Ein Baby liegt auf einem Wickeltisch.

Das erste Lebensjahr

In den ersten Lebensmonaten jagt ein Entwicklungsschritt den nächsten. Es vergeht kaum eine Woche, in der Ihr Kind nicht etwas Neues entdeckt.

Das Neugeborene – einander kennen lernen

Kinder zu haben ist wunderschön und ein großes Glück – meistens. Nach dem monatelangen Warten ist das Kind endlich da und besonders beim ersten Nachwuchs ist auf einmal alles auch ganz schön anders. Denn mit der Geburt eines Kindes sortiert sich das Leben einer Familie neu. Das braucht Zeit und kann für alle Beteiligten mitunter anstrengend sein. Die Mutterliebe kann viele Wogen glätten, aber auch sie stellt sich nicht immer auf Knopfdruck ein. Zwar gibt es Frauen, die schon im Kreißsaal in ihrer neuen Rolle aufgehen. Viele brauchen aber etwas länger, um das Baby kennen und lieben zu lernen. Auch Vatergefühle müssen langsam reifen. Und ältere Geschwister reagieren nicht selten eifersüchtig auf das Baby, mit dem Mama und Papa plötzlich so viel Zeit verbringen.

Viele frisch gebackene Eltern staunen, wie viel Zeit und Aufmerksamkeit ihnen der kleine Mensch abverlangt. Die simpelsten Verrichtungen des Alltags wie Einkaufen, Telefonieren oder Duschen können zwischen Stillen, Wickeln und Trösten zur Herausforderung werden. Je mehr Hilfe Sie in den ersten Wochen haben, desto besser. Eine Großmutter, die sich beispielsweise um die Wäsche kümmert, kann jetzt Gold wert sein.

Nach der Geburt haben Mutter und Kind Anspruch auf die Unterstützung durch eine Vertragshebamme. Bis zum zehnten Tag nach der Entbindung kann sie täglich ins Haus kommen. Die Vertragshebamme betreut Mutter und Kind und berät bei allen Fragen rund ums Stillen, Wickeln und die Babypflege. Danach sind noch bis zum Ablauf von acht Wochen nach der Geburt bis zu 16 Betreuungen durch die Vertragshebamme möglich. Bei Ernährungsproblemen des Kindes kann die Mutter bis zum Ende des neunten Monats nach der Geburt maximal acht weitere Beratungstermine in Anspruch nehmen.

Die Beratungstermine orientieren sich am individuellen Bedarf der Mutter.

Das erste halbe Jahr – einen Rhythmus finden

In Mamas Bauch war es immer warm und dunkel. Essen stand rund um die Uhr zur Verfügung. Mit der Geburt muss das Neugeborene den Unterschied zwischen Tag und Nacht lernen und sich an Pausen zwischen zwei Mahlzeiten gewöhnen. Für die Eltern bedeutet das zunächst Dauerbereitschaft und oft chronischen Schlafmangel.

Im ersten halben Jahr findet das Baby allmählich seinen Rhythmus aus aktiven Phasen und Ruhephasen. Es lernt, dass nachts das große Licht aus bleibt, und dass keiner mit ihm spielt. Der Familienalltag ist jetzt durch Füttern, Wickeln, Spielen und Schlafen getaktet.

Sicher schlafen

Eine sichere und gesunde Schlafumgebung ist für Säuglinge sehr wichtig. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass ein paar einfache Maßnahmen das Risiko für einen Plötzlichen Kindstod auf ein Minimum reduzieren können. Die Empfehlungen beziehen sich auf das gesamte erste Lebensjahr.

Babys sollten stets in Rückenlage und in einem passenden Schlafsack schlafen. Der ideale Schlafsack gibt dem Kind ausreichend Bewegungsfreiheit zum Strampeln und liegt gleichzeitig eng genug an. So kühlt das Baby nicht aus und kann nicht mit dem Köpfchen hinein rutschen. Das Material sollte der Jahreszeit angepasst sein. Für kalte Winternächte gibt es Unterzieh-Schlafsäcke mit Ärmeln.

Im ersten Jahr schlafen Säuglinge am sichersten im eigenen Bettchen oder Stubenwagen im Elternschlafzimmer. Achten Sie darauf, dass keine Kissen, Nestchen, Decken oder Kuscheltiere im Bett liegen. Wenn kleine Babys von derlei Gegenständen bedeckt werden, können sie sich noch nicht aus eigener Kraft davon befreien. Das Schlafzimmer sollte nicht zu kalt und nicht zu warm sein. Die ideale Schlaftemperatur liegt bei etwa 18 Grad Celsius.

Rauchen während der Schwangerschaft und später in der Umgebung des Kindes erhöht das Risiko für Plötzlichen Kindstod. Rauchen Sie deshalb nicht in Räumen, in den sich das Baby aufhält - und rauchen Sie auch unterwegs nie in Anwesenheit des Babys.

Das zweite halbe Jahr – Sitzen und Krabbeln bringen Abwechslung

Ab circa dem sechsten Lebensmonat werden die Kleinen deutlich mobiler. Zunächst beginnen sie sich vom Rücken auf den Bauch zu drehen. Wenig später können sie schon sitzen und freuen sich über ihre neuen Möglichkeiten. Dazu gehört auch, sich selbst fortbewegen zu können und robbend oder kriechend die Wohnung zu erkunden. Jetzt wird es Zeit, Gefahrenquellen für das Kind zu entschärfen, damit es sich ungehindert bewegen kann.

Denn nun ist alles interessant, was ihnen begegnet. Die Sehfähigkeit ist schon so weit ausgebildet, dass sie auch Gegenstände außerhalb ihrer Reichweite sehen und gezielt danach greifen können. Kleine Dinge werden mit Daumen und Zeigefinger aufgegriffen und – Achtung – verschwinden oft schnell im Mund.

Gegen Ende des zweiten Halbjahres formen sich aus dem fröhlichen Geplapper kurze Wörter. Das erste "Mama" oder "Papa" bereitet den Eltern große Freude und versöhnt sie für so manche Strapaze der letzten Monate. Das Baby versteht nun auch einfache Aufforderungen wie "Gib mir den Ball." und reagiert situationsgemäß auf Fragen wie "Wo ist die Mama?".

Mit den ersten Zähnchen beginnt auch langsam die Umstellung auf festere Kost. Ab dem zehnten Monat wollen viele bereits am Familientisch mitessen – wogegen grundsätzlich nichts spricht.

Textnachweis

  • Autor: almeda GmbH
  • Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Cornelia Czap, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Allergologie; Dr. med. Utta Petzold, Barmer
  • Endredaktion Barmer: Adda Dumröse, Claudia Tobis

Literatur

Weiterführende Informationen

 

Webcode dieser Seite: s000087 Autor: almeda GmbH Erstellt am: 13.06.2013 Letzte Aktualisierung am: 02.10.2017
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