DBS! – kommunal

Die Gesundheitsinitiative „Deutschland bewegt sich!“ ist zu einer kommunalen Präventionskampagne weiterentwickelt worden. Das neue Präventionsprojekt der Barmer “DBS! – kommunal“ unterstützt Städte und Gemeinden auf ihrem Weg zur bewegten Kommune.

Kommunale Präventionskampagne

Die Gesundheitsinitiative der Barmer "Deutschland bewegt sich!" wird zu einer nachhaltig angelegten Präventionskampagne "DBS! – kommunal" weiterentwickelt und auf die kommunale Ebene ausgedehnt.

  • Im Sinne des Präventionsgesetzes wird in den Kommunen der Aufbau von Gesundheitsförderungsstrukturen gestärkt.
  • Bislang schwer erreichbare Bevölkerungsgruppen werden eingebunden und damit gesundheitliche Chancengleichheit gefördert.
  • Die Bewegungsmöglichkeiten in der Kommune werden nachhaltig verbessert und damit die Akzeptanz für Bewegungsförderung in der Bevölkerung erhöht.
  • Es werden optimale kommunale Voraussetzungen geschaffen, damit jeder Einzelne mehr für seine Gesundheit aktiv sein kann.
Die Weiterentwicklung zur nachhaltigen Präventionskampagne wurde im Rahmen eines Pilotprojekts in Schwäbisch Gmünd (Baden-Württemberg) und Magdeburg (Sachsen-Anhalt) erprobt. Die wissenschaftliche Begleitung des Pilotprojekts hat ein Team der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg unter der Leitung von Prof. Dr. Alfred Rütten durchgeführt.

Die Ergebnisse des wissenschaftlichen Teams belegen, dass massenmediale Kampagnen und Großevents allein nicht ausreichen, nachhaltig das Bewegungsverhalten in der Bevölkerung zu verändern. Daher werden künftig im Rahmen von "DBS! - kommunal" auch bewegungsfördernde kommunale Strukturen und Prozesse gefördert und nachhaltig verankert. Dazu werden in den beteiligten Städten sogenannte "kommunale Bündnisse" gegründet, die die lokalen Bedürfnisse erfassen (Assessment), einen Ziel- und Maßnahmenkatalog verabschieden und die Umsetzung einzelner Maßnahmen steuern. Ein wesentliches Element dieses Prozesses ist die Partizipation, d.h. Bürgerbeteiligung.

Die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Barmer ist zunächst auf 12 Monate angelegt. Während der Projektlaufzeit moderiert und begleitet ein erfahrener Dienstleister für kommunale Sportentwicklung den gesamten Entwicklungsprozess.

Zu Beginn wird anhand eines wissenschaftlich erprobten Fragebogens ermittelt, wie bewegungsfreundlich die Infrastruktur der Stadt ist, wie bewegungsfreudig die Bürgerinnen und Bürger sind und welche Ansätze zur Bewegungsförderung auf der politischen Agenda stehen. Anhand der Ergebnisse werden dann Stärken und Schwächen analysiert, Ziele vereinbart und geeignete Maßnahmen zur Umsetzung in der Kommune ausgewählt.

Den Prozess bringen maßgeblich zwei Gremien voran: die leitende Steuerungsgruppe und das "Kommunale Bündnis für Bewegung".

  • Der Steuerungsgruppe gehören Vertreter/innen der Stadt, des Dienstleisters für kommunale Sportentwicklung und der Barmer an.
  • Im "Kommunalen Bündnis für Bewegung" arbeiten Vertreter/innen aus dem Gesundheitswesen mit Vertretern von Schulen, Hochschulen, Sportvereinen und Interessensgruppen zusammen. Sie entscheiden gemeinsam über die langfristigen Gesundheitsziele in der Stadt und planen die Maßnahmen.

Aus den beschlossenen Maßnahmen werden gesundheitsfördernde Angebote für die Bürgerinnen und Bürger umgesetzt.

Das "Kommunale Bündnis" zur Bewegungsförderung wird nachhaltig in der Kommune verankert.

  • Auftakt zu langfristig wirksamen Prozessen der Bewegungs- und Gesundheitsförderung in der Kommune.
  • Die Stadt wird zur bewegungsfreundlichen Kommune und steigert ihr Image.
  • Neue Zielgruppen für Bewegung können gewonnen werden.
  • Die soziale Einbindung bislang nur schwer erreichbarer Bevölkerungsgruppen gelingt.
  • Alle Bewegungsanbieter der Kommune werden auf die neuen gesellschaftlichen Herausforderungen vorbereitet.
  • Vielfältige und bedarfsadäquate Bewegungsräume werden geschaffen.
  • Strukturen und Angebote werden bedarfsgerecht angepasst.
  • Ökonomischer bedarfsgerechter Einsatz von städtischen Haushaltsmitteln erfolgt.

Um die Bevölkerung vor Ort zu involvieren und das Engagement der handelnden Akteure im laufenden Prozess hoch zu halten, bedarf es eines hohen Aufmerksamkeits- und Aktivierungspotentials. Dafür setzt die Barmer Botschafterinnen ein, die mit ihrer Prominenz, ihrer Vorbildfunktion, der Nähe zum Thema Gesundheit und Bewegung der Kampagne ein Gesicht geben. In diesem Fall sind es gleich zwei Gesichter: Für die Präventionskampagne „DBS! – kommunal“ ist dies das Beachvolleyballerinnen-Team Laura Ludwig und Kira Walkenhorst, Goldmedaillengewinnerinnen bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 und Weltmeisterinnen 2017.

Interessierte Städte können sich unter kommunal@deutschland-bewegt-sich.de registrieren.

Sie haben Interesse an rechtlichen Grundlagen? Informationen finden Sie im Leitfaden Prävention.

Textnachweis

  • Autor: Internetredaktion Barmer
  • Endredaktion und Qualitätssicherung: Sabine Schröder, Barmer Marketing, und Annegret Lingemann, Barmer Prävention

Literatur

  • Leitfaden Prävention, Herausgeber: GKV-Spitzenverband, Reinhardtstraße 28, 10117 Berlin
  • der gemeinderat 11/16, Interview mit Prof. Dr. A. Rütten
  • Rütten A. & Pfeifer K. (Hrsg.) (2016). Nationale Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung.

 

Webcode dieser Seite: g100563 Autor: Barmer Erstellt am: 21.08.2017 Letzte Aktualisierung am: 27.11.2017
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