Logo des Projekts "AdAM"

Projekt AdAM – Mehr Sicherheit bei der Medikamenteneinnahme

Das Projekt AdAM hilft Patienten und ihren Hausärzten dabei, alle Verordnungen, Diagnosen und Behandlungen im Blick zu behalten. Es ist eine neue digitale Anwendung für die Arzneimitteltherapie.

Wie macht das Projekt AdAM Ihre Einnahme von Medikamenten sicherer?

Viele Patienten nehmen z.B. wegen chronischer Erkrankungen mehrere Medikamente gleichzeitig ein. Für die Betroffenen und ihre Ärzte kann dabei der Überblick verloren gehen, welches Medikament wie oft und gegen welche Erkrankung eingenommen werden soll. Dieser Überblick ist aber wichtig, um Unverträglichkeiten gegen Medikamente schnell zu erkennen und Wechselwirkungen zwischen diesen vorzubeugen. An diesem Punkt setzt das Projekt an. Es ist ein Projekt der BARMER und der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe.

Wer kann an dem Projekt AdAM teilnehmen?

Am Projekt AdAM können Sie teilnehmen, wenn Sie bei der BARMER versichert sind und mindestens fünf verschiedene Medikamente einnehmen, die Ihnen vom Arzt verschrieben worden sind. Ihr Hausarzt praktiziert in der Region Westfalen-Lippe und er ist auch Teilnehmer des Projektes. Welche Hausärzte am Projekt teilnehmen, erfahren Sie über die Arztsuche der KVWL. AdAM-Ärzte finden Sie durch Anklicken unter der Rubrik „Sonderleistungen“.

Wie läuft eine Teilnahme am Projekt ab?

  1. Sprechen Sie Ihren Hausarzt an, ob er an dem Projekt teilnimmt. Fragen sie, ob Sie auch teilnehmen können, weil Sie mehr als fünf Medikamente gleichzeitig einnehmen.
  2. Nimmt ihr Arzt teil, wird er Sie ausführlich über das Projekt informieren und Ihnen die Patienteninformationen geben. Sind Sie mit den Bedingungen einverstanden, erklären Sie schriftlich Ihre Teilnahme.
  3. Ihr Hausarzt erhält dann auf elektronischem Weg Einblick in Ihre Patientendaten. Diese beinhalten auch die Behandlungsdaten anderer Fachärzte. Ihr Arzt kann auf diese Weise sehen, welche Medikamente Ihnen vom welchem Arzt verschrieben wurden und welche Behandlungen er durchgeführt hat.
  4. Ihr Arzt prüft Ihre medikamentöse Therapie mithilfe eines Computerprogrammes und den Abrechnungsdaten der BARMER auf Wechselwirkungen und Unverträglichkeiten und kann Ihren Medikationsplan optimieren.
  5. Sie bekommen einen kostenlosen, persönlichen Medikationsplan mit allen wichtigen Informationen. Darauf steht genau, welche Medikamente Sie wann einnehmen müssen und was Sie bei der Einnahme beachten sollten.
AdAM - mehr Sicherheit bei Arzneimitteln - Infografik zur Funktionsweise

Wie werden die BARMER-Daten den Hausärzten zur Verfügung gestellt?

Die BARMER übernimmt viele Kosten im Zusammenhang mit Untersuchungen und Verordnungen. Aus diesem Grund werden Informationen z.B. zu Diagnosen, Medikamenten, Krankenhausaufenthalten und Heil- und Hilfsmitteln in einem von der BARMER beauftragten Rechenzentrum gespeichert. Nimmt Ihr Hausarzt am Projekt AdAM teil und haben Sie der Teilnahme zugestimmt, kann der Hausarzt Ihre bei der Barmer gespeicherten Daten über seinen Praxis-PC anschauen. Der Hausarzt erhält so einen umfassenderen Überblick über alle Behandlungen und Verordnungen die Sie im Laufe der letzten drei Jahre erhalten haben und mit der BARMER abgerechnet wurden. Ein spezielles Computer-Programm hilft ihm dabei, besser als bisher z. B. Wechselwirkungen zu identifizieren. 

Ist die Teilnahme kostenlos?

Ja, die Teilnahme am Projekt ist kostenlos.

Wie kann ich die Teilnahme beenden?

Entschließen Sie sich dazu, die Teilnahme am Projekt zu beenden, können Sie Ihre Teilnahmeerklärung jederzeit ohne Angabe von Gründen und ohne irgendwelche Nachteile in der medizinischen Behandlung widerrufen. Senden Sie dazu eine schriftliche Erklärung an die BARMER. Schicken Sie diese an:

BARMER
Kennwort: Projekt AdAM
Lichtscheider Str. 89
42285 Wuppertal

Wird das Projekt wissenschaftlich ausgewertet?

Das Projekt wird wissenschaftlich analysiert, um herauszufinden, wie zielgerichtet und wirkungsvoll wir unseren Versicherten mit dem Projekt weiterhelfen können. In der ersten Projektphase wird untersucht und ausgewertet, was sich an der Medikation ändert und ob mit Unterstützung des Projektes Krankenhauseinweisungen verringert werden können. In der zweiten Projektphase wird geprüft, ob diese Veränderungen dauerhaft sind.

Die Wirksamkeit des Projektes wird erforscht, indem die für das Projekt eingeschriebenen Ärzte und ihre Patienten in zwei Gruppen eingeteilt werden. Die beiden Gruppen werden anschließend miteinander verglichen:

Die eine Gruppe nimmt direkt am Projekt teil – das ist die Untersuchungsgruppe. Die andere Gruppe ist eine sogenannte Kontrollgruppe. Bei dieser ändert sich zunächst nichts. Nach 15 Monaten können aber auch diese Ärzte und ihre Patienten am Projekt teilnehmen. 

Das Verfahren, bei dem eine Untersuchungsgruppe und eine Kontrollgruppe miteinander verglichen werden, nennt man randomisierte Clusterstudie.

Wie werden meine Daten verarbeitet?

Ihre unterschriebene Teilnahme- und Einverständniserklärung wird von der Arztpraxis an die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe übermittelt und dort elektronisch erfasst. Sie wird anschließend an die BARMER weitergeleitet. Alle teilnehmenden Patienten werden zum Zweck der Projektdurchführung und der Leistungsabrechnung bei der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe und der BARMER registriert.

Wer hat Zugriff auf die Daten?

Der vollständige Zugriff auf die bei der BARMER gespeicherten Behandlungsdaten der Patienten ist nur dem Hausarzt möglich, gegenüber dem Sie Ihre Teilnahme schriftlich erklärt haben. Die für das Projekt  verwendeten Daten werden verschlüsselt übertragen und verschlüsselt gespeichert. Für den Arzt sind nur die Daten veränderbar, die er im Rahmen der Projektlaufzeit selbst dokumentiert hat.

Damit der Arzt die Daten abrufen kann, ist seine Praxis über die die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL, Sitz in Dortmund) mit dem beauftragten Rechenzentrum der BARMER (gkvi, Sitz in Wuppertal, www.gkvi.de) technisch vernetzt. Die Daten werden dabei verschlüsselt übertragen sowie gespeichert.

Mit der Teilnahme an dem Projekt erlauben Sie Ihrem Hausarzt, alle bei der BARMER gespeicherten medizinischen Informationen für einen Zeitraum von bis zu 3 Jahren einzusehen. Hierzu zählen: eine Übersicht der mitbehandelnden Ärztinnen bzw. Ärzte, deren dokumentierte Diagnosen, alle abgerechneten Rezepte sowie Informationen zu Krankenhausaufenthalten (stationäre Diagnosen, Aufnahmedatum, Entlassungsdatum, Name des Krankenhauses).

Wissenschaftliche Datenauswertung

Die Daten der teilnehmenden Patienten werden den mit der wissenschaftlichen Auswertung beauftragten Universitäten in pseudonymisierter Form zur Verfügung gestellt. D.h., dass der Name und andere Identifikationsmerkmale (z. B. Versichertennummer) durch ein Kennzeichen ersetzt werden. So wird sichergestellt, dass in der wissenschaftlichen Betrachtung anonymisierte Daten verwendet werden. Es sind keine Rückschlüsse auf die Person möglich.

Löschung der Daten nach Beendigung der Teilnahme

Nach Eingang eines Widerspruchs, der Beendigungsmitteilung bzw. nach Beendigung des Vertrages mit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe werden alle Daten, die im Rahmen des Projektes erhoben wurden, gelöscht.

An wen wende ich mich bei weiteren Fragen?

Bei weiteren Fragen können Sie unseren Service aus den deutschen Fest- und Mobilfunknetzen unter der kostenfreien Rufnummer 0800 333004327-331 erreichen.

Webcode dieser Seite: g100392 Autor: Barmer Erstellt am: 04.09.2017 Letzte Aktualisierung am: 06.09.2018
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