Eine Frau schläft mit einer Fernbedienung in der Hand

Besser schlafen mit der richtigen Schlafhygiene

Auch wenn man guten Schlaf nicht bestellen kann, so kann man doch einiges dafür tun, dass sich der Schlaf-Wach-Rhythmus harmonisiert. Wer auf allgemeine Verhaltensregeln der Schlafhygiene achtet, unterstützt einen erholsamen Schlaf.

Das Schlafhygiene-Einmaleins

Wohlfühlraum
In einem Raum, in dem man sich wohlfühlt, kommt man leichter zur Ruhe. Im Schlafzimmer sollte daher nichts an Alltag erinnern. Besser geeignet ist eine Wohlfühloase, die jede Nacht zum Urlaub machen einlädt.

Das Schlafzimmer sollte möglichst dezent eingerichtet sein, mit Lichtquellen, die warmes Licht verbreiten oder sich dimmen lassen. Außerdem sollte man den Raum zum Schlafen gut abdunkeln können, damit Lichteinfall von draußen den Schlaf nicht stört. Auf Fernseher und digitale Geräte im Schlafzimmer besser verzichten!

Optimale Zimmertemperatur
Die ideale Raumtemperatur hängt von vielerlei Faktoren ab und lässt sich nicht einheitlich für alle definieren. Es gilt der Grundsatz: Man sollte weder frieren noch schwitzen, weil beides zu körperlichem Stress führt und dieser den Schlaf vertreibt. Einfluss auf die optimale Schlaftemperatur, welche oft zwischen 16 und 20 Grad Celsius liegt, hat die Jahreszeit, die Art der Bettdecke und der Matratze und ob man mit oder ohne Pyjama schläft.

Passende Matratze
Die passende Matratze ist weder zu hart noch zu weich. Sie sollte nicht zu muskulären oder orthopädischen Beschwerden in Form von Verspannungen oder gar Schmerzen führen. Probeliegen und Beratung in einem Fachgeschäft sind vor dem Matratzenkauf empfehlenswert.

Ruhige Umgebung
Beruhigende Melodien oder Naturgeräusche können beim Einschlafen helfen. Viele Menschen bevorzugen jedoch eine ruhige Umgebung, störende Geräusche sollten nach Möglichkeit abgestellt werden. Es ist allerdings zu beachten, dass ein zu starkes Focussieren auf Umgebungsgeräusche auch die Anspannung erhöhen und damit schlaflos machen kann. Falls schnarchende Bettgenossen oder Verkehrslärm den Schlaf stören, können Ohrenstöpsel hilfreich sein.

Regeln und Rituale
Schlafdauer und Schlafrhythmus sind individuell verschieden. Allerdings empfiehlt es sich nicht zu lange zu schlafen und möglichst zur gleichen Zeit ins Bett zu gehen und aufzustehen: Ein geregelter und ritualisierter Schlafrhythmus hilft dabei, ausreichend gut und lange zu schlafen. Wer Schlafstörungen hat, sollte auf einen Mittagsschlaf verzichten – dieser ist dann eher kontraproduktiv, da er Schlafdruck für den Abend abbauen kann. Wenn, dann sollte höchstens für 5 oder 10 Minuten ein Nickerchen am Nachmittag gemacht werden. Wenn Sie nachts aufwachen: Am besten nicht auf die Uhr schauen.

Regelmäßig bewegen
Sich täglich ausreichend zu bewegen, am besten an der frischen Luft, wirkt sich positiv auf die Schlafqualität aus. In den letzten 2 Stunden vor dem Schlafengehen sollte man jedoch auf Sport und andere aktivierende Tätigkeiten verzichten.

Mediennutzung reduzieren
Exzessive Nutzung von digitalen Medien oder Fernsehen am (späteren) Abend oder sogar bis in die Nachtstunden hinein können den Schlaf stören. Vor allem in der letzten Stunde vor dem Schlafengehen und in der Nacht besser darauf verzichten!

Pausen und Entspannung
Regelmäßige Pausen und Entspannung verringern das Stressniveau, insbesondere bei vollem Terminkalender. Entspannungstechniken, wie die Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, sind für Menschen, die unter Stress leiden, eine gute Möglichkeit zur aktiven Entspannung. Generell können Einschlafrituale, wie zum Beispiel ein Sparziergang am Abend, eine heiße Milch oder ein Tee, Tagebuch schreiben, Meditation oder entspannende Hand- und Fußmassagen das Einschlafen erleichtern – insbesondere, wenn belastende Lebenssituationen den Schlaf beeinträchtigen.

Fantasiereisen und positive Erinnerungen
Fantasiereisen sind sehr geeignet das Gehirn von belastenden Gedanken des Alltags abzulenken. Erinnerungen an schöne Lebenssituation, wie die eines vergangenen Urlaubs oder gemeinsamer Erlebnisse mit den Kindern, Gedanken an den Lieblingsverein oder ein schönes Hobby sind geeignet, die für den Schlaf notwendige Entspannung zu fördern. Insbesondere dann, wenn sie Gefühle von Geborgenheit und Sicherheit unterstützen. Deswegen können auch Märchen oder Hörspiele aus der Kindheit die Entspannungsfähigkeit häufig fördern.

Wachmacher vermeiden
Koffein, Nikotin und Alkohol stören bei vielen Menschen erholsamen Schlaf. Werden Sie ihr eigener Fachmann oder ihre eigene Fachfrau und prüfen Sie, inwieweit vor allem Koffein Ihren Schlaf stören kann. Koffein wird von Mensch zu Mensch unterschiedlich verstoffwechselt und kann mehr als 10 Stunden wirken. Kaffee sollte im Bedarfsfall dann am Nachmittag nicht mehr konsumiert werden. Wer gut schlafen möchte, sollte so oft es geht auf diese Wachmacher verzichten, insbesondere in den letzten Stunden vor dem Schlafengehen.

Um das Verdauungssystem nicht zu stark zu belasten empfiehlt es sich außerdem, abends eher leichte Speisen zu sich zu nehmen.

Wenn Arzneimittel den Wachheitsgrad erhöhen und den Schlaf stören, aber aus medizinischen Gründen eingenommen werden müssen, kann man seinen Arzt bzw. seine Ärztin bitten zu prüfen, ob das Medikament auch am Morgen eingenommen werden kann oder ob es Alternativpräparate gibt, die die Nachtruhe weniger beeinträchtigen.

Textnachweis:

  • Autor: Silke Jäger, Freie Journalistin und Texterin für Gesundheitsinformationen
  • Fachliche Qualitätssicherung: Dr. Hans-Günter Weeß, Leiter des Schlafzentrums am Pfalzklinikum AdöR und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM)
  • Endredaktion und Qualitätssicherung Barmer: Daniela Beerens

Quellen:

Weiterführende Informationen:

 

Webcode dieser Seite: s000857 Autor: Barmer Erstellt am: 19.02.2018 Letzte Aktualisierung am: 19.02.2018
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