Arzt und Patientin Betrachten die Beschriftung einer Tablettenverpackung

Risiken und Nebenwirkungen

Ein trockener Reizhusten, Kopfschmerzen oder Magen-Darmbeschwerden können Beschwerden sein, die ein Arzneimittel bei Ihnen verursacht hat. Arzneimittel können eine Vielzahl unerwünschter Wirkungen, umgangssprachlich auch als Nebenwirkung bezeichnet, hervorrufen.

Nicht umsonst heißt es in jeder Werbung „Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker". Sollte man sicherheitshalber auf alle Arzneimittel verzichten? Und wie gehe ich damit um, wenn ich eine unerwünschte Wirkung spüre? Risiken und Nebenwirkungen lassen sich größtenteils vermeiden, wenn die Dosierungs- und Einnahmehinweise genau eingehalten werden.

Wer viele Arzneimittel einnehmen muss, muss darauf achten, zu welcher Tageszeit welche Tabletten eingenommen werden sollen und ob die Einnahme vor, während oder nach der Mahlzeit erfolgen soll. Einige Nahrungsmittel können die Wirkung von Arzneimitteln beeinflussen und müssen sogar gemieden werden. Auch die Mittel, die Sie sich selbst in der Apotheke kaufen, können die Wirkung der verschriebenen Medikamente beeinflussen. Am besten besprechen Sie mit Ihrem Hausarzt die Einnahme der verordneten Medikamente. Dies ist insbesondere dann wichtig, wenn Sie von verschiedenen Ärzten Rezepte erhalten. So kann Ihre Therapie bestmöglich abgestimmt werden.

Beipackzettel von Medikamenten richtig verstehen

Alle Arzneimittel haben einen Beipackzettel. Der Beipackzettel wird auch als Packungsbeilage oder Gebrauchsinformation bezeichnet. Das Arzneimittelgesetz schreibt sehr genau vor, welche Angaben der Beipackzettel beinhalten muss. Neben dem Wirkstoffnamen und der Wirkstoffmenge finden Sie beispielsweise Hinweise zur Wirkung, den Gegenanzeigen, Wechselwirkungen, den Nebenwirkungen und dem Verfallsdatum. Die Liste der Nebenwirkungen ist meist erschreckend lang. Dies liegt daran, dass der Gesetzgeber die Pharmaunternehmer verpflichtet, auch Nebenwirkungen aufzulisten, die nicht sehr oft vorkommen.

Wie viele Personen leiden an der Nebenwirkung
Sehr häufig Über 10%Mehr als 1 Person bei 10 Anwendern
HäufigMehr als 1 und bis 10%Mehr als 1 aber höchstens 10 Personen bei 100 Anwendern
GelegentlichMehr als 0,1 und bis 1%Mindestens 1 aber höchstens 10 Personen bei 1.000 Anwendern
SeltenMehr als 0,01 und bis 0,1%Mindestens 1 aber nicht mehr als 10 Personen bei 10.000 Anwendern
Sehr seltenUnter 0,01%Weniger als 1 Person bei 10.000 Anwendern

 

Auch wenn der Beipackzettel für den Verbraucher bestimmt ist, werden Sie viele Fachbegriffe darin finden. Ihr Arzt und Apotheker berät Sie gern und erläutert Ihnen alle Fragen.

Nebenwirkungen von Arzneimitteln melden

Bei der Einnahme von Medikamenten sind Sie in der Regel nicht von Nebenwirkungen betroffen. Manchmal treten Nebenwirkungen zu Beginn einer Behandlung auf, weil der Körper sich auf das neue Präparat einstellen muss. Bei einer Therapie zur Senkung des hohen Blutdrucks können zu Beginn der Behandlung Schwindel und Müdigkeit auftreten. Bei der Behandlung des Diabetes können die verordneten Medikamente Magen-Darmbeschwerden auslösen. Cholesterinsenker können Muskelschmerzen in den Beinen verursachen. Bitte besprechen Sie immer mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, wenn Sie Nebenwirkungen bei sich feststellen. Wenn die Nebenwirkungen noch nicht bekannt sind, wird Ihr Arzt oder Ihre Ärztin einen sogenannten UAW-Bogen, das ist ein Berichtsbogen zur Meldung unerwünschter Arzneimittelwirkungen, ausfüllen und an die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft senden.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) nimmt auch direkte Meldungen zu Nebenwirkungen von Bürgern und Patienten entgegen. Über die Internetseite kann der Meldebogen selbst ausgefüllt und online an das BfArM gesendet werden.

Textnachweis

  • Autorin: Heidi Günther, Apothekerin
  • Redaktion: Internetredaktion und Claudia Tobis, Gesundheitsinformation Barmer
  • Qualitätssicherung: Dr. med. Utta Petzold, Fachärztin Barmer

Quellen

 

Webcode dieser Seite: s000915 Autor: Barmer Erstellt am: 28.08.2018 Letzte Aktualisierung am: 28.08.2018
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