Sportler machen Rückenübungen auf einer Wiese.

Sport stärkt den Rücken

Sport trägt auf vielfältige Weise zu einem gesünderen Rücken bei. Regelmäßig ist weit wichtiger als übermäßig und nur was Spaß macht, hat auf Dauer Bestand.

Wie Sport dem Rücken hilft

Sport hält den Rücken gesund. Neben einem aktiveren Alltag ist regelmäßiger Freizeitsport die zweite wichtige Säule, um unser Bewegungskonto zu füllen. Wer seine Muskeln durch Kraftanstrengung und Bewegung fordert, fördert ihren Aufbau. Starke Muskeln stützen unser Skelett und insbesondere die Wirbelsäule besser als schwache und wirken so Verschleiß und Beschwerden entgegen – getreu dem Motto „Wenn die Muskeln kommen, geht der Schmerz“. Und tatsächlich ist für die Mehrheit aller Rückenbeschwerden eine zu schwache oder ungleich trainierte Rücken- und Bauchmuskulatur mitverantwortlich.

Stärkere Knochen – weniger Osteoporose

Die Schwerkraft und die Zugkraft der Muskeln sind wesentliche Aufbau- und Erhaltungsreize für einen starken Knochen. Je mehr wir unsere Muskeln durch Bewegung und Kraftaufwand beanspruchen, desto mehr Knochen bauen wir in jüngeren Jahren auf, desto besser konservieren wir unsere Knochenmasse in mittleren Jahren und desto effektiver verzögern wir den Knochenabbau bis hin zur gefürchteten Osteoporose im Alter.

Sport stärkt die Bandscheiben

Die Bandscheiben als wichtige Stoßdämpfer und Gleitlager zwischen unseren Wirbeln werden nicht durch Blutgefäße sondern durch den Austausch von Gewebeflüssigkeit ernährt und entsorgt. Während stundenlangen Sitzens läuft dieser Ver- und Entsorgungsweg auf Sparflamme, bei Sport und Bewegung dagegen auf Hochtouren. Die rhythmische Be- und Entlastung etwa beim Laufen pumpt die Bandscheiben ab und auf. Sie verhalten sich dabei gewissermaßen wie ein pulsierender Schwamm, der im steten Wechsel Flüssigkeit aufnimmt und abgibt.

Weniger Übergewicht

Übergewicht durch Fett ist für unseren Bewegungsapparat funktionsloser Ballast, der schmerzhaften Fehlhaltungen Vorschub leistet. Regelmäßiger Sport reduziert den Fettanteil unserer Körpermasse und dient auch über diese Schiene der Rückengesundheit.

Stressabbau

Wer sich bei Sport und Spiel körperlich auspowert, baut effektiv Stress ab. Er arbeitet damit auch stressbedingten, schmerzhaften Rückenverspannungen entgegen.

Spezieller Sport gegen Rückenschmerzen?

Überhaupt regelmäßig körperlich und sportlich aktiv zu sein, ist weit wichtiger, als sich einer bestimmten Sportart zu verschreiben. Probieren Sie aus, was Ihnen gefällt. Die aus Rückenperspektive vielleicht besten Trainings- und Gymnastikstrategien nützen wenig, wenn sie keinen Spaß machen. Denn dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis man den Sport wieder aufgibt oder ihn zu selten betreibt, um tatsächlich einen gesundheitlichen Profit zu haben. Besser sind Sportarten, die einem Freude bereiten, für die man sich begeistern kann, die kein Muss sondern ein Wollen sind.

Wer allerdings bereits Rückenbeschwerden hat oder sich durch bestimmte Sportarten wie etwa Golf oder Tennis eher einseitig belastet, sollte ein zusätzliches Rückentraining in einem qualifizierten Fitnessstudio erwägen. Unter Anleitung eines geschulten Trainers wird ein individueller Trainingsplan entworfen, der Ungleichbelastungen gezielt ausgleichen und muskuläre Dysbalancen beheben kann. Oftmals ist es gar nicht nur eine zu schwache Rückenmuskulatur, sondern eine als wichtiger Gegenspieler vernachlässigte Bauchmuskulatur, die unserem Kreuz schmerzhaft zu schaffen macht.

Günstigere Alternativen zum Besuch eines Fitnessstudios sind Kurse, die etwa unter dem Motto "Rücken aktiv – bewegen statt schonen" von zahlreichen Sportvereinen des Deutschen Turner Bundes flächendeckend angeboten werden. In der gleichnamigen Barmer Broschüre finden sich ebenfalls zahlreiche Anregungen und Übungstipps. 

Textnachweis

  • Autor: almeda GmbH
  • Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Stephan Lorenz, Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin
  • Endredaktion und Qualitätssicherung Barmer: Dr. med. Ursula Marschall, Claudia Tobis
  • Letzte Aktualisierung: 24.02.2017

 

Literatur

  • Professor Ingo Froböse: Running & Health – Kompendium gesundes Laufen, Walking & Nordic Walking, Köln 2006:
  • Professor Ingo Froböse: Cycling & Health – Kompendium gesundes Radfahren, Köln 2006:
  • Werner Kieser: Ein starker Körper kennt keinen Schmerz; Heyne, 2003.
  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Rücken- und Kreuz-schmerzen: Kann man mit einem Bewegungstraining Rückfällen vorbeugen (Abruf: 22.02.2017)

Weiterführende Informationen

 

 

Webcode dieser Seite: s000723 Autor: almeda GmbH Erstellt am: 14.03.2017 Letzte Aktualisierung am: 10.12.2018
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