Ein lachendes Kleinkind mit einem Löffel im Mund

Bei Vergiftungen schnell reagieren

Kleinkinder stecken bei ihren Entdeckungstouren alles in den Mund. So kann es zu Vergiftungen kommen. Deshalb: Gefährliche Substanzen immer aus der Reichweite entfernen.

Die Ursachen für Vergiftungen bei Kindern können vielfältig sein: Das Kind hat wahlweise "bunte" Medikamente, Chemikalien in Flaschen, auffällige Pflanzen, Früchte oder Zigarettenkippen geschluckt. 

Anzeichen für eine Vergiftung

Sollten Sie dies bemerken, prüfen Sie, welche Symptome das Kind zeigt: Schmerzen im Bauch, Übelkeit und Erbrechen? Auch wenn sich das Kind unnormal verhält, auffällig still ist oder wirr redet, sollte an eine Vergiftung gedacht werden.

Giftnotrufzentrale anrufen

Beim Verdacht auf eine Vergiftung ist oft schneller und professioneller Rat gefragt. An acht verschiedenen Kliniken in Deutschland wurden Vergiftungszentralen eingerichtet, die Nicht-Mediziner sowie Ärzte telefonisch beraten. Dort erfahren Sie, wie gefährlich die eigenommene Substanz tatsächlich ist, was Sie tun können und ob das Kind ins Krankenhaus muss. In über der Hälfte aller Fälle erhalten die Anrufer direkt Entwarnung. Halten Sie für den Anruf unbedingt wichtige Informationen parat: Art und Menge der gefährlichen Substanz, Zeitpunkt der Einnahme, aufgetretene Symptome, Alter und Gewicht des Kindes.

Was tun im Notfall

Tödliche oder lebensgefährliche Vergiftungen sind zum Glück selten. Lagern Sie das Kind so, dass sich seine Bauchdecke entspannt: Dazu legen Sie den Kopf höher als den Bauch – am besten mit angewinkelten Beinen.

Versuchen Sie nicht, das Kind zum Erbrechen zu bringen, da bei ätzenden Substanzen die Lunge geschädigt werden kann. Geben Sie dem Kind besser ein Glas Tee, Wasser oder Saft zu trinken. Auch medizinische Kohle oder ein Entschäumungsmittel können notwendig werden. Zeigt das Kind Auswirkungen auf lebenswichtige Funktionen wie Bewusstsein oder Atmung, ist keine Zeit für einen Anruf beim Giftnotruf. Dann rufen Sie direkt die Rettung unter 112!

Vergiftungen vermeiden

  • Bewahren Sie gefährliche Substanzen immer außerhalb der Reichweite von Kindern auf.
  • Werfen Sie Giftsubstanzen nicht in Abfalleimer oder Papierkörbe, wo das Kind sie finden kann.
  • Arzneimittel sollten immer in einer verschlossen Schublade oder Hausapotheke gelagert werden.
  • Giftige Substanzen gehören nicht in die Nähe von Lebensmitteln.
  • Auch die Lagerung in Limonaden-, Mineralwasser-, Saft- oder Bierflaschen kann zu Verwechslungen führen. Kennzeichnen Sie diese unbedingt mit einem Warnhinweis.
  • Die Lagerung giftiger Substanzen in Limonaden-, Mineralwasser-, Saft- oder Bierflaschen kann zu Verwechslungen führen. Vermeiden Sie die Verwendung anderer Flaschen.

Textnachweis

  • Autor: Internetredaktion Barmer
  • Qualitätssicherung:  Dr. med. Utta Petzold, Barmer

Literatur

 

Webcode dieser Seite: s000841 Autor: Barmer Erstellt am: 05.09.2017 Letzte Aktualisierung am: 05.09.2017
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