E-Health-Gesetz

Das E-Health-Gesetz verspricht viele Vorteile für die Patienten, etwa durch die Weiterentwicklung der elektronischen Gesundheitskarte. Kritiker meinen: Mit dem Gesetz wird der Weg in den Missbrauch von Big Data geebnet.

Frau auf der Couch mit Tablet

Zum 21. Dezember 2015 ist das E-Health-Gesetz in Kraft getreten. Dem vorausgegangen: die seit 2001 sukzessive Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK). Ziel des neuen Gesetzes ist eine engmaschige Vernetzung aller im Gesundheitswesen beteiligten Akteure. Sie soll Patienten eine höhere Behandlungsqualität gewährleisten und insbesondere die ländliche Versorgung verbessern.

Inhalt des E-Health-Gesetzes

Wichtigstes Ziel des E-Health-Gesetzes ist es, den Aufbau und die Nutzung einer digitalen Infrastruktur zu beschleunigen und verbindlich zu regeln. Im Gesundheitswesen ist höchste Sensibilität beim Umgang mit Versichertendaten notwendig. Deshalb ist der gesamte Fahrplan der Einführung mit hohen Sicherheitsstandards verbunden. Die Telematikinfrastruktur im Gesundheitswesen soll die IT-Systeme in Arztpraxen, Apotheken, Krankenhäusern und Krankenkassen miteinander verbinden und so einen systemübergreifenden Austausch von Informationen ermöglichen.

Bereits ab Oktober 2016 haben Patienten, die regelmäßig mindestens drei oder mehr Medikamente benötigen, einen Anspruch auf einen Medikationsplan, zunächst jedoch in Papierform. Klarere Erkenntnisse über die Wechselwirkung von Medikamenten sind so möglich – zudem kann den Patienten eine höhere Therapiesicherheit in Aussicht gestellt werden. In Zukunft soll der Medikationsplan elektronisch von der Gesundheitskarte abrufbar sein.

Aufschlussreich und praktisch

In Zukunft sollen auf der elektronischen Versichertenkarte unter anderem notfallrelevante Informationen gespeichert werden können wie Allergien, Arzneimittelunverträglichkeiten und bestehende Medikationen. Ermöglicht werden soll auch eine elektronische Fallakte, aus der Informationen über die Behandlung der Patienten von mehreren behandelnden Einrichtungen oder Ärzten hervorgehen. Das letzte Wort haben allerdings die Patienten. Sie werden darüber entscheiden können, ob sie allen Leistungserbringern im Gesundheitswesen einen Zugang zu ihren Daten gewähren oder nicht.

Skeptische Patienten

Der tatsächliche Nutzen für Patienten wird allerdings in Frage gestellt. Kritiker befürchten, dass ein Missbrauch der Patientendaten nicht ausgeschlossen werden kann. Einer Umfrage zufolge haben vier von fünf Patienten Sorgen, dass die Daten auf der elektronischen Gesundheitskarte unrechtmäßig verwendet werden. Unbehagen bereitet ihnen auch das Medikationsmanagement und das Einrichten einer elektronischen Krankenakte. Patienten befürchten, dass die Wechselwirkung der Medikamente nicht ausreichend berücksichtigt wird und keine Analyse der Arznei erfolgt.

Chance und Risiko des E-Health-Gesetzes

Zusammengefasst: Das E-Health-Gesetz und die Weiterentwicklung der elektronischen Gesundheitskarte sind ein folgerichtiger Schritt im Zuge der Digitalisierung des Gesundheitswesens. Allerdings muss sichergestellt werden, dass die Aufklärung der Patienten gewährleistet ist und jeder einzelne die Daten seiner eGK selbstbestimmt verwalten kann.

 

Webcode dieser Seite: g100243 Autor: Barmer Erstellt am: 12.08.2016 Letzte Aktualisierung am: 14.09.2016
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