Eine kranke Frau liegt mit einer Teetasse auf der Couch

Zehn Tipps für einen gesunden Umgang mit Medikamenten

Rezeptfreie Medikamente sollen helfen, lästige, aber relativ ungefährliche und leichte Beschwerden wie Kopf- und Magenschmerzen, Husten und Heiserkeit möglichst schnell in den Griff zu bekommen. Funk, Fernsehen und Zeitschriften sind voll mit Werbung zu Medikamenten, die uns schnell und gezielt helfen sollen. Auf Risiken und Nebenwirkungen wird am Ende eines jeden Spots hingewiesen. Doch wir nehmen das kaum noch wahr.

Sie sollten aber einige Grundregeln beachten, damit die Arzneien Ihnen wirklich beim Gesundwerden helfen. Denn bei Medikamenten gilt: Es gibt keine Wirkung ohne Nebenwirkung.

10 Tipps zum sicheren Umgang mit Arzneimitteln

1.

Die erste Frage bei der Selbstmedikation ist die Diagnose! Natürlich müssen Sie nicht bei jedem Zipperlein sofort einen Arzt aufsuchen. Aber auch wenn es sich vermutlich um eine leichtere Erkrankung handelt: Gehen Sie zum Arzt, wenn die Beschwerden nicht nach wenigen Tagen abklingen oder sich sogar verschlimmern. Treten gleiche Beschwerden immer wieder auf, besteht die Gefahr, dass eine chronische Erkrankung entsteht.

2.

Medikamente sollten nie ohne ärztlichen Rat über einen längeren Zeitraum hinweg eingenommen werden. Unerwünschte Wirkungen wie Gewöhnung können die Folge sein. Dies ist zum Beispiel bei einer regelmäßigen Anwendung von harmlos erscheinenden Nasensprays der Fall. Die Nase gewöhnt sich schnell an die abschwellende Wirkung und bleibt ohne Spray verstopft. Auch bei der längerfristigen Anwendung von Schmerzmitteln können unerwünschte Wirkungen auftreten. So kann die häufige Einnahme von Schmerzmitteln gegen Kopfschmerzen sogar die Kopfschmerzen verstärken oder verlängern. Daneben verursachen Schmerzmittel häufig Magenprobleme. In Zweifelsfällen fragen Sie immer Ihren Arzt oder Apotheker.

3.

Bei leichten Erkrankungen helfen oft auch Hausmittel wie Tees, kalte und warme Wickel, Inhalationen und Bäder. So wird der Griff zur Arznei nicht so schnell zur Gewohnheit. Fragen Sie in Ihrer Apotheke, was bei leichten Beschwerden helfen kann.

4.

Auf viele Arzneien, wie zum Beispiel Cholesterinsenker oder Mittel zur Bekämpfung von Bluthochdruck könnte man teilweise verzichten, wenn diese Medikamente durch gesündere Ernährung und Bewegung ersetzt würden. Prüfen Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt, ob Ihnen eine gesündere Lebensweise helfen könnte.

5.

Auch pflanzliche Medikamente haben Nebenwirkungen. Genauso wie bei synthetischen Arzneien sollten Sie den Beipackzettel sorgfältig lesen.

6.

Setzen Sie Medikamente gezielt ein. Nutzen Sie nicht bedenkenlos irgendeines, das Ihnen einmal verordnet worden ist und damals geholfen hat. Es gibt kein Allheilmittel für oder gegen alles. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, ob das Medikament auch wirklich zu Ihren Symptomen passt.

7.

Vorsicht ist immer geboten, wenn Sie mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen. Fragen Sie unbedingt Ihren Arzt oder Apotheker nach Wechselwirkungen zu anderen Arzneien, die Sie einnehmen.

8.

Beipackzettel enthalten zwar meist viel Kleingedrucktes, trotzdem sollten Sie diese lesen und sich diese wenigen Minuten Aufmerksamkeit Ihrer Gesundheit zuliebe gönnen. Achten Sie besonders auf die richtige Dosierung und lesen Sie unter „Gegenanzeigen“ nach, in welchen Fällen, das Arzneimittel nicht angewendet werden sollte.

9.

Ältere Menschen, chronisch Kranke, Schwangere und Kinder sollten bei der Einnahme von freiverkäuflichen Medikamenten besonders vorsichtig sein. Auch wenn ausgeprägte Allergien oder Herz-Kreislauferkrankungen vorliegen, sollten Sie jedes Risiko vermeiden und bei Ihrem Arzt oder Apotheker nachfragen.

10.

Entrümpeln Sie ab und zu Ihre häuslichen Arzneimittelvorräte. Abgelaufene Medikamente können genauso schädlich sein wie Restbestände von verordneten Arzneien, wenn sie ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin verwendet werden. Auch in Ihrer Apotheke wird man Sie gerne beraten.

 

Textnachweis

  • Autorin: Heidi Günther, Apothekerin
  • Redaktion: Internetredaktion und Claudia Tobis, Gesundheitsinformation Barmer
  • Qualitätssicherung: Dr. med. Utta Petzold, Fachärztin Barmer

Quellen


 

Webcode dieser Seite: s000912 Autor: Barmer Erstellt am: 28.08.2018 Letzte Aktualisierung am: 28.08.2018
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