Apotheker am Medikamentenschrank schauen sich Listen an

Welche Arzneimittel zahlt die Krankenkasse?

Die Krankenkasse zahlt ein Arzneimittel, wenn die Wirkung und Sicherheit geprüft wurde und es daraufhin als Arzneimittel zugelassen wurde. Eine weitere Voraussetzung für die Kostenübernahme ist, dass der Gemeinsame Bundesausschusses (G-BA) das Medikament in seinen Leistungskatalog aufgenommen hat. Aber selbst dann kann der G-BA einer Krankenkasse unter bestimmten Voraussetzungen noch untersagen, die Kosten für das Medikament zu übernehmen.

Der vom Gesetzgeber eingesetzte Gemeinsame Bundesausschuss ist das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland. Über Richtlinien legt er den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung fest.

Die Krankenkasse zahlt ein Arzneimittel, wenn die Wirkung und Sicherheit geprüft wurde und es daraufhin als Arzneimittel zugelassen wurde. Eine weitere Voraussetzung für die Kostenübernahme ist, dass der Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) das Medikament in seinen Leistungskatalog aufgenommen hat. Aber selbst dann kann der G-BA der Krankenkasse unter bestimmten Voraussetzungen noch untersagen, die Kosten für das
Medikament zu übernehmen.

Nicht verschreibungspflichtige (rezeptfreie) Arzneimittel

Nicht verschreibungspflichtige, d. h. rezeptfreie Arzneimittel bezahlen Sie meistens vollständig selbst, denn hierfür übernehmen gesetzliche Krankenkassen, zu denen die Barmer gehört, die Kosten in der Regel nicht. Dies wurde im GKV-Modernisierungsgesetz aus dem Jahr 2004 festgelegt. Beispiele für nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel sind: Schmerzsalben, Wund- und Heilsalben, leichte Schmerzmittel zum Einnehmen, Hustensäfte und Reisetabletten.

Ausnahmen:

Die Barmer übernimmt die Kosten für nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel bei allen Kindern bis zum vollendeten 12. Lebensjahr und bei Jugendlichen mit Entwicklungsstörungen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr. Voraussetzung für eine Kostenübernahme ist stets das Ausstellen eines Kassenrezeptes durch den Arzt.

Einige nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel gelten bei bestimmten schwerwiegenden Erkrankungen als Therapiestandard. Diese sind dann auch für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren zu Kassenlasten verordnungsfähig.

Beispiele:

  • Eisen-haltige Arzneimittel zum Einnehmen bei Blutarmut
  • Jodid-haltige Arzneimittel bei Schilddrüsenerkrankungen
  • künstliche Tränenflüssigkeit bei bestimmten Augenerkrankungen

Wenn die Voraussetzungen für die Verordnung auf Kassenrezept nicht erfüllt sind, wird das Arzneimittel privat verordnet. Privatrezepte erkennen Sie an der Farbe. Sie sind meist grün, weiß oder blau. Privatrezepte können in der Regel nicht nachträglich erstattet werden.

Verschreibungspflichtige Arzneimittel

Nicht notwendige oder unwirtschaftliche Arzneimittel gehören nicht zum Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung. Arzneimittel mit einer ungünstigen Risiko-/Nutzen-Bewertung kann der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) von der Verordnung zu Kassenlasten ausschließen oder einschränken. Eingeschränkt wird die Verordnungsfähigkeit zum Beispiel, wenn das Therapieziel auch mit anderen Maßnahmen erreicht werden kann. Daher sind auch einige verschreibungspflichtige Arzneimittel von der Versorgung zu Kassenlasten ausgeschlossen oder dürfen nur unter bestimmten Voraussetzungen verordnet werden. Zum Beispiel dürfen Medikamente bei erhöhten Blutzuckerwerten erst verordnet werden, wenn der Blutzuckerspiegel durch eine Ernährungsumstellung und Bewegung nicht gesenkt werden konnte.

Textnachweis

  • Autorin: Heidi Günther, Apothekerin
  • Redaktion: Internetredaktion und Claudia Tobis, Gesundheitsinformation Barmer
  • Qualitätssicherung: Dr. med. Utta Petzold, Fachärztin Barmer

Quellen

 

Webcode dieser Seite: s000910 Autor: Barmer Erstellt am: 28.08.2018 Letzte Aktualisierung am: 28.08.2018
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