Digitale Medien und Schlafqualität

Der Konsum von digitalen Medien kann sich auf Schlafdauer und Schlafqualität auswirken. Experten empfehlen, die Bildschirmarbeit mindestens eine Stunde vor dem Zubettgehen zu beenden und digitale Geräte nicht mit ins Schlafzimmer zu nehmen.

Junger Mann liegt mit Laptop auf der Couch

Blaues Licht hält wach

Licht mit einem hohen Blauanteil, wie zum Beispiel Tageslicht und das Licht von Bildschirmen mit LED-(Hintergrund-)Beleuchtung, kann die Ausschüttung des entspannungsfördernden Hormons Melatonin reduzieren und die des Stresshormons Kortisol fördern. Dies kann dazu führen, dass Müdigkeit ausbleibt.

Bei Smartphones der neueren Generation lässt sich der Blauanteil des Displaylichts standardmäßig nach einem selbst fest gelegten Zeitplan herausfiltern. Auch auf Desktop-Computern und Laptops lassen sich entsprechende Programme installieren.

Digitale Medien beeinflussen Schlafrhythmus

Sicher ist hingegen, dass ausgiebiges Nutzen von digitalen Medien den natürlichen Schlafrhythmus verschieben kann. Lange Bildschirmzeiten bis tief in die Nacht hinein sorgen dafür, dass das Bewusstsein für die körperliche Verfassung abnimmt. Abgelenkt durch das Arbeiten am Computer „vergessen“ viele zu essen oder Pausen zu machen und spüren nicht, wann sie müde werden: Die körperlichen Bedürfnisse werden ausgeblendet. Wer jedoch seine Müdigkeit übergeht, dem fällt es anschließend schwerer, sich zu entspannen und einzuschlafen.

Dabei spielt es keine Rolle, ob digitale Medien aus beruflichen Gründen oder als Freizeitbeschäftigung genutzt werden. Gerade beim Tummeln in sozialen Netzwerken kann die Anspannung hoch sein: Aufwühlende Diskussionen, die Sorge, etwas zu verpassen, und das Gefühl regelmäßig Neuigkeiten posten zu müssen, verhindern das Abschalten im doppelten Wortsinn.

Hinzu kommt, dass viele Menschen ihr Smartphone mit ins Schlafzimmer nehmen. Dann ist die Versuchung groß, bei nächtlichen Wachphasen und morgens nach dem Aufwachen E-Mails zu lesen oder soziale Netzwerke zu besuchen. Diese Angewohnheiten können gesunden Schlaf stark beeinträchtigen, weil sie die nötigen Ruhephasen hinauszögern oder unterbrechen und gesunde Routinen verhindern. Ein hohes Maß an Bildschirmzeit wirkt sich darüber hinaus negativ auf die Bewegungsmenge aus. Fehlt körperlicher Ausgleich, kann die innere Anspannung insgesamt steigen und gesunden Schlaf stören.

Lange Arbeitszeiten und Einschlafprobleme

Weiterhin nehmen lange Arbeitszeiten zu. Das sorgt dafür, dass sich die Schlafzeit der Bevölkerung insgesamt verkürzt. Experten sehen darin die Hauptgründe, dass immer öfter schon junge Menschen unter Schlafstörungen leiden.

Im Rahmen einer gesunden Schlafhygiene sollte deshalb die tägliche Bildschirmzeit überwacht und gegebenenfalls reduziert werden. Dabei könnten digitale Medien wiederum nützlich sein: Von einigen Smartphonemodellen kann man sich ans Zubettgehen erinnern lassen.


 

Webcode dieser Seite: s000859 Autor: Barmer Erstellt am: 19.02.2018 Letzte Aktualisierung am: 19.02.2018
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