Schlaf- und Beruhigungsmittel

Schlafmittel wirken im Gehirn und sorgen für einen besseren Schlaf. Allerdings ist die Einnahme von Schlafmitteln häufig mit Nebenwirkungen verbunden. Sie sollten daher generell nur eingenommen werden, wenn es unbedingt notwendig ist – und dann auch nur über einen kurzen Zeitraum.

Junge Frau nimmt eine Schlaftablette

Schlafmittel können entweder synthetisch hergestellt werden oder auf pflanzlichen Wirkstoffen basieren. Die meisten synthetischen Schlafmittel sind verschreibungspflichtig, d. h. Sie benötigen ein Rezept. Zu dieser Wirkstoffgruppe zählen die sogenannten Benzodiazepine, wie beispielsweise Oxazepam oder Diazepam, und die Z-Substanzen wie Zolpidem oder Zopiclon.

Typischerweise werden die verschreibungspflichtigen Schlafmittel zur Behandlung von Schlafstörungen in Verbindung mit Angst, innerer Unruhe oder auch bei Panikattacken verordnet. Dadurch können Betroffene zwar kurzfristig besser schlafen, langfristig nimmt die Qualität des Schlafes aber deutlich ab und es kann passieren, dass sie nach dem Absetzen der Schlafmittel noch schlechter schlafen als zuvor. Manchmal lässt auch die Wirkung mit der Zeit nach.

Kurze Anwendung

Insbesondere bei längerfristiger Einnahme können als Nebenwirkungen Tagesmüdigkeit oder Muskelschwäche auftreten. Auch kann es in der Folge zu gefährlichen Sturzverletzungen kommen. Wegen der beschriebenen Risiken wurde die Anwendungsdauer von Schlafmitteln durch die Arzneimittel-Richtlinie grundsätzlich auf vier Wochen begrenzt. Nur in medizinisch begründeten Ausnahmefällen kann der Arzt bzw. die Ärztin betroffenen Patienten und Patientinnen Schlafmittel auch über einen längeren Zeitraum auf Kassenrezept verordnen. Ob ein solcher Einzelfall vorliegt, entscheidet der Arzt bzw. die Ärztin. Eine Dauergenehmigung durch die Krankenkasse ist daher nicht möglich.

Absetzen nach Langzeitgabe

Wenn Schlafmittel bereits über einen längeren Zeitraum eingenommen wurden, sollten die Medikamente nicht von heute auf morgen abgesetzt werden.

Unser Tipp: Eine langsame Entwöhnung über Wochen oder Monate ist in jedem Fall empfehlenswert – unabhängig davon, wie lange die Einnahme angedauert hat oder wie alt der bzw. die Betroffene ist. Die Dosis wird dabei allmählich reduziert. Patienten und Patientinnen berichten, dass sie nach erfolgreicher Entwöhnung das Leben in allen seinen Facetten wieder intensiver und realer erleben. Diese Erfahrung wird als sehr positiv bewertet. Auch die Erfolgsquote hierbei ist hoch.

Der behandelnde Arzt bzw. die behandelnde Ärztin stimmt einen individuellen Entwöhnungsplan mit den betroffenen Patienten und Patientinnen ab.


 

Webcode dieser Seite: s000866 Autor: Barmer Erstellt am: 19.02.2018 Letzte Aktualisierung am: 19.02.2018
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