Frauen aktivieren

„BIG“ – Bewegung als Investition in Gesundheit. Gedanke des Projekts ist, diejenigen in unserer Gesellschaft für das Thema Bewegung zu gewinnen, die hiervon besonders profitieren würden.

Frauen in Bewegung

Foto: Erich Malter

„BIG“ ist ein Präventionsprojekt der Barmer in Kooperation mit dem Department für Sportwissenschaft und Sport der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Arbeitsbereich Public Health und Bewegung

Studien belegen, dass sozial benachteiligte Gruppen nur bedingt gesundheitsförderliche Angebote in Anspruch nehmen. Dies gilt besonders für die Gruppe der Frauen in schwierigen Lebenslagen, beispielsweise alleinerziehende Frauen, Frauen in der Grundsicherung oder Frauen mit Migrationshintergrund.

  • „BIG“ ermöglicht Frauen in schwierigen Lebenslagen einen besseren Zugang zu Sport und Bewegung.
  • In den Kommunen werden, im Sinne des Präventionsgesetzes, die strukturellen Voraussetzungen für bedarfsgerechte Bewegungsangebote und deren nachhaltige Verankerung sowie für den Aufbau von Gesundheitsförderungsstrukturen geschaffen.
  • Eine bislang schwer erreichbare Bevölkerungsgruppe wird eingebunden und aktiviert. Damit wird gesundheitliche Chancengleichheit gefördert. Die gesundheitliche Kompetenz der Frauen wird erhöht.
  • Die Bewegungsangebote in der Kommune werden gemeinsam entwickelt und nachhaltig verankert. Frauen aus der Zielgruppe sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Kommune und Politik sitzen hierzu gemeinsam an einem Tisch.
  • Es werden bedarfsgerechte Angebote mit der Zielgruppe für die Zielgruppe geschaffen.
  • Die physische, psychische und soziale Gesundheit der beteiligten Frauen wird gefördert.

Entwickelt wurde „BIG“ als Modellprojekt vom Department für Sportwissenschaft und Sport (DSS) der Universität Erlangen-Nürnberg in Erlangen.

Es handelt sich um ein qualitätsgesichertes Programm, das bereits an 16 Standorten in Deutschland vom Team des BIG-Kompetenzzentrums des DSS unter der Leitung von Prof. Dr. Alfred Rütten erprobt und evaluiert wurde. Dafür hat „BIG“ zahlreiche Auszeichnungen erhalten.

Gemeinsam mit der BARMER wird nun ein Konzept für einen deutschlandweiten Transfer des BIG-Ansatzes erprobt.

Die Zusammenarbeit zwischen der am BIG-Projekt teilnehmenden Kommune und Barmer, unterstützt vom Department für Sportwissenschaft und Sport der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, ist zunächst auf 12 Monate angelegt.

Grundlage für die Durchführung in der Kommune ist das BIG-Manual, eine „Schritt-für-Schritt-Anleitung“, die als Arbeitshilfe interessierte Kommunen bei der Durchführung von „BIG“ einschließlich dem Aufbau geeigneter Strukturen und der Aneignung erfolgreicher Methoden unterstützt.

Die Kommune bringt sich personell und finanziell ein. Vertreterinnen und Vertreter aus Kommune und Politik übernehmen Verantwortung für „BIG“. Frauen aus der Zielgruppe sind – von der Planung über die Umsetzung bis hin zur Auswertung von Aktivitäten – beteiligt und sitzen mit den Vertreterinnen und Vertretern aus Kommune und Politik an einem Tisch.

Die gemeinsam entwickelten Angebote (z. B. Kursangebote, Bewegungsgelegenheiten, Ausbildung der Frauen zur Sportassistentin interkulturell und zu Übungsleiterinnen, Projektbüros in den Stadtteilen) entsprechen genau dem Bedarf der Zielgruppe.

In der Kommune werden Netzwerke zur nachhaltigen Verankerung von „BIG“ aufgebaut.

Die Kommune wird – neben dem BIG-Manual – mit Arbeitshilfen, Checklisten, aber auch durch individuelle inhaltliche Beratung und Schulung, bei der Umsetzung unterstützt.

Möglichkeiten der Vernetzung und des Austausches zwischen den Kommunen und Akteuren, die „BIG“ umsetzen, werden geschaffen.

Die Umsetzung von „BIG“ ist Auftakt zu einem nachhaltig verankerten Angebot im Sinne der Bewegungs- und Gesundheitsförderung in der Kommune. „BIG“ dient als Schlüssel, um an schwer erreichbare Bürgerinnen und Bürger der Kommune heranzukommen und Netzwerke engagierter Menschen zu schaffen. Dieser Ansatz leistet dabei auch einen wichtigen Beitrag zur (interkulturellen) Öffnung vorhandener Strukturen, nicht nur bei Politik und Verwaltung, sondern auch bei Sportvereinen und Präventionsanbietern.

Mit „BIG“ gelingt die Einbindung einer bislang nur schwer erreichbaren Bevölkerungsgruppe sowie deren „Empowerment“ zu Expertinnen in eigener Sache zu werden. Letztlich wird die physische, psychische und soziale Gesundheit von Frauen in schwierigen Lebenslagen über Bewegungsaktivitäten gefördert. Bedarfsgerechte, und somit von der Zielgruppe akzeptierte und frequentierte, (Bewegungs-)Angebote sowie die hierzu notwendigen Strukturen werden geschaffen.

Frauen in schwierigen Lebenslagen, die sich im BIG-Projekt engagieren, wirken in ihrer jeweiligen Community als Vorbilder und ermuntern andere, sich ebenfalls einzubringen.

Interessierte Kommunen können sich unter www.big-projekt.de informieren. Bei Interesse an den rechtlichen Grundlagen hält der Leitfaden Prävention entsprechende Informationen bereit.

 

Textnachweis
  • Autor: Internetredaktion Barmer
  • Endredaktion und Qualitätssicherung: Daniela Beerens, Barmer Prävention; Anna Streber, Department für Sportwissenschaft und Sport der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Literatur

  • Leitfaden Prävention, Herausgeber: GKV-Spitzenverband, Reinhardtstraße 28, 10117 Berlin
  • Frahsa, A., Klement, U., Majzik, Z., Wolff, A. & Rütten, A. (2012). Bewegung als Investition in Gesundheit – Das BIG-Projekt: Bewegungsangebote, günstig und wohnortnah von Frauen für Frauen. In: Hofmann, J., Turan, G., Altenberger, H. & Woerlein, H.(Hrsg.): Sport und soziale Integration – Chancen, Probleme und Perspektiven für Städte und Kommunen (28.-29.06.11). Hamburg: Feldhaus, Edition Czwalina, S. 38-47. (Sportwissenschaft und Sportpraxis Bd. 161)
  • Wolff, A. & Rütten, A. (2013). Integration von Nicht-Bewegern in Sportvereine. Prävention und Gesundheitsförderung, Vol. 8, Issue 3, S. 138-146.


 

Webcode dieser Seite: g100813 Autor: Barmer Erstellt am: 07.12.2017 Letzte Aktualisierung am: 22.05.2018
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