Papilio – Sucht und Gewaltprävention

Papilio will die sozial-emotionale Kompetenz von Kindern stärken, um Sucht und Gewalt im Jugendalter vorzubeugen. Das Programm zielt auf ein selbstbestimmtes und verantwortungsbewusstes Leben im Erwachsenenalter ab.

Bereits im Kindergarten die psychische Gesundheit der Kleinsten nachhaltig zu fördern, hat die Barmer überzeugt. Um Erzieherinnen, Erzieher und Eltern bei dieser wichtigen Aufgabe zu unterstützen, ist die Barmer in 15 Bundesländern Präventionspartner des Programms Papilio.

Ergebnisse internationaler Studien belegen, dass gewalttätige oder suchtgefährdete Jugendliche schon in frühen Jahren Verhaltensauffälligkeiten zeigen. Diese erst gar nicht entstehen zu lassen, ist das Ziel von Papilio.

Um später stabil gegen Risiken zu sein, die zu Sucht und Gewalt führen könnten, lernen die Kinder

  • soziale Regeln einzuhalten,
  • sich kreativ zu beschäftigen,
  • Gefühle bei sich und anderen zu erkennen und
  • diese zu regulieren.

Papilio setzt auf drei Ebenen an:

  1. bei den Erzieherinnen und Erziehern,
  2. bei den Kindern und
  3. bei den Eltern.  

Das Programm baut insbesondere auf drei kindgerechten Maßnahmen auf, die speziell für das Kindergartenalter entwickelt wurden:

  • Beim "Spielzeug-macht-Ferien-Tag" spielen Kinder einmal pro Woche ohne herkömmliches Spielmaterial und lernen, sich kreativ mit sich selbst und anderen Kindern zu beschäftigen.
  • Mit der Geschichte "Paula und die Kistenkobolde" begegnen Kinder den vier Grundgefühlen Traurigkeit, Wut, Angst und Freude. Sie lernen mit ihren und den Gefühlen anderer umzugehen.
  • Das "Meins-deinsdeins-unser-Spiel" vermittelt spielerisch den Umgang mit sozialen Regeln.

Die Eltern werden über die Inhalte informiert und können Teile von Papilio auch zu Hause umsetzen.

Die Erzieherinnen und Erzieher sind die zentralen Multiplikatoren des Programms. Sie erhalten eine umfassende Fortbildung mit Supervision durch qualifizierte Papilio-Trainerinnen und -Trainer und werden in einem Qualitätsverbund weiter begleitet.

Je nach den örtlichen Gegebenheiten entstehen unterschiedliche Kosten für die Teilnahme an den Papilio-Fortbildungen. Die BARMER unterstützt die Umsetzung in Kitas: Förderfähig sind die Fortbildungen inklusive der Fortbildungsmaterialien. Kitas die an der Förderung der psychischen Gesundheit der Kinder interessiert sind und das Präventionsprogramm umsetzen möchten, können einen Förderantrag stellen.

Zum ganzheitlichen Ansatz zählen auch Trainerfortbildungen und ein ElternClub, um die Erziehungspartnerschaft zwischen Kita und Eltern zu stärken. Darüber hinaus wird eine  Aufklärungskampagne zur Prävention in Kitas in Kooperation mit der Augsburger Puppenkiste durchgeführt.

Weitere Informationen unter www.papilio.de.

Verantwortlich für Papilio ist der gemeinnützige Papilio e.V., der mit Partnern in ganz Deutschland zusammenarbeitet.

Die Augsburger Puppenkiste ist mit Leiter Klaus Marschall wesentlich beteiligt an der Entwicklung des Programmbausteins "Paula und die Kistenkobolde".

Über die Zusammenarbeit mit der Barmer in 15 Bundesländern werden mittlerweile mehr als 70.000 Kinder mit dem Programm Papilio erreicht.

  • Papilio e.V., Ulmer Straße 94, 86156 Augsburg
  • Telefon 0821-44805670
  • E-Mail: info@papilio.de oder
  • über das Kontaktformular auf der Internetseite von Papilio.

Textnachweis

  • Autor: Internetredaktion Barmer
  • Endredaktion und Qualitätssicherung: Sabine Barkowsky, Barmer Prävention

Literatur

  • Mayer H., Heim P., Scheithauer H. (2012): Papilio. Ein Programm für Kindergärten zur Primärprävention von Verhaltensproblemen und zur Förderung sozial-emotionaler Kompetenz. Ein Beitrag zur Sucht- und Gewaltprävention. Theorie und Grundlagen. 3. Auflage Augsburg: Papilio Verlag.
Webcode dieser Seite: g100186 Autor: Barmer Erstellt am: 20.04.2015 Letzte Aktualisierung am: 23.03.2017
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