Geburtstermin berechnen

Der Geburtstermin lässt sich mit einer einfachen Formel bestimmen - zumindest in der Theorie. Denn die wenigsten Babys halten sich an das errechnete Datum.

Ein Kind umarmt einen Babybauch.

Wann kommt das Baby?

Zwischen dem Tag der Empfängnis und der Geburt liegen ziemlich genau neun Monate. Im Durchschnitt vergehen 266 Tage (38 Wochen), bis aus zwei Keimzellen ein neuer kleiner Mensch herangewachsen ist und sich auf den Weg in die Welt macht.

Der Moment der Befruchtung lässt sich rückwirkend nur selten genau rekonstruieren. Denn der Zeitpunkt des Eisprungs variiert von Frau zu Frau und von Zyklus zu Zyklus. Zudem können Spermien nach dem Geschlechtsverkehr mehrere Tage im weiblichen Körper überleben.

Mediziner orientieren sich an einem leichter zu bestimmenden Termin: der letzten Periode. Nach ärztlicher Definition beginnt die Schwangerschaft am ersten Tag der letzten Regelblutung und dauert 40 Wochen. Diese Zählweise ist kaum fehleranfällig und hat sich in der Schwangerschaftsvorsorge durchgesetzt. Auch der Mutterpass ist nach diesem 40-Wochen-Schema aufgebaut. Die kindliche Entwicklung gibt es jedoch nicht korrekt wieder. Sie beginnt nach dieser Zählweise erst in der dritten Schwangerschaftswoche.

Naegele-Regel

Der voraussichtliche Entbindungstag wird nach der sogenannten Naegele-Regel bestimmt. Sie können ihn leicht selbst ausrechnen: Zählen Sie vom ersten Tag der letzten Regelblutung drei Monate zurück. Rechnen Sie zu diesem Tag sieben Tage und ein Jahr hinzu. Dieses Datum ist der voraussichtliche Geburtstermin.

Bei vielen Frauen wird der errechnete Termin nach der ersten Ultraschall-Untersuchung noch einmal korrigiert. Anhand der Größe des Embryos lassen sich sein Entwicklungsalter und die Schwangerschaftsdauer noch exakter eingrenzen.

Der Geburtstermin wird im Mutterpass festgehalten und dient als Berechnungsgrundlage für Ihre Mutterschutzfrist. Der Mutterschutz beginnt sechs Wochen vor dem errechneten Termin. Der Geburtstermin ist jedoch nicht zwingend der tatsächliche Geburtstag. Nur knapp vier von hundert Kindern kommen am errechneten Tag. Rund ein Viertel der Babys erblickt das Licht der Welt im Zeitraum einer Woche um den Termin. Zwei Drittel aller Geburten finden in den drei Wochen rund um das errechnete Datum statt.

Textnachweis

  • Autor: almeda GmbH
  • Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Olaf Dathe, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe; Dr. med. Utta Petzold, Barmer
  • Endredaktion Barmer: Adda Dumröse, Claudia Tobis

Literatur

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): www.familienplanung.de
  • Diedrich, Holzgreve, Jonat, Schulze-Mosgau, Schneider, Weiss: Gynäkologie & Gebursthilfe. Springer-Verlag, 2. Auflage 2007
  • Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V.: Standards zur Ultraschalluntersuchung in der Frühschwangerschaft (Stand: 2010, Abruf: 15.10.2012)

Weiterführende Informationen

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Broschüre "Rundum - Schwangerschaft und Geburt" (Stand: September 2015, Abruf: 29.11.2016)
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): www.familienplanung.de
  • Berufsverband der Frauenärzte e.V., Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V.
  • Jahn-Zöhrens, Ursula (Autorin), Deutscher Hebammenverband (Hrsg.): Entspannt erleben: Schwangerschaft und Geburt. Trias Verlag 2011
  • Kainer, F., Nolden, A.: Das große Buch zur Schwangerschaft. Gräfe & Unzer Verlag 2009
  • Bundesministerium für Familie, Frauen und Jugend: Informationen zum Mutterschutz
  • Bundesministerium für Familie, Frauen und Jugend: Broschüre " Leitfaden zum Mutterschutz (Stand: April 2015, Abruf: 29.11.2016)
Webcode dieser Seite: s000076 Autor: almeda GmbH Erstellt am: 14.11.2012 Letzte Aktualisierung am: 14.08.2017
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