehr allein?“ ist ein Projekt zur Prävention von digitalem Stress. Es zielt darauf ab, die digitale Kompetenz junger Menschen, die in der digitalen Welt oftmals sich selbst überlassen sind, zu fördern und deren bewussten Umgang mit den neuen bzw. digitalen Medien zu stärken. Das Projekt wurde von der BG3000 Service GmbH zusammen mit der Barmer entwickelt. Es wird durch die TÜV Rheinland Akademie GmbH wissenschaftlich begleitet. Die Schirmherrschaft hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn inne. Das Konzept des Projekts berücksichtigt die gesamte nichtbetriebliche Lebenswelt Schule – also die Zielgruppen Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern.

DIGI CAMPS
In dreitägigen Workshops vor Ort, den sogenannten DIGI CAMPS, setzen sich Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte mit Chancen und Risiken der digitalen Welt auseinander. Erfahrene Trainer und Referenten vermitteln theoretische, aber auch praktische Inhalte bzw. erarbeiten diese gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. So vermitteln beispielsweise YouTube-Stars und Influencer Techniken für den richtigen Umgang mit dem Netz. Denn: Wer die Fallstricke kennt, kann besser auf ein ausgewogenes Maß an Konsum und Herausgabe von Informationen achten – und die Vorteile für sich nutzen. In den DIGI CAMPS geht es um Schwerpunktbereiche wie YouTube, Instagram, Bloggen, Journalismus im digitalen Zeitalter etc. Die Schülerinnen und Schüler erstellen dabei unter anderem eigene Beiträge – beispielsweise YouTube-Clips, Instagram-Fotos, Blogs oder journalistische Formate. Die Inhalte der DIGI CAMPS zielen ergänzend darauf ab, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein Gleichgewicht zwischen gesunder Ernährung, Maßnahmen der digitalen Stressbewältigung und regelmäßigen Bewegungseinheiten im Zusammenhang mit der Nutzung von digitalen Medien nahe zu bringen.

LEHRER CAMPS
In den eintägigen LEHRER CAMPS bekommen die Lehrerinnen und Lehrer wertvolle Impulse zu digitaler Gesundheit, Medienprävention und zeitgemäßem Unterricht. In einem Mix aus Vorträgen von Fachreferenten und interaktiven Workshops mit Trainern aus der Medienpraxis werden alle Fragen rund um den Unterricht von Morgen bearbeitet und dabei Themen wie Stressprävention im digitalen Raum, Cybermobbing, Datenschutz & -Sicherheit (DSGVO) sowie digitales Lehren und Lernen behandelt. Unter präventiven und gesundheitsförderlichen Gesichtspunkten geht es unter anderem darum, ein Verständnis für eine gesundheitsbewusste Lebensweise im Einklang mit den Einflüssen, die die digitale Welt mit sich bringt, zu schaffen und weiterzuvermitteln.

Die Zielgruppen des Präventionsprojekts sind Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 6-10, Schulleitungen, Lehrkräfte und Eltern.

Die Zielsetzung des Projekts ist ein sinnvoller, gesundheitsförderlicher Umgang mit digitalen Medien. Dabei geht es darum, die Chancen der neuen bzw. digitalen Medien zu erkennen und positiv für sich zu nutzen, aber auch die Risiken und Gefahren (z. B. Cyber-Stress/-Mobbing, Sexting, soziale Isolation, psychische Störungen, Sucht) zu beachten – auch im Hinblick auf die eigene mentale Gesundheit. Das Projekt möchte zudem die Lehrkräfte unter anderem als Multiplikatoren befähigen, zur Prävention von digitalem Stress in Schulen beispielsweise für die Gesundheitsförderung im Handlungsfeld Stressbewältigung tätig zu werden. Die beteiligten Schulen entwickeln sich zu Impulsgebern für die Themen „Medienkompetenz“, „Verbraucherbildung“ und „Förderung von Stressbewältigungskompetenzen“. Bisher fanden rund 40 DIGI CAMPS und 1 LEHRER CAMP seit Beginn der Kooperation statt – darunter auch an mehreren Schulen in benachteiligten Quartieren.

Interessierte Schulen können sich unter BG3000/Projekte/Digi Camps registrieren lassen.

Sie haben Interesse an den rechtlichen Grundlagen? Informationen finden Sie im Leitfaden Prävention

Textnachweis

  • Autor: Barmer Internetredaktion
  • Qualitätssicherung: Daniela Beerens, Barmer Prävention; Stefan Krause, BG3000 Service GmbH, Leiter Projektorganisation DIGI CAMPS

Literatur

  • Leitfaden Prävention, Herausgeber GKV-Spitzenverband, Reinhardtstraße 28, 10117 Berlin
  • Bernhofer, S. (2013). Medien und Kognition: Wie Onlinemedien unser Denken beeinflussen. GRIN Verlag.
  • Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2017). SCHAU HIN! Was dein Kind mit Medien macht.
  • Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (2017). Ein Netz für Kinder.
  • Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) Rheinland-Pfalz (2017). klicksafe.de.
  • Schlieszeit, J. (2011). Mit Whiteboards unterrichten: Das neue Medium sinnvoll nutzen. Beltz-Pädagogik Praxis. Weinheim: Beltz.
  • Schmid, U., Goertz, L., Behrens, J. (2017). Monitor Digitale Bildung. Die Schulen im digitalen Zeitalter. Bertelsmann-Stiftung.
  • JIM-Studie
Webcode dieser Seite: g100718 Autor: Barmer Erstellt am: 18.10.2017 Letzte Aktualisierung am: 01.10.2018
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