AdAM – Anwendung für digital unterstütztes Arzneimitteltherapie-Management

Logo des Projekts "AdAM"

Ziel von AdAM ist eine verbesserte Versorgung von Patienten, die wegen chronischer Erkrankungen dauerhaft mehrere Medikamente verordnet bekommen. Bei diesen Patienten ist das Risiko von unerwünschten Arzneimittelwirkungen besonders hoch. Durch AdAM soll die medikamentöse Therapie sicherer werden.

Mit dem Projekt AdAM möchten die Barmer und die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen - Lippe die Sicherheit bei der gleichzeitigen Behandlung mit mehreren Arzneimitteln weiter verbessern und Ärzte bei der Behandlung ihrer Patienten unterstützen.

Das Neue bei diesem Projekt ist, dass Ihre Hausärztin bzw. Ihr Hausarzt auf elektronischem Weg Informationen aus dem Datenbestand der Barmer erhält. Mithilfe dieser Daten bekommen am Projekt teilnehmende Ärzte einen umfassenderen Überblick über sämtliche Behandlungen und Verordnungen ihrer Patienten. Ihre Hausärztin bzw. Ihr Hausarzt erhält so Informationen darüber, welche Medikamente, Heil- und Hilfsmittel Sie in den letzten 36 Monaten verordnet bekommen haben bzw. welche Diagnosen und Behandlungen dokumentiert wurden – auch von anderen Ärzten.

Mit all diesen Informationen ist es noch besser möglich, Ihre medikamentöse Therapie auf eventuelle Wechselwirkungen und Unverträglichkeiten zu prüfen. Und: Sie erhalten einen Medikationsplan mit den Namen der Präparate, Dosierungsangaben und für Patienten gut verständlichen Hinweisen zur Einnahme.

Damit die Ärzte die Daten abrufen können, ist jede einzelne Praxis über die Kassenärztliche Vereinigung mit dem beauftragten Rechenzentrum der Barmer (gkvi, Sitz in Wuppertal, www.gkvi.de) technisch vernetzt.

An dem Projekt können alle Patienten teilnehmen, die bei der Barmer versichert sind und von einer am Projekt teilnehmenden Hausärztin bzw. einem daran teilnehmenden Hausarzt betreut werden. Es können nur die Patienten teilnehmen, die mindestens drei verschiedene ärztlich verordnete Medikamente einnehmen.

Zum einen wird wissenschaftlich ausgewertet, ob Krankenhauseinweisungen vermieden bzw. Veränderungen in der Arzneimitteltherapie beobachtet werden können (Projektphase 1). Zum anderen wird geprüft, ob diese Veränderungen auch dauerhaft sind (Projektphase 2).

Da es sich in der ersten Projektphase um eine sogenannte randomisierte Clusterstudie handelt, können zunächst nur die Hälfte der jeweils eingeschriebenen Ärzte und damit deren Patienten teilnehmen. Diese Einteilung der Ärzte in eine Untersuchungsgruppe und eine Kontrollgruppe ist wichtig, um feststellen zu können, ob das Projekt Auswirkungen auf den Therapieerfolg hat. In der zweiten Projektphase wird überprüft, ob die Veränderungen auch dauerhaft bestehen bleiben. Jetzt können auch die Ärzte der Kontrollgruppe nach 15 Monaten an dem Projekt teilnehmen und ihre Patienten ebenfalls an dem Projekt teilnehmen lassen.

Nachdem Sie von Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt ausführlich informiert wurden und diese Patienteninformation gelesen haben, erklären Sie schriftlich Ihre Teilnahme. Ihre Hausärztin bzw. Ihr Hausarzt erhält unmittelbar danach die Möglichkeit, Ihre bei der Barmer gespeicherten Behandlungsdaten einzusehen und zu nutzen. Dies wird durch eine besonders abgesicherte Daten-verbindung von der Arztpraxis über die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL, Sitz in Dortmund) zum Rechenzentrum der Barmer ermöglicht.

In der Hausarztpraxis werden dann die bei der Barmer gespeicherten Daten im Rahmen des persönlichen Behandlungsgespräches mit dem aktuellen Stand Ihrer Behandlung abgeglichen. Die Hausärztin bzw. der Hausarzt prüft im Anschluss daran die Arzneimitteltherapie auf unerwünschte Wechselwirkungen mithilfe eines speziell für das Projekt entwickelten Computer-Programms.

Sollte es erforderlich sein, nimmt die Ärztin bzw. der Arzt Kontakt mit Ihren mitbehandelnden Fachärzten auf und stimmt mit diesen Ihre Medikation ab. Abschließend erhalten die Patienten einen auf Sie abgestimmten Medikationsplan mit allen wichtigen Informationen.

Patienten entstehen keine Kosten durch die Teilnahme an dem Projekt.

Die Teilnahmeerklärung kann jederzeit ohne Angabe von Gründen und ohne irgendwelche Nachteile in der medizinischen Behandlung widerrufen werden. Hierzu ist eine schriftliche Erklärung an die Barmer erforderlich. Der Widerruf der Teilnahmeerklärung ist zu richten an:

Barmer, Kennwort: Projekt AdAM, Lichtscheider Str. 89, 42285 Wuppertal

Der vollständige Zugriff auf die bei der Barmer gespeicherten Behandlungsdaten der Patienten ist nur der Hausärztin bzw. dem Hausarzt möglich, gegenüber der/dem Sie Ihre Teilnahme schriftlich erklärt haben.

Die für das Projekt erfassten Daten werden verschlüsselt übertragen und verschlüsselt gespeichert. Die Daten sind nur vom berechtigten Arzt abruf- und veränderbar.

Ihre unterschriebene Teilnahme- und Einverständniserklärung wird von der Arztpraxis an die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe übermittelt und dort elektronisch erfasst. Anschließend wird die Teilnahme- und Einverständniserklärung an die Barmer weitergeleitet. Alle teilnehmenden Patienten werden bei der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe und der Barmer zum Zweck der Projektdurchführung und der Leistungsabrechnung registriert.
Sie erlauben Ihrer Hausärztin bzw. Ihrem Hausarzt, alle bei der Barmer gespeicherten medizinischen Informationen für einen Zeitraum von bis zu 3 Jahren einzusehen. Hierzu zählen: eine Übersicht der mitbehandelnden Ärztinnen bzw. Ärzte, deren dokumentierte Diagnosen, alle abgerechneten Rezepte sowie Informationen zu Krankenhausaufenthalten (stationäre Diagnosen, Aufnahmedatum, Entlassungsdatum, Name des Krankenhauses).

Die Daten der teilnehmenden Patienten werden den mit der wissenschaftlichen Auswertung beauftragten Universitäten in pseudonymisierter Form zur Verfügung gestellt. Pseudonymisiert heißt, dass der Name und andere Identifikationsmerkmale (z. B. Versichertennummer) durch ein Kennzeichen ersetzt werden, sodass die Wissenschaftler aus den Daten nicht mehr erkennen können, um welche konkrete Person es sich handelt.

Nach Eingang eines Widerspruchs, der Beendigungsmitteilung bzw. nach Beendigung des Vertrages mit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe werden alle Daten, die im Rahmen des Projektes erhoben wurden, gelöscht.

Am Projekt teilnehmende Hausärzte finden Sie unter www.kvwl.de-arzt-ivf-innov_fonds-index.htm

AdAM - mehr Sicherheit bei Arzneimitteln - Infografik zur Funktionsweise

An wen wende ich mich bei weiteren Fragen?

Für weiteren Fragen steht Ihnen aus den deutschen Fest- und Mobilfunknetzen unsere kostenfreie Rufnummer 0800 3331010 zur Verfügung.

 

Webcode dieser Seite: g100392 Autor: Barmer Erstellt am: 04.09.2017 Letzte Aktualisierung am: 04.09.2017
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